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Besonders übler Fall

Betrüger terrorisieren alten Herrn und ergaunern Schmuck

  • Günter Hiel
    vonGünter Hiel
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Gnadenlos und hinterlistig haben Betrüger einem über 80-Jährigen Grasbrunner vorgegaukelt, dass sein Sohn in einer Notlage sei und ihm so seinen Goldschmuck abgeluchst.

Grasbrunn –Die Täter haben den alten Herrn, der glaubte, am anderen Ende der Leitung sei sein Sohn selbst, regelrecht mit Anrufen terrorisiert und so lange nicht locker gelassen, bis sie ihre Beute hatten.

Anonymer Anrufer gibt sich als Sohn aus

Am Donnerstag, 4. Juni, gegen 10 Uhr, erhielt der Rentner einen Anruf einer anonymen Telefonnummer auf seinem Festnetztelefon. Er ging davon aus, dass es sich bei dem Anrufer um seinen Sohn handeln würde, meldet die Polizei. Der Anrufer erzählte, er müsse einen größeren Betrag für eine Wohnung anzahlen, sei aber finanziell in der Klemme. Der Rentner sagte seinem vermeintlichen Sohn treuherzig, dass er lediglich mehrere Tausend Euro auf dem Girokonto habe.

Zweimal fährt der alte Herr zur Bank

Gegen 11 Uhr fuhr der alte Herr dann mit seinem Nachbarn zu seiner Bank, diese war jedoch geschlossen. Gegen 14 Uhr fuhr er erneut zur Bank, diesmal alleine und mit dem Bus. Er wollte mehrere Tausend Euro abheben, allerdings ist ihm seine PIN nicht mehr eingefallen, weshalb er das Bargeld nicht abheben konnte. Der angebliche Sohn rief aber im Laufe des Vormittags mindestens zehnmal an, immer mit anonymer Nummer. Und er ließ nicht locker, fragte den „Papa“ schließlich nach Schmuck.

Sohn droht angeblich schon der Gerichtsvollzieher

Während dieses Telefonats übernahm ein anderer Unbekannter das Gespräch. Eine Art Gerichtsvollzieher, so wie es der Rentner laut Polizei verstanden hatte. Dieser habe nach dem Gewicht des Goldschmucks gefragt. Der alte Herr wog seinen Schmuck und teilte das Gewicht mit. Der Anrufer, von dem der Rentner immer noch glaubte, es sei sein Sohn, erklärte, dass er nicht persönlich vorbeikommen könne, er aber eine Dame schicken würde, die den Schmuck abholt.

Kontrollanruf kommt zu spät

Gegen 17 Uhr stand dann eine Frau vor der Tür, und der Rentner übergab eine Stofftasche mit seinem Goldschmuck. Leider erst danach rief er seinen Sohn an; sicherheitshalber. Da stellte sich sofort heraus, dass er einem Betrug zum Opfer gefallen war.

Polizei gibt Warnhinweise

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang dringend davor, angeblichen Verwandten, die sich lediglich telefonisch melden, für etwaige Investitionen Geldbeträge zur Verfügung zu stellen. Die Angerufenen sollten unbedingt Rücksprache mit Vertrauenspersonen halten oder sich direkt an die Polizei wenden, unter der Notrufnummer 110. Gesundes Misstrauen sei dringend geboten. Niemals sollte man Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben – und auf gar keinen Fall Unbekannten Geld oder Wertgegenstände übergeben.

Vorsicht: Manche Betrüger geben sich auch als Polizisten aus!

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