Der neu aufgestockte Teil des Ottobrunner Gymnasiums hebt sich farblich gut vom Rest ab – leider stinkt es im Inneren nach Styrol. Foto: michel

Gestank im OG - kein Unterricht möglich

Ottobrunn - Erst die Freude über die sieben Kursräume mit Projektzimmer, und dann das: Die dicke Luft im neu aufgestockten Ottobrunner Gymnasium stammt vom Stoff Styrol. Die dicke Luft hat nun Folgen für den Unterricht.

Ottobrunn - Schüler hatten schon im Herbst kurz nach dem Bezug der neuen Räume über den lästigen Geruch geklagt. Anfangs glaubten Gymnasiasten und Lehrer, der Gestank werde sich in wenigen Monaten verflüchtigen. Doch hartnäckig rochen die Räume weiter nach dem Stoff.

Eine Schülerin, die unter Neurodermitis litt, klagte plötzlich über einen ungewöhnlich starken Juckreiz. Die Schulleitung reagierte und setzte sich mit dem Zweckverband und dem Gesundheitsamt in Verbindung. Ein Gutachten kam nun zu dem Schluss, dass der Grenzwert für Styrol überschritten ist. „Grund zur Besorgnis für die Gesundheit gab es allerdings zu keinem Zeitpunkt“, stellte Bürgermeister Loderer klar. Vorsorglich wird in dem Obergeschoss vorläufig nicht mehr unterrichtet, die Zugänge sind abgesperrt. „Auch um einem möglichen Unfug der Schüler vorzubeugen“, erläutert Beate Promberger von der Schulleitung.

Die Gymnasiasten finden es freilich schade, dass sie die tollen neuen Räume mit der digitalen Vernetzung und der modernen Ausstattung vorläufig nicht mehr nutzen können. Eine Raumnot herrscht allerdings nach Auskunft des Zweckverbandsvorsitzenden nicht, da der G 9-Jahrgang die Schule bereits verlassen habe, was für eine kurzfristige Entlastung sorgt.

Aber wo liegt die Ursache für die erhöhten Werte? Die Experten tappen noch im Dunkeln und können sich nicht erklären, wie der Stoff in diesem Bereich in die Luft gelangen kann. Laut Architekten dürfte das nicht sein. Er hat Belege dafür, nur Produkte mit blauem Engel verwendet zu haben. „Aber man kann ja nicht bei jedem einzelnen Arbeitsschritt selbst vor Ort sein, im Kübel rühren und daran riechen“, sagt Bürgermeister Loderer.

Die Vermutung geht dahin, dass ein Klebstoff schuld ist an der Geruchsbildung, weshalb weitere Proben der Luft und des Bodens entnommen wurden. Die Ergebnisse liegen frühestens Ende der Woche vor. Das informierte Landratsamt arbeitet in der Sache auch mit dem Landesgesundheitsamt zusammen. Beide gehen nicht von einer akuten Gefahr für die Schüler aus. Für das eine Zimmer, in dem gemessen wurde, gilt: Schüler dürfen bei dieser Luftqualität nicht länger als ein halbes Jahr lang sechs bis sieben Stunden regelmäßig unterrichtet werden. Für das andere gilt: Am Tag dürfen hier bei guter Durchlüftung nur wenige Stunden Unterricht abgehalten werden. Die Zimmer werden laut Loderer erst wieder genutzt, wenn der Geruch beseitigt wurde: „Gott sei Dank war ja niemand gefährdet.“ Die Schulleitung hofft indes, dass hier spätestens im Herbst wieder unterrichtet werden kann.

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