Gewerbesteuer mausert sich zur stabilsten Einnahmequelle

- Sauerlacher Gemeinderat beschließt Haushaltsplan 2004

VON CORNELIA BABL Sauerlach - Ein laues Frühlingslüftchen meinte man zu spüren, als Sauerlachs Kämmerer Peter Bosch im Gemeinderat jetzt die Zahlen für den Haushaltsplan 2004 verkündete. Während den meisten Kommunen die Gewerbesteuereinkünfte wegbrechen, rechnet er heuer mit steigenden Einnahmen. 300 000 Euro mehr als im Haushaltsansatz 2003 hat Bosch einkalkuliert. "Wir haben den richtigen Mix: klein, aber fein - nicht wie andere, die von einem einzigen großen Arbeitgeber abhängig sind", lobte die Zweite Bürgermeisterin Ulrike Beck (CSU).

Zur "größten und stabilsten Einnahmequelle" für den Verwaltungshaushalt habe sich die Gewerbesteuer mit den geplanten 2,5 Millionen Euro entwickelt, berichtete Bosch. Der Vermögenshaushalt dagegen finanziere sich zu rund 70 Prozent aus dem Verkauf von Grundstücken. "Das kann nicht endlos so weiter gehen, denn das würde unsere Ortsplanung nicht vertragen", kritisierte Beck.

Kürzungen bei fast allen freiwilligen Leistungen

Einig waren sich die Räte darüber, dass sich die Gemeinde keine großen Sprünge leisten kann. "Es ist ein Sparhaushalt - bei fast allen freiwilligen Leistungen musste gekürzt werden", sagte Peter Frimmer (FW). Nur die vhs und die Musikschule erhalten heuer mit 56 600 bzw. 76 500 Euro die gleichen Zuschüsse wie 2003. Rainer Vorwerg (SPD) machte nochmals seiner Verwunderung darüber Luft, dass sich der Gemeinderat vor einigen Monaten geweigert hatte, eine Kostenschätzung für die Sanierung des alten Schulschwimmbads in Auftrag zu geben (wir berichteten). Dafür müsse man nun Geld bereitstellen.

Zu einem ausgeglichenen Vermögenshaushalt kommt die Gemeinde Sauerlach heuer mit einem Kredit über rund 1,38 Millionen Euro. Dafür hat Kämmerer Bosch diverse Posten für Investitionen eingeplant. 1,4 Millionen Euro fließen zum Beispiel in die Sanierung des Schulgebäudes. Für die Erweiterung und Verbesserung der Wasserversorgung in Sauerlach und Arget sind 750 000 Euro vorgesehen. Rund 300 000 Euro wurden für den Ausbau des Bahnhofsplatzes einkalkuliert. "Der Investitionszeitpunkt ist der richtige", sagte Bürgermeister Walter Gigl (CSU). Derzeit seien Baumaßnahmen 20 Prozent billiger zu finanzieren als bei "normaler Konjuntkur". Gigl: "Wenn sie wieder anspringt, sind wir mit Bauen schon fertig." Am Ende wurde der Haushaltsplan einstimmig verabschiedet.

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