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Die Gelbe Karte gibt es zu sehen, wenn es die Barrierefreiheit fehlt oder missachtet wird.

Gelbe Karte für Hürden und Hindernisse

Längst nicht überall im Ort ist die Barrierefreiheit sichergestellt. Eine Ortleitbildgruppe will das ändern.

Grasbrunn – Hohe Bordsteine, fehlende automatische Türöffner, steile Rampen oder als Putzraum fehlbelegte Behindertentoiletten – das alles soll es in Grasbrunn nicht mehr geben. Die Leitbildgruppe „Barrierefreies Grasbrunn“ hat viel vor. Und hat jetzt, bei einem Treffen, konkrete Vorschläge für mehr Barrierefreiheit im Ort vorgelegt. So soll, wer unberechtigt auf einem Behindertenparkplatz steht, die Gelbe Karte bekommen.

Mit der Karte wird höflich, aber eindeutig, darauf hingewiesen, dass Behindertenparkplätze freizuhalten sind. Mit Verwarnung kommt der Fahrer vergleichsweise glimpflich davon, würde dieses Falschparken mit der zulässigen Ordnungswidrigkeit und dem Abschleppen geahndet, würde es teuer.

Doch der Gruppe geht es nicht nur um diesen Aspekt. Es geht ganz grundsätzlich darum, Barrieren zu schleifen, die Menschen mit Handicap im öffentlichen Alltag einschränken.

Hans-Christof Förster beispielsweise hätte ohne fremde Hilfe erst gar nicht am Treffen der Leitbildgruppe teilnehmen können. Denn die gut drei Zentimeter hohe Kante und die beiden schweren Eingangstüren zum Neukeferloher Bürgerhaus, für die er, weil ein automatischer Türöffner fehlt, beide Hände bräuchte, sind für ihn und seinen Rollator schier unüberwindbare Hindernisse.

Und genau um solche Schwachstellen im Ort geht es der Arbeitsgruppe: „Wir wollen vor allem von den betroffenen Bürgern, die dauerhaft oder auch kurzzeitig eine Behinderung haben und auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen, mit Krücken oder einem Kinderwagen unterwegs sind, erfahren, welche Verbesserungswünsche sie haben. Statistische Daten gibt es nämlich keine“, sagte die Wirtschaftsförderin der Gemeinde, Iris Hagen. Sie führt die Ortsleitbildgruppe.

Die Gruppe plant, mit Betroffenen eine Ortsbegehung der Gemeinde, um zu sehen, wo es überall Hürden und Hindernisse gibt, die einer Barrierefreiheit im Wege stehen. Als Erstes nehmen sie das Rathaus unter die Lupe. Es geht aber auch um eine barrierefreie Website der Gemeinde, in die sich einfach einfügen lässt, ob und wo Behindertenparkplätze vorhanden sind, wo es eine Rampe gibt oder eben auch nicht.

„Das ist eine große Hilfe, wenn sich die Menschen schon im Vorfeld informieren können“, sagte der Referent, VdK-Mitarbeiter Eberhard Grünzinger. Er gab Tipps, wie die Gruppe anhand eines einfachen Fragebogens selbst Mängel erkennen kann: Lichtschalter, die zu hoch oder zu tief angebracht sind, fehlende Handläufe, zu steile Rampen oder auch zu hohe Bordsteinkanten, sind in der Regel Barrieren, die sich schnell ausmachen lassen. Mitglieder des VdK können sich bei Grünzinger zum Berater für Barrierefreiheit schulen lassen, 50 gibt es davon mittlerweile in ganz Bayern.

„Uns geht es auch darum, in der breiten Bevölkerung das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass nicht alle uneingeschränkt mobil sind“, sagte Iris Hagen. Derzeit erarbeiten die gut zehn Aktiven der Leitbildgruppe ein eigenes Logo, in dem sich Menschen mit Behinderung, Familien und Kinder gleichermaßen integriert sehen sollen.  sab

Ansprechpartner

für die Gelbe Karte ist die Ortsleitbildgruppe. Die Gruppe ist per Mail zu erreichen: barrierefreiesgrasbrunn@grasbrunn.de.

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