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Grasbrunner Idylle am Wilhelm-Dresel-Park. Nirgends eine Gefahr für Berliner Touristen in Sicht.

Wegen Nachbarort Zorneding

Berliner hat Angst vor Urlaub in Grasbrunn

Grasbrunn – Eigentlich plante er nur einen entspannten Familienurlaub in der Wildnis des oberbayerischen Grasbrunn. Die „Abgeschiedenheit“ und „wilde Natur“ wollte der Berliner Ingenieur erleben, dem Trubel der Großstadt entfliehen. Auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten in der Region wurde er aber stutzig: Grasbrunn? Nur 15 Minuten entfernt von Zorneding? War da nicht was in den Medien?

Der gläubige Christ aus der Bundeshauptstadt war „fassungslos“. Morddrohungen gegen einen Pfarrer aus dem Kongo? Zutiefst erschüttert und am anstehenden Urlaubsziel zweifelnd, wandte er sich in einer E-Mail an die Bürgermeister aus Grasbrunn und Zorneding: „Soll ich meinen Urlaub noch antreten? Kann man sich als Tourist in Grasbrunn noch sicher fühlen?“

Innerhalb von Sekunden wurde für den Berliner das idyllische Grasbrunn mit seiner atemberaubenden Natur zu einem unbehaglichen Ort, an dem Pöbeleien und Übergriffe auf der Tagesordnung stehen. Aus den „einfachen bayrischen Menschen“, deren „Urwüchsigkeit“ er zuvor noch so geschätzt hatte, wurde plötzlich ein bedrohlicher, christenverfolgender Mob. 

Christenverfolgung

Die Verwunderung im Grasbrunner Rathaus war groß ob dieser Nachricht. Hatten die Bedenken wirklich private Gründe oder war das Ganze ein Test, wie man mit solch einer Anfrage umginge? Da der Absender nur ein Namenskürzel angab, war das für Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) nicht ersichtlich. Er fragte nach. Ohne zu vergessen, die Besorgnisse des Familienvaters zu zerstreuen: „Im gesamten Landkreis München ist ein großes Maß an Solidarität festzustellen“, schrieb er.

Morddrohung gegen Pfarrer

Die Drohungen gegen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende gingen von einer Einzelperson aus, ein Rückschluss auf die Einstellung der Bürgerschaft lasse sich nicht ziehen.

Ob nun hinter dieser Anfrage wirklich ein ernsthaft besorgter Familienvater steht oder es sich um einen Scherz handelt – die Anonymität des Internets verwehrt eine endgültige Antwort. Auch wenn der Ingenieur beteuert, sich aus privaten Motiven an den Bürgermeister gewandt zu haben und in keinster Weise, um die Menschen in der Region „zu diskreditieren, zu verunsichern oder Späße zu treiben“, bleibt für Korneder ein fader Beigeschmack. „Aus einer Kleinigkeit wird hier eine große Nummer gemacht“, sagte der Bürgermeister.

Für den besorgten Berliner hatteKlaus Korneder aber noch eine gute Nachricht: „Sofern Sie also beabsichtigen, in der Region Ihren Urlaub zu verbringen, so steht dem nichts im Wege.“

Zornedings Bürgermeister Piet Mayr war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Michael Hoffmann

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