Schöne Ansicht, marode Substanz: Die Keferloher Traditionswirtschaft muss saniert werden. Foto: KP

Hoffnung auf einen Neuanfang

Grasbrunn - Mit dem Fahrrad oder zu Fuß in den Münchner Osten und dann ein Besuch in der Keferloher Traditionswirtschaft - das ist ein Vergnügen vieler Münchner. Doch mehrfach war die Gaststätte geschlossen - wegen Insolvenz der Wirte. Doch jetzt gibt es Hoffnung.

Zuletzt im Herbst vergangenen Jahres standen die Besucher der Wirtschaft vor verschlossenen Türen. Auch der große Biergarten war geschlossen, denn auch der jüngste einer Reihe von Wirten hatte sich finanziell übernommen. Jetzt aber zeichnet sich ein gutes Ende ab, denn die Verhandlungen für eine Wiedereröffnung nähern sich ihrem Ende. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Wirtschaft generalüberholt und die alten Gebäude saniert werden müssen.

Das gesamte Areal gehörte über viele Jahre zwei ortsansässigen Cousins, wobei es schon lange bekannt war, dass sich die beiden Familienzweige nicht sehr nahe standen, was kaum gemeinsame Entscheidungen zuließ. Beide verkauften - der eine an die Finck'sche Gutsverwaltung und der andere an Jannik Inselkammer, einem Hauptaktionär der Augustiner-Brauerei. Damit waren nicht nur zwei potente Eigentümer zusammengekommen, sondern auch Profis in Bezug auf Gastronomie: Die Inselkammer-Gruppe ist dafür bekannt, dass sie Traditionswirtschaften erhält und wieder zu Schmuckstücken werden lässt. Auch wenn beide Seiten betont hatten, noch keinen Verhandlungsabschluss gefunden zu haben, sprachen sich beide für den Erhalt der Wirtschaft aus.

Jetzt aber ist Jannik Inselkammer tödlich verunglückt und es ist offen, Inwieweit sein Tod den Fortgang der Verhandlungen beeinflussen wird.

Der monatliche Antikmarkt jedenfalls ist in seinem Fortbestehen nicht gefährdet und vor allem den Keferloher Montag mit seinen Tausenden Besuchern wird es weiter geben. Bis aber die Wiedereröffnung der Wirtschaft möglich wird, braucht es Zeit. Die Sanierung sei teuer und er rechne, dass die Arbeiten rund ein Jahr in Anspruch nehmen werden, sagte Martin Leibhard, Geschäftsführer in der Inselkammer-Gruppe. Schließlich habe es einen jahrelangen „Investitionsstau“ gegeben.

Auch die Gemeinde Grasbrunn hat Interessen, die es zu berücksichtigen gilt. So ist es kein Geheimnis, dass Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) seit längerem darüber nachdenkt, am Tennisareal ein neues Gewerbegebiet auszuweisen. Er hält das Areal für sinnvoll, der Verkehr in und aus dem Gewerbegebiet nicht durch Wohngebiete fließen müsste. Außerdem gibt es dort „einige Ecken, die nicht gerade durch Schönheit glänzen“, die er aber gerne aufgewertet wisse, sagte Korneder.

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