„Jetzt schau halt a bisserl typischer“: Karikaturist Franz Eder im Kulturcafé

Grasbrunn - Turmschreiber in München zu sein ist eine hohe literarische Auszeichnung. Franz Eder ist der einzige Karikaturist unter den Turmschreibern. Entsprechend groß war der Andrang im neu eröffneten Kulturcafé der Neukeferloher Bibliothek, als Büchereileiterin Sabine Dunker den Künstler präsentierte.

Alle Besucher genossen den Auftritt, denn Franz Eder kann nicht nur hervorragend zeichnen, sondern auch gut erzählen.

Auf ein reichhaltiges Leben kann der Neukeferloher zurückblicken. Er hat eine Vielzahl von Menschen portraitiert und karikiert und von vielen auch die unterschiedlichsten Reaktionen erhalten. Von positiv bis negativ wie er stets lächelnd zu berichten wusste. Und trotz der vielen „Großkopferten“ mit denen er zu tun hatte, ist er ein ganz bescheidener Mensch geblieben, was ihn noch sympathischer macht.

Von Horst Seehofer wurde er für eine Karikatur mit Krone ebenso gelobt wie von Edmund Stoiber, auch wenn der sich als zu kantig dargestellt empfand. Bayerns früherer Umweltminister Otmar Bernhard nutzte eine Karikatur sogar für sein Wahlplakat, und Maria Hellweg widmete Eder ein Gedicht. Helga Feddersen holte ihn ans Hamburger Operettenhaus, und bei einer Zeichensitzung stritten zwei über 80-Jährige wie die Herren Müller-Lüdenscheid und Kloebner in Loriots Badewannensketch darüber, wer zuerst gemalt werden darf.

Eine Rarität hatte Eder dabei, ein Ausstellungsplakat von 1998 aus Grasbrunn, auf dem Altbürgermeister Wilhelm Dresel abgebildet war. Diesen erheiterte das Plakat ebenso wie den neben ihm sitzenden amtierenden Bürgermeister Klaus Korneder, der zusammen mit seinem Vaterstettener Amtskollegen Georg Reitsberger ebenfalls Ziel einer Karikatur war.

Aber auch ganz normale Menschen oder die amtliche Bürokratie ist Ziel von Franz Eder. So beispielsweise eine Frau, die ihren Mann ermahnte: „Jetzt schau halt a bisserl typischer.“ Oder die Beschreibung, wie lange es in München dauert, ehe eine Straße nach einer verdienten Persönlichkeit benannt wird und wieviele Vorschriften es hierzu gibt. Insgesamt ein sehr vergnüglicher Abend, von denen es künftig viele im Kuulturcafé sgeben oll. Alle Bürger sind aufgerufen, wenn sie über ein interessantes Thema zu berichten wissen, sich mit der Bücherleitung in Verbindung zu setzen. Oder wie es Julia Blanck formulierte „Jeder der Ideen hat, soll sich bei uns melden“. Kontakt: Tel. 089/45 69 96 68. kp

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