Golfplatzprojekt überrumpelt den Gemeinderat

- Grasbrunn - Mit der öffentlichen Präsentation ihres Golfplatz-Projekts auf der Möschenfelder Rodungsinsel (wir berichteten) haben sich die Gebrüder Christian und Michael Amberger im Grasbrunner Gemeinderat keine Freunde gemacht. Das wurde auf der Ratssitzung am Dienstag deutlich.<BR>

<P>Persönlich verärgert sei er über das Vorgehen, erklärte Bürgermeister Otto Bußjäger (CSU). Er und die drei Fraktionschefs waren am Donnerstagabend auf Gut Möschenfeld informiert worden. Am Montag ließen die Ambergers, Inhaber von 35 Allguth-Tankstellen in ganz Bayern, ihre Pläne der 160 Hektar-Anlage durch eine Medienagentur der Presse vorstellen. Seitdem häufen sich im Rathaus die Anrufe besorgter Bürger.<P>"Ohne sich vorab ein Meinungsbild der Entscheidungsträger zu schaffen, wirkt dieses Vorgehen überheblich und führt zu einer erheblichen Missstimmung", sagte Bußjäger. SPD-Fraktionschef Thomas Mayer hatte bereits am Montag gegenüber dem Münchner Merkur geäußert, er sehe darin den Versuch, öffentlich Druck auf die Räte auszuüben.<P>Bei dem Treffen am vergangenen Donnerstag hatten die Fraktionsvorsitzenden darum gebeten, die Planungen erst in Ruhe in den Fraktionen beraten zu können, erinnert sich Ewald Wagner (FWG). "Inhaltlich haben wir noch keine Silbe gesprochen, und schon ist Feuer am Dach", sagt Wagner.<P>Die Initiatoren hatten einen straffen Zeitplan für das Projekt vorgesehen, für das ihnen Wilhelm von Finck den Grund auf Erbpacht-Basis zur Verfügung stellen will. Bereits im Herbst, so sieht es das zwölfseitige Exposee der Betreiber vor, soll mit dem Abtragen des Oberbodens begonnen werden. Dem erteilten die Räte eine Absage. "Wir sollten erst die Projekte abarbeiten, die wir unseren Bürgern versprochen haben", mahnte Knut Wartenberg (CSU). "Aus jetziger Sicht, sehe ich keine Notwendigkeit der Einleitung eines Planungsverfahrens", ergänzte Bußjäger. Vor allem, weil der rechtliche Planungsweg völlig unklar sei.<P>Die Brüder Amberger hatten erklären lassen, Landratsamt, Bezirksregierung und Naturschutzbehörde hätten in informellen Gesprächen keine Einwände geltend gemacht. "Wenn der Gemeinderat ablehnt, ist das völlig belanglos", stellte der Bürgermeister klar.<P>Andreas Raith<P>

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