Alles andere als durchschlagend: Dieser Entwurf eines Egmatingers wurde nicht goutiert.

Geschoss zu drastisch

Hohenbrunn - Gar nicht glücklich zeigte sich der Hohenbrunner Gemeinderat über Vorschläge zur Gedenktafel am Eingang zur Muna, dem ehemaligen Munitionsdepot.

Die Mandatsträger hatten sich darauf geeinigt, dass die Verwaltung Vorschläge für Findling und Beschriftung einholen sollte.

Ein Steinmetz und Steinbildhauermeister aus Egmating (Kreis Ebersberg) schlug als Denkmal eine aus Stein gemeißelte Gewehrkugel vor. Ein Bildhauer aus Unterhaching könnte sich aus Pollinger Kalktuff eine Art Tor vorstellen, in dem mittig eine Gedenktafel integriert wird. Das Ganze würde im Laufe der Zeit verwittern. Außerdem schlug letzterer einen Gedenkstein vor, wie er in Putzbrunn steht.

„Ich bin nicht sonderlich erbaut über die Vorschläge“, sagte Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD). Sie brachte die Idee mit dem Findling ein, „weil sich das Gedenkmal selbst zurücknehmen soll“. Statt einer Tafel wie in Putzbrunn solle der Text in Stein gehauen werden. Das Problem einer Steingravur ist nach den Worten von Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU), dass eine Verwitterung unausweichlich sei. Außerdem koste die Variante mehr.

Peter Berger (ÜWG-FW) hatte einen ganz anderen Vorschlag. Er rettete bei den Abbrucharbeiten auf dem Muna-Gelände einen schönen Stein, der früher im Eingangsbereich stand und mit dem Muna-Wappen verziert ist. Zu einer Entscheidung darüber kam es aber nicht, da noch keine Ansicht vorlag. Das soll aber nachgeholt werden.

Bürgermeister Straßmair schlug vor, weitere Angebote einzuholen. Regina Wenzel wünschte sich, dass die Enthüllung noch heuer erfolgt. In diesem Jahr feiert Hohenbrunn die erste urkundliche Erwähnung vor 1200 Jahren.

Wolfgang Rotzsche

Die geplante Inschrift

„Auf diesem Gelände befand sich von 1938 bis 1945 die Heeresmunitionsanstalt der Deutschen Wehrmacht (Muna). Hohenbrunn erinnert an die hier unter unmenschlichen Bedingungen eingesetzten deutschen und ausländischen Zwangsarbeiter. Es wurden ganze Familien von „Ostarbeitern“ hierher verschleppt und Kinder getrennt von ihren Angehörigen im Lagen interniert. Vom zehnjährigen Kind bis zur Greisin wurden diese Menschen zur Arbeit in der Munitionsfabrik gezwungen. Viele überlebten das Lager nicht, Kinder verhungerten. Ausbeutung und Rassismus verletzten die Menschenwürde zutiefst.“

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