Bürgerversammlung in Grasbrunn
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Wenig los auf der Bürgerversammlung in Grasbrunn.

Bürgerversammlung

Corona schreckt Grasbrunner ab

  • Bert Brosch
    vonBert Brosch
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Nur 35 Besucher besuchten die Grasbrunner Bürgerversammlung –die Gemeinde ist finanziell noch gut aufgestellt.

Grasbrunn – 60 Bürger hätten in den Gemeindesaal zur Bürgerversammlung kommen dürfen, doch fehlende Info-Stände der Vereine, strenge Corona-Maßnahmen sowie die Möglichkeit, die gesamte Veranstaltung auf der Homepage der Gemeinde am nächsten Tag anzuschauen, schreckten die Grasbrunner ab. Gerade mal 35 waren gekommen, ihre Anfragen gingen von Parkplätzen über schlechte Buszeiten bis zum Wertstoffhof.

Landrat Christoph Göbel (CSU) ist erfreut über die „enorme Unterstützung und Solidarität unter allen 29 Gemeinden des Landkreises bei den Corona-Maßnahmen“, nur so habe man eine so niedrige Infektionsrate erzielen können. „Wir müssen unter allen Umständen einen zweiten Lockdown verhindern, der erste zeigt jetzt schon deutliche Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit, ein zweiter wäre für unsere Wirtschaft fatal“, sagte Göbel. Zum Thema Lkw raus aus den Ortsdurchfahrten gebe es eine große Arbeitsgruppe, „doch ein Lkw-Verbot können wir nicht einfach erlassen, ohne eine Ersatzstrecke anzubieten, bis Mitte 2021 haben wir da hoffentlich erste Ergebnisse.“ Stefan Jochim, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Haar, beglückwünschte Grasbrunn, „auch in den ersten neun Monaten 2020 die Spitzenposition als sicherste Gemeinde unserer Inspektion gehalten zu haben.“

Gabriele Meier hätte gerne eine Förderung durch die Gemeinde für ihre private E-Ladestation.

Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) begann den Abend mit Statistik: „Grasbrunn ist um 130 Einwohner auf 6956 geschrumpft“, so Korneder. Der Durchschnitts-Grasbrunner ist 42,4 Jahre „jung“, verbraucht 141 Liter Wasser täglich und jeder 17. hat einen Hund. „Wir haben 79 unterschiedliche Nationen im Ort, die meisten kommen aus Österreich vor Kroatien und Italien. Wir sind eine traditionelle, junge und moderne Gemeinde mit internationaler Bevölkerung.“ Bei der Kinderbetreuung kümmern sich 100 Mitarbeiter um 500 Kinder, der Kindergarten hat noch freie Plätze, beim Hort stehen drei Kinder auf der Warteliste. Die Postfiliale konnte in der Bäckerei Erol in der Gartenstraße gehalten werden, die Urnenstelen auf dem Friedhof sind fertig und werden am 22. Oktober geweiht.

Hartmut Lilge will eine schnellere Busverbindung von Harthausen zur S-Bahn nach Haar.

Für das Baugebiet im Zentrum gebe es noch keinen Planentwurf, die Freiflächen-PV-Anlage auf dem Gelände des Kieswerks werde gerade vom Landratsamt geprüft. Der Neubau von 18 barrierefreien Wohnungen in Harthausen für Gemeindebeschäftigte verzögere sich weiter, Korneder hofft auf einen Abriss bis zum Frühjahr 2021. Noch in diesem Jahr soll die Erschließung der Gewerbeflächen in Keferloh erfolgen, das Gelände gehört mittlerweile komplett einem Investor. „Corona führte nicht nur zu vielen Maßnahmen und Verunsicherung, sondern auch zu einer unglaublichen Solidarität im Ort: Botengänge, Einkäufe, Masken nähen, Teststation – das war einfach toll“, sagte Korneder. Finanziell habe das Virus in diesem Jahr noch nicht viel verändert, bei der Gewerbesteuer liege man um 2,9 Millionen Euro deutlich im Plus, die Defizite von 850 000 Euro bei Einkommen- und Umsatzsteuer könne man damit ausgleichen. Auch die Rücklagen werden wohl immer noch gut 14 Millionen Euro betragen. „Die echten Auswirkungen kommen erst 2021 und 2022“, prophezeite Korneder.  

Zwischen den Gemeinden Putzbrunn und Grasbrunn fehlt entlang der Putzbrunner Straße ein großes Stück Radweg. Beide Gemeinden sind sich einig, dass dieser Weg gebaut werden muss, doch die Autobahndirektion Südbayern bremst.

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