Gewalt an der Schule geht stark zurück - dank Sozialprojekt

Garching - Nicht lange her, da hatte die Garchinger Hauptschule einen schlechten Ruf. „Doch die Gewalt unter den Schülern hat in den vergangenen fünf Jahren stark abgenommen", sagt Rektor Franz Morawietz. „Vandalismus gibt es praktisch nicht mehr."

Die Jugendlichen fühlten sich sehr wohl an ihrer Schule. Das ist die Erfolgsbilanz der Zusammenarbeit von vielen unterstützenden Systemen an der Schule.

Eine herausragende Rolle spielen die vier Ganztagsklassen. Mit Unterstützung des Kreisjugendrings können soziale Defizite in unermüdlicher Kleinarbeit aufgearbeitet werden. Vor einigen Jahren beschrieben die Jugendlichen das Schulklima noch mit „Kontrolle“ und „Strenge“ - heute empfinde der Großteil „Wärme“, so eine Umfrage.

Als Unterrichtsprinzip vermitteln die dafür eigens geschulten Lehrer begleitend im Unterricht den Jugendlichen soziale Kompetenz: Die Schüler lernen, wie man Konflikte gewaltfrei löst, seinen Standpunkte vertritt - oder einfach zuhört. Dabei werden die Jugendlichen und die Lehrkräfte vom Team der Jugendsozialarbeit unterstützt. Die Lehrkräfte beobachten, dass die Jugendlichen mittlerweile ganz anders miteinander umgehen. Verantwortung auf die Schüler übertragen, ist ein ganz wichtiger Baustein. Deshalb betreiben sie das selbstgebaute Schülercafé auch in Eigenverantwortung.

Eine Reihe von Jugendlichen sind als Streitschlichter im Einsatz. Dafür haben sie sich in ihrer Freizeit ausbilden lassen. „erziehungsschwierige“ Schüler, die sonst im Unterricht stören, lassen sich bei Projekttagen einbinden. Ein wesentlicher Punkt ist, dass der Schule die Integration der ausländischen Jugendlichen gelungen ist, erklärt der Rektor. Mehr als 50 Prozent der Garchinger Hauptschüler haben einen Migrationshintergrund.

Das Projekt ist kein Selbstläufer. Es ist ein Prozess, der viel Arbeit und Zeit erfordert. Dazu treffen sich beispielsweise unter der Leitung von Maria Rosenberger engagierte Lehrkräfte und die Schulleitung im Arbeitskreis „soziales Lernen“ und entwickeln dieses Konzept immer weiter. Wenn die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden können, wird die Hauptschule Garching im kommenden Schuljahr im Verbund GIK (Garching, Ismaning, Kirchheim) auch selbst Schüler zu einem mittleren Schulabschluss führen können. Das neue Konzept sieht vor, dass begabte Schülerinnen und Schülern direkt an der Schule gefördert werden. mm

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