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Wer wars? Aus der harmonischen Weihnachtsfeier wird nichts. Der Hausherr ist tot. Die acht Frauen verdächtigen sich gegenseitig.

Stück feiert heute Premiere

Brillanter Zickenkrieg:  Harthauser Dorftheater bringt „Acht Frauen“ auf die Bühne

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Das Harthauser Dorftheater bringt mit „Acht Frauen“ ein Stück auf die Bühne, das sich an die gleichnamige Kult-Komödie anlehnt. Eine gelungene Interpretation, findet unsere Autorin.

Harthausen – Gleich vorweg: das Stück „Acht Frauen“ des Harthauser Dorftheaters ist großer Theaterspaß. Es wird geschossen, geraucht, gerauft und gelogen, es ist eine helle Freude bei gut zwei Stunden Zickenkrieg von allerfeinster Güte. Dass der gleichnamige Film mit hochkarätiger Starbesetzung von Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart bis hin zu Fanny Ardant Oscar nominiert war, dürfte die Neugier darauf nur wecken, wie die acht Harthauser Frauen das Stück umgesetzt haben, das heute Abend Premiere feiert.

Erfrischend natürlich, keine hat sich an „ihrem“ Star orientiert und ihn zu imitieren versucht, und das ist auch gut so. Denn Melanie Schwer (Gaby), Andrea Okon (Susanne), Elisabeth Bauer (Catherine), Marianne Leibig (Mamy), Vroni Hartl (Augustine), Karin Meier (Köchin Madame Chanel), Manuela Geisreiter (Zimmermädchen Louise) und Angi Haas (Pierrette) haben ihren eigenen Charakter so gut mit den Eigenheiten der Rollen vermischt und kombiniert, dass ein köstlicher Zickenreigen entsteht.

Dieser entspricht mit Sicherheit den Vorstellungen des männlichen Publikums über weibliches Verhalten. In einer abgelegenen und verschneiten Villa auf dem Land trifft sich eine Großfamilie, das Bühnenbild herrlich bourgeois mit Tannenbaum, Sofa und Spitzendeckchen, acht Frauen und ein Hausherr, um die Weihnachtsfeiertage miteinander zu verbringen. Doch aus der harmonisch geplanten Feier wird nichts, denn man findet zum Entsetzen aller den Hausherrn, Gabys Ehemann Marcel, liegt mit einem Messer im Rücken in seinem Bett.

Damit nicht genug: Das Telefon funktioniert nicht mehr, beim Auto sind die Kabel durchtrennt, die sonst wachen Hunde sind betäubt und das Hoftor verschlossen. Jede der acht Frauen ist verdächtig, jede hätte ein Motiv, ob Ehefrau, Töchter, Schwester, Schwiegermutter, Schwägerin, Köchin oder Zimmermädchen. So harren sie im Wohnzimmer aus, rätseln und verdächtigen sich gegenseitig: Wer ist die Mörderin und was war das Motiv?

Nach und nach wird klar, dass jede in Frage kommt. Melanie Schwer schlüpft gekonnt in die Rolle der snobistischen Ehefrau, die sich als Ehebrecherin entpuppt. Nur die Aktien von ihrer Mamy, gespielt von Marianne Leibig, hätten Marcels Firma vor der Pleite gerettet. Die Rolle von Gabys unverheirateter und dadurch verhärmter Schwester Augustine ist Vroni Hartl mit affektierten Gefühlsausbrüchen auf den Leib geschneidert. Ebenso verkörpert Manuela Geisreiter als das verführerische und zum Teil schnippische Dienstmädchen hervorragend. Andrea Okon als Tochter Susanne bringt mit scharfem Verstand à la Hercule Poirot stets Ordnung in das Wirr-Warr.

Das burschikose Nesthäkchen der Familie, Catherine, gespielt von Elisabeth Bauer, brilliert vor allem in ihrer Schlussszene. Perfekt auf Angi Haas passt die als leicht frivole und süffisante Schönheit auftretende Pierrette, der Gegenpol, die Köchin Madame Chanel wird von Karin Meier wunderbar als das „Unschuldslamm“ in der Frauenriege verkörpert.

Regisseur Florian Freytag hat bei der Verteilung der Rollen „seiner“ acht Frauen ein glückliches Händchen bewiesen, 28 anstrengende Proben münden in einem kurzweiligen Theaterabend. „Es war nie meine Absicht, den Film auf die Bühne zu bringen“, betont Freytag. „Das sollte ein eigenständiges Stück werden.“ Und es ist gelungen, die acht Harthauserinnen parodieren mit theatralischer Gestik und weiblicher Grandezza die Klischees. die „Acht Frauen“ sind kurzweiliger Sarkasmus gespickt mit kriminalistischer Spannung voller Wendungen.

Vorstellungen

Auf die Premiere am Freitag, 26. April, im Harthauser Bürgersaal folgen Vorstellungen am 27. und 30. April, 3. und 4. Mai sowie am 10 und 11. Mai und am 17. und 18 Mai. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Der Erlös der Premiere geht zugunsten der Tagespflege der Nachbarschaftshilfe Vaterstetten.

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