+
Habe die Ehre. Den bayrischen Löwen nimmt Albert Ostler (l.) aus Garching, Vorsitzender der Keferloher Freunde, entgegen. Einen Keferloher Krug mit der Aufschrift „Nummer 1“ bekommt Markus Söder (Mitte). Michael Hagen, Dritter Bürgermeister der Gemeinde Grasbrunn, winkt mit dem traditionellen Strohhut der Keferloher Freunde.

Oberbayerischer Heimatpreis

Ein Löwe für den Keferloher Montag

  • schließen

Heimatminister Markus Söder (CSU) hat die Keferloher Freunde mit dem „Heimatpreis Oberbayern“ ausgezeichnet, weil sie die Tradition des Bauernfeiertags „Keferloher Montag“ wiederbelebt haben.

Keferloh–  Söder empfing den Vorsitzenden Albert Ostler und Grasbrunns Dritten Bürgermeister Michael Hagen im Rosenheimer Ballhaus und überreichte Ostler den Preis in Form eines weißen Porzellanlöwen.

„Die Preisträger stehen dafür, dass Brauchtumspflege auch im Zeitalter der Digitalisierung Teil des modernen Lebensgefühls ist“, betonte Söder in seiner Begründung. 2016 war Söder selbst als Festredner beim Keferloher Montag vor gut 2000 Gästen im Bierzelt aufgetreten, wie vor ihm schon Angela Merkel oder Edmund Stoiber.

Die Keferloher Freunde, die aktuell etwa 20 Mitglieder haben, organisieren und koordinieren den Keferloher Montag, der auf eine über 1050-jährige Geschichte zurückblickt und im Jahr 955 erstmals als Viehmarkt stattgefunden haben soll.

Vorsitzender Albert Ostler überrascht - und höchst erfreut

„Ich war völlig überrascht“, erzählt Ostler von der unverhofften Einladung aus dem Ministerium. „Wir haben uns über die Auszeichnung sehr, sehr gefreut. Das Ganze ist aber der Verdienst meines Vorgängers und aller Mitglieder“, sagt Albert Ostler. Der Garchinger hat im Herbst Klaus Rieger als Vorsitzenden abgelöst, der aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

Das Besondere am Keferloher Montag sei das Treffen der Landwirte, betont Albert Ostler, Geschäftsführer der Hausladen Agrar Handels- und Mälzerei GmbH in Heimstetten. „Wir wollen den Festtag künftig wieder mehr an der Landwirtschaft ausrichten.“ Er hofft, „dass dann auch wieder mehr Landwirte kommen“. Politikerreden könne man auch woanders hören.

Über 1000 Jahre Tradition

Seit dem 11. Jahrhundert ist der „Keferloher“ an jedem ersten Montag im September ein Markt mit Volksfestvergnügen. Er war zwischenzeitlich der größte und wichtigste Pferde- und Viehmarkt des Oberlandes. Die Keferloher Freunde haben die alte Tradition wiederbelebt.

An diese Tradition anknüpfend soll es, wie Albert Ostler ankündigt, im September wieder ein Wettpflügen der Landwirte geben. Früher war das „Preisackern“ Teil der landwirtschaftlichen Abschlussprüfung. Um die Wette zogen die angehenden Gesellen mit einem Ochsengespann eine Furche im Acker.

Klaus Rieger aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn sieht in dem Preis eine „Anerkennung und Unterstützung“. Er freut sich zudem, dass die Augustiner Brauerei und die Familie Inselkammer den Gasthof Gut Keferloh jetzt wieder eröffnet haben. „Die Räume sind sehr schön. Das zieht umso mehr Leute nach Keferloh.“

Weitere Preisträger

Weitere sieben Vereine wurden in Rosenheim ausgezeichnet: die Froschhamer Zunft e.V., der Gebirgs- und Volkstrachtenverein Ilmtaler Pfaffenhofen, die Herzogstadt Burghausen e.V., das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern, die Tölzer Leonhardifahrt und der Volksmusiktag Mittendrin zusammen mit dem Kulturverein Mittendrin.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Golf-Fahrerin rammt Linienbus
Beim Abbiegen ist eine Golffahrerin aus München mit einem Linieenbus zusammengestoßen.
Golf-Fahrerin rammt Linienbus
Schon wieder: Lkw-Unfall auf der A99
Erneut sind auf der A 99 zwei Sattelzüge aufeinander geprallt. Diesmal in Höhe Kirchheim. An der Unfallstelle bildete sich ein Stau.
Schon wieder: Lkw-Unfall auf der A99
Bootfahren auf der Isar wieder erlaubt
Das Befahren der Isar im Landkreis München ist ab sofort wieder erlaubt.
Bootfahren auf der Isar wieder erlaubt
Das große Bäckersterben - und wie dieser Taufkirchner dagegen kämpft
Immer mehr Bäcker in Deutschland geben ihren Betrieb auf. Konkurrenzdruck und Nachwuchsmangel machen ihnen zu schaffen. Stirbt eines der traditionsreichsten Handwerke …
Das große Bäckersterben - und wie dieser Taufkirchner dagegen kämpft

Kommentare