Gerlinde Stießberger verabschiedet sich in die ganz großen Ferien

Haar - Andere Menschen würden davon sprechen, in den Ruhestand zu gehen. Gerlinde Stießberger (62) formuliert es berufsbedingt anders: „Für mich beginnen jetzt die ganz großen Ferien."

Heute ist der erste Tag dieser Ferien für Gerlinde Stießberger nach 42 Jahren im Schuldienst. In Haar war sie eine Institution, sie hat Generationen von Schülern geprägt. 33 Jahre lang hat sie an der Grund- und Mittelschule in Haar unterrichtet. „Es gibt wohl kaum eine Familie in Haar, aus der ich niemanden beschult habe“, sagt Gerlinde Stießberger. Oft waren es sogar Familienmitglieder verschiedener Generationen: „Viele meiner ehemaligen Schülerinnen und Schüler habe ich später als Eltern wieder getroffen“.

Nach außen hin hat sich das Gesicht der Haarer Schule im Lauf der Jahre verändert. Konradschule (Grundschule) und Hauptschule wurden getrennt, am Gebäude wurde an- und umgebaut, die Hauptschule wurde zur Mittelschule. Nach innen aber sei vieles noch wie zu Beginn ihrer Laufbahn, sagt Gerlinde Stießberger. „Schüler machen manchmal Mist - damals wie heute. Aber wenn man ihnen mit Respekt begegnet, bekommt man diesen auch zurück.“

Jede Menge Respekt für insgesamt 42 Jahre Schuldienst und jede Menge herzlicher Worte gab es für Stießberger auch bei ihrer Verabschiedung. Klaus Berentz, Rektor der Konradschule, bedankte sich für ihren „tollen Einsatz“. Elternbeiratsvorsitzender Alois Rath griff gar zur Gitarre und sang ein Abschiedslied. Im Gegenzug überraschte Gerlinde Stießberger ihre Kollegen mit einer selbst getöpferten Version der Schildkröte „Konni“, die einst aus ihrer Idee heraus zum Schullogo wurde.

Auch über ihrer eigene Schule hinaus hat Gerlinde Stießberger lange Jahre Einsatz gezeigt. Als Fachberaterin betreute sie die Grund- und Mittelschullehrer für die Fächer WTG (Werken und textiles Gestalten) und Hauswirtschaft an 18 Schulen im südlichen Münchner Landkreis, und das 23 Jahre lang. Sie hatte ein offenes Ohr für die Lehrer, organisierte Fortbildungen und gab den Schulen Tipps beim Lehrmitteleinsatz oder der Personalplanung. „Ich habe gerne für meinen Berufsstand gekämpft und hatte stets das Gefühl, auf diesem Posten etwas bewegen zu können“, resümiert Gerlinde Stießberger. Ihre Nachfolgerin als Fachberaterin wird Beate Seeger-Strunz, die an der Grundschule Helfendorf arbeitet. mcf

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