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Ein Blick ins Schlafzimmer zu Omas Zeiten gewährt die Ausstellung.

Ausstellung in Harthausen zeigt Leben anno dazumal

Ein Blick in Omas Welt

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Harthausen – Tür zu einer anderen Welt: Wie die Großeltern gelebt haben, ist im Bürgerhaus zu sehen. Viele Harthauser haben dafür ihre Speicher geplündert.

Miele steht für deutsche Haushaltstechnik mit Qualität. Der Name ist in vielen Waschküchen zu finden. Miele zählt zu den bekanntesten und größten Herstellern von Waschmaschinen. Am Anfang wurden die Geräte noch durchnummeriert. Die Nummer 35, das 35. Exemplar ihrer Serie, dient nun als einzigartiges Schmuckstück der Ausstellung „Der Haushalt meiner Oma“ im Harthauser Bürgerhaus. Die Schau ist noch am Montag (18 bis 19.30 Uhr) ein letztes Mal zu sehen. 

Dem Leben und Haushalt anno dazumal hat sich der Harthauser Heimatkreis unter der Leitung von Sepp Karl gewidmet. Mit viel Fleiß und Akribie ist eine sehenswerte Ausstellung entstanden. 

Alfons Bauer senior kann sich noch gut daran erinnern, als die Miele-Waschmaschine Nummer 35 zu seinen Eltern auf den Hof kam. „Es muss so 1956 gewesen sein“, schätzt Bauer. Der damals Fünfjährige hat seinerzeit fasziniert zugesehen, wie sich die vier Arme gedreht haben, die statt einer Trommel die Wäsche in Bewegung hielten. Rund zehn Jahre blieb sie in Betrieb, ehe ein komfortableres Exemplar auf dem Hof Einzug hielt. Trotzdem wurde sie immer verwahrt – und funktioniert heute noch. Das beweist Bauer den staunenden Zuschauern. 

Sogar als ein Vertreter von Miele die überwiegend aus Holz gefertigte Maschine haben wollte, lehnte die Familie Bauer ab. Die Miele-Maschine geben sie nicht her. 

Für die umfangreiche Ausstellung aber schon. Sie ist eine besondere Rarität unter vielen Exponaten. Für die Schau war viel Vorarbeit nötig. Die Verantwortlichen des Heimtkreises riefen alle Harthauser auf, auf Speichern und in Kellern nachzuschauen, was dort aus Omas Zeit schlummerte. 

Die Resonanz war groß. So kamen ein komplettes Schlafzimmer, eine Vielzahl von Küchengeräten, aber auch Waagen, Wärmflaschen und „Botschamperl“ zusammen. Diese Nachttöpfe werden im Boarischen Wikipedia als „a gräßane Schissl mit am Hengl, in dem Mandl un Weibal in da Nacht eahna Gschäftl varichtn kennan“ beschrieben. 

Ansehnlich aufgestellt und dekoriert wurden die einzelnen Stücke ganz im Sinne des Themas mit Rüschen-Bettwäsche, Tischdeckchen und passenden Bildern an der Wand. Wer den Raum betritt, meint, tatsächlich im Schlafzimmer der Oma zu stehen – und in eine fast vergessene Welt einzutauchen. 

Viele Exponate bleiben, wie schon bei früheren Ausstellungen, im Eigentum des Heimatkreises, der so einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Geschichte und Kultur, vor allem der Harthauser, leistet.

Franz Köppl

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