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Harthausen aus Styropor: Das Modell des Dorfs im Jahr 1930 schauen sich  Markus (4) mit seinem Papa Hubert Karl und Opa Hans Glockler an.

Ausstellung 25 Jahre Heimatkreis

Harthausen zum Anfassen

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Beziehungsgeflechte, das Dorf aus Styropor und ein Heiliges Grab: Was das alles mit Harthausen zu tun hat, zeigt der Heimatkreis zum 25-jährigen Bestehen.

Harthausen – Der Heimatkreis Harthausen leistet wichtige Dokumentationsarbeit und ist Zeuge der Entwicklung des Dorfes. Das „Herz“ der Gruppe ist Josef Karl, der sagt: „Heimat und Geschichte sind mein Leben.“ Karl ist Landwirt. In Harthausen geboren und stolz, eine der letzten Hausgeburten gewesen zu sein. Harthausen ist seit 64 Jahren sein Lebensmittelpunkt. Er kennt jeden, und jeder kennt ihn.

Davon profitiert er in seiner Funktion als Vorsitzender des Heimatkreises, den es heuer seit 25 Jahren gibt. 22 Jahre davon fungiert Karl als Vorsitzender. Wenn er um Unterstützung durch Fotos oder Gegenstände bittet, dann stöbern die Harthauser in ihren Kellern und Alben und liefern. „Nur so ist es möglich, die umfangreichen Ausstellungen machen zu können“, betont Karl. Diese gibt es seit 1999 jedes Jahr zu Themen wie „Sterbebilder“ (2000), „Hochzeiten“ (2006), „Landwirtschaft im Wandel“ (2008) oder „Kriegszeiten und die Folgen“ (2012).

Zeittafel der besonderen Art: Vorsitzender Josef Karl mit einer Baumscheibe, an der die wichtigsten Ereignisse in Harthausen festgesteckt wurden.

Die diesjährige Schau im Harthauser Bürgerhaus zeigte zum 25-jährigen Jubiläum von jeder bisherigen Ausstellung ein bisschen. Die Arbeit einer jeden Ausstellung steckt in drei dicken Ordnern und unzähligen Exponaten: vom alten Kohle-Bügeleisen bis hin zum Schalk, dem bäuerlichen Hochzeitskleid. Ein Höhepunkt ist die Ausstellung „Häuser“, in dem das 2007 verstorbene Ehrenmitglied Hans Leibig Ein Styropor-Modell von Harthausen im Jahr 1930 gebaut hat.

Karls Enkel Markus weiß schon mit vier Jahren die Hausnamen und kennt auch den kleinen Fehler auf dem Modell. „Denn einen Maibaum hatten wir 1930 nicht stehen“, erklärt Opa Karl. Seltenheitswert haben auch die Sterbebilder. Von 1993 bis heuer starben 147 Harthauser. „Das älteste Sterbebild geht ins Jahr 1880 zurück, damals waren noch keine Bilder drauf, und sie hatten die Größe einer Briefmarke“, erzählt der Vorsitzende.

Viele Harthauser wollen ihre Schätze nach den Ausstellungen wieder zurück haben, „sie schätzen ihre Schmuckstücke. Nur weniges liegt achtlos im Keller“.

Josef Karls Arbeit basiert auf großem privatem Engagement und Einsatz, in Matrikel- und Kirchenbüchern zu stöbern ist „für ihn interessanter als ein Krimi am Sonntag. Im Winter sitz’ ich oft bis Mitternacht“, erzählt er.

Viele der gesammelten Raritäten lagern bei Karl zu Hause oder im Archiv des Vereins im Bürgerhaus. Zum 1200-jährigen Harthauser Gründungsfest vor vier Jahren organisierte der Vorsitzende nicht nur ein großes Landwirtschaftsfest, der 147 Mitglieder starke Verein brachte auch eine 360-seitige Ortschronik heraus. Nachwuchssorgen hat der Heimatkreis nicht, „immer wieder kommen Neue hinzu. Die Alteingesessenen sind sowieso dabei, deren Kinder kommen hinzu, aber auch die Neubürger sind interessiert“. Seit Beginn von Karls Amtszeit hat sich die Mitgliederzahl fast verdreifacht.

Neugierig ist auch Anna Scognamiglio, die seit vier Jahren in Harthausen wohnt und die auf eine große Wand gespannten Fäden studiert. Jeder Faden zeigt auf, wer in welchen Hof hineingeheiratet hat, „das ist ein ganz schönes Geflecht“, sagt Scognamiglio. Auch das „Heilige Grab“ in der St. Andreas Kirche hat es ihr angetan. Alle zwei Jahre an Ostern bauen acht Vereins-Mitglieder stundenlang das vier Mal vier Meter große Heilige Grab mit den Glaskugeln im Altarraum der Kirche auf. Das 1868 gebaute Grab wurde auf Initiative des Heimatkreises 2003 restauriert. Bereits Karls Vater hat das Grab aufgebaut, „diese Tradition mussten wir doch aufrechterhalten“. Für das nächste Jahr hat der Verein Möschenfeld ins Auge gefasst, genauer gesagt die Kirche St. Ottilie. Die feiert 2019 nämlich ihren 1200. Geburtstag.

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