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Eigentlich alles klar. Oder? Offenbar nicht. Trotz Tempo-30-Schildern und dem Durchfahrtsverbot für Brummis über 7,5 Tonnen, fahren immer wieder zu schwere Lkw oder zu schnelle Autos durch die Zornedinger Straße, bemängeln Anwohner.

Zornedinger Straße in Harthausen

Anwohner beschweren sich: Schilder stoppen Raser und Brummis nicht

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Schilder stehen in der Zornedinger Straße genug. Trotzdem fahren Autos zu schnell und zu schwere Lkw durch die Straße, monieren die Anwohner. Die Gemeinde könne nicht mehr tun, heißt es.

Grasbrunn – Wer in die Zornedinger Straße in Harthausen abbiegt, dem springen sie praktisch ins Gesicht, die Verkehrsschilder. Tempo 30, Durchfahrtsverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen, „Vorsicht spielende Kinder“ und ein Taferl mit der Aufschrift „Radarkontrollen“. Das alles hilft aber offenbar nichts gegen die täglichen Raser und unzähligen schweren Brummis, die durch die Straße steuern. Jetzt fordern die Anwohner von der Gemeinde Grasbrunn, dass sie endlich etwas dagegen tut.

Über 30 Bewohner der Zornedinger Straße haben einen offenen Brief an die Gemeinderäte unterschrieben. Darin heißt es, dass sie erfreut darüber waren, als die Gemeinde ein Durchfahrt-Verbot für Lkw über 7,5 Tonnen aufgestellt habe. Ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, ärgert sich jedoch darüber, dass sich viele schwere Lastwagen an dieses Verbot überhaupt nicht halten. „Das beginnt früh morgens um fünf Uhr und geht den ganzen Tag durch – aus Richtung Zorneding ebenso wie von der anderen Seite.“ Nachbar Oliver Gasa ergänzt: „Das wissen alle, dass hier nie kontrolliert wird, weder das Durchfahrtverbot noch die Geschwindigkeit. In der Straße wohnen viele Kinder, und hier rasen Autos, Lkws und Motorräder mit hohem Tempo durch, vor allem aus Zorneding.“

„Ich habe den Lufthauch des Seitenspiegels gespürt“

Viktoria Schreiner berichtet, dass sie kürzlich beim Verlassen ihres Grundstücks beinahe über den Haufen gefahren wurde. „Die Kurve vor unserem Haus, die verlangsamen soll, wird von allen geschnitten. Da raste einer so knapp an mir vorbei, dass ich den Lufthauch des Seitenspiegels an meiner Backe spürte.“ Beim Gespräch mit Anwohnern vor Ort in der Straße brausen sie dann auch vorbei vorbei: Autos und Motorräder mit Kennzeichen aus Rosenheim, Ebersberg, Miesbach und Wolfratshausen, jeder schneidet die Kurve. Am Werktag sei es genau das gleiche mit den Lkw, dabei steht bereits über vier Kilometer entfernt von Harthausen, an der Abzweigung der B 304 bei Zorneding, das Durchfahrtsverbot für schwere Lkws.

Jetzt wollen die Anwohner, dass die Gemeinde endlich reagiert. Bürgermeister Klaus Korneder ist die Problematik bekannt. Man habe dies mehrfach an die Polizei gemeldet und um Kontrollen geben, sagt er. Zudem wurde die Straße verschwenkt, um den Verkehr zu verlangsamen. „Das ist eine Anwohnerstraße, 30 die Höchstgeschwindigkeit und große Lkws verboten – mehr können wir als Gemeinde einfach nicht tun“, sagt der Rathauschef. Die Kontrolle müsse die Polizei durchführen. Doch die, sagt Korneder, „hat dafür offensichtlich kein Personal“.

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Im Juli 2018 habe die Gemeinde in der Zornedinger Straße die Geschwindigkeit gemessen, von täglich 2875 Fahrzeugen fuhren 85 Prozent nicht schneller als 39 bis 43 Stundenkilometer. „Das ist zu schnell, aber eben kein rasen.“ Korneder räumt ein, dass das Lkw-Verbot nur temporär sei wegen des schlechten Straßenzustands. „Sobald die Straße saniert ist, dürfen wieder alle fahren.“

Nur wenig Verständnis für die Anwohner zeigen einige Gemeinderäte. Karl Humplmaier (CSU), selbst aus Harthausen, sagte, kann sich nicht vorstellen, dass man in dieser Straße überhaupt schneller als 30 fahren könne. „Da parken so viele Autos, das ist zu eng.“ Für ihn sind die Anwohner „einfach zu verwöhnt, denn viel Verkehr gibt es in allen Straßen des Ortes und ein Lkw-Durchfahrtverbot hätten alle gerne“. Und Wolfgang Kainz-Huber (Freie Wähler) sagt, dass neun Kilometer im Schnitt zu schnell wirklich nicht viel sei.

Oliver Gasa und die anderen Anlieger schütteln über Aussage wie diese nur den Kopf. „Welchen Sinn machen Schilder“, sagt er, „an die sich keiner hält und die keiner kontrolliert?“

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