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Mehr Unterstützung wünschen sich die Helfer.

Ehrenamtliche müssen Kosten selbst tragen

Asylhelfer fühlen sich im Stich gelassen

Grasbrunn - Hohe Kosten und  schlechte Kommunikation ärgern  den Asylhelferkreises Vaterstetten-Grasbrunn. Vor allem das Landratsamt steht in der Kritik.

Das Engagement, der Wille und die Bereitschaft sind groß – die Ernüchterung jedoch auch: Der Asyl-Helferkreis Vaterstetten-Grasbrunn fühlt sich von den Behörden im Stich gelassen. Das machte Renate Grunow-Cerwinski, eine der beiden Sprecher, in ihren Ausführungen vor dem Grasbrunner Gemeinderat deutlich. 

Wenig erfreulich sei die Zusammenarbeit mit Behörden. „Am Anfang hat das Landratsamt mit uns zusammen gearbeitet, jetzt ist dort Land unter, wir bekommen kaum noch Informationen und Antworten auf unsere Anfragen“, beklagte Renate Grunow-Cerwinski. Darum sei es schwierig, alle Helfer „bei der Stange zu halten“. Unter anderem verärgert die ehrenamtlichen Helfer, dass sie alle Auslagen wie Telefon- und Fahrtkosten selbst zahlen müssen. Selbst das Druckerpapier zahlt niemand. 

„Wir stellen unsere Arbeitskraft unentgeltlich, aber wir müssen noch alles selbst bezahlen“, kritisierte die Sprecherin. Schließlich nutzen die Helfer Spendengelder nur für die Flüchtlinge, nicht aber für ihre eigenen Kosten.  Nun springt die Kommune ein: Bürgermeister Klaus Korneder bot den Helfern an, dass derartige Ausgaben künftig die Gemeinde übernimmt. 

Auch andere Baustellen verbessern sich deutlich: „Probleme mit den unterschiedlichen Kulturen und daraus entstandenen Reibereien“ haben sich in Vaterstetten und Grasbrunn relativiert, sagte Grunow-Cerwinski. Ihr zufolge sei vor allem die Vermittlung von Arbeit und Wohnungen für die Asylsuchenden von großer Bedeutung. 

Ersteres lässt sich ganz gut an, inzwischen haben beispielsweise drei Asylbewerber Ausbildungsplätze. Schwieriger gestaltet sich die Wohnungssuche. Eine Vielzahl der Flüchtlinge ist „schwer traumatisiert“, was die Situation zusätzlich erschwert. 

Das Wichtigste seien die Deutschkurse, denn Sprachkenntnisse ist für eine Arbeitsaufnahme von elementarer Bedeutung. Erfreulich ist für die Sprecherin der Umstand, dass die anfängliche Unpünktlichkeit der Flüchtlinge kein Thema mehr ist. Die Betreuten nehmen Termine zuverlässig wahr. 

Einig sind sich Kommune und Helferkreis bei der Form der Unterbringung Asylsuchender: Sie sind erklärte Befürworter der dezentralen Unterbringung. „Das ist eine große Erleichterung, denn soziale Spannungen werden weniger, wodurch unsere Belastung sinkt“, erläuterte Grunow-Cerwinski. 

Franz Köppl

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