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Frisch renoviert: Die beiden Forsthäuser standen über Jahre leer. Schon bald ziehen hier 19 Flüchtlinge ein.

Ein Zuhause für 19 Personen

Drei syrische Familien ziehen in ehemalige Forsthäuser

Harthausen - Ein neues Zuhause haben drei syrische Familien gefunden. Sie werden in den renovierten Forsthäusern im Harthauser Ortsteil „Beim Forstwirt“. Doch der Standort sorgt für Verwunderung.

Die Renovierung der beiden ehemaligen Forsthäuser im Harthauser Ortsteil „Beim Forstwirt“ ist gerade abgeschlossen. Und schon bald ziehen 19 neue Bewohner in die drei frisch renovierten Wohnungen. Wie der stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch beim Neujahrsempfang der Grasbrunner CSU mitteilte, werden dort drei als Flüchtlinge anerkannte syrische Familien untergebracht.

Der CSU-Ortsvorsitzende Michael Hagen kann die Standortwahl nicht nachvollziehen. Er könne nicht ganz verstehen, warum man in einem kleinen Ortsteil wie „Beim Forstwirt“ mit nur 27 Einwohnern 19 Flüchtlinge einquartiert. Zwar müsse die Gemeinde deutlich mehr Flüchtlinge unterbringen als bisher, um ihre Quote zu erfüllen, räumte Hagen ein. „Aber doch nicht am äußersten Rand der Gemeinde ohne jegliche Infrastruktur. Da draußen gibt es keinen Bus, keinen Radweg und keine Einkaufsmöglichkeit – wie sollen die Menschen das bewerkstelligen?“ Vom Landratsamt habe er auf diese Frage bisher auch noch keine Antwort erhalten.

Das Landratsamt ist allerdings gar nicht zuständig für die Unterbringung der syrischen Familien in Harthausen. Vielmehr sei das eine Maßnahme der Regierung von Oberbayern, verdeutlichte Vize-Landrat Weidenbusch beim Neujahrsempfang im Gasthaus „Forstwirt“, in unmittelbarer Nähe zu den neuen Flüchtlings-Häusern. Der Freistaat verfügt bayernweit insgesamt über rund 3000 ungenutzte Häuser und Wohnungen. Um Asylbewerber möglichst rasch aus Traglufthallen und Containern herauszubekommen, werden diese Wohnmöglichkeiten im Rahmen des Sofortprogramms für anerkannte Flüchtlinge mit Bleiberecht sukzessive umgebaut, renoviert und genutzt. So eben auch in Harthausen.

Die Forsthäuser standen mehrere Jahre lang leer und wurden in den vergangenen Wochen und Monaten entrümpelt, die Öltanks wurden entsorgt und Innen- und Außenwände gestrichen. Zudem wurden einige Bäume und Sträucher rund um die Häuser gerodet. Die Maßnahmen hatten den gewünschten Erfolg, urteilte Standort-Skeptiker Hagen. Aus seiner Sicht waren die Häuser zuvor mehr oder weniger abbruchreif. Aber: „Das wurde toll renoviert“, sagte Hagen. „In den kommenden Wochen“, so ergänzte der stellvertretende Landrat Weidenbusch, sollen die drei syrischen Familien daher in die 120 und 80 Quadratmeter großen Appartements einziehen.

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