Franz Beckenbauer wegen gesundheitlicher Probleme nicht vernehmungsfähig

Franz Beckenbauer wegen gesundheitlicher Probleme nicht vernehmungsfähig
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Tägliches Bild: Bis zu 15 Schwerlaster rollen in der Stunden in der Ekkehartstraße am Haus von Franziska Wiesheu vorbei. Sie macht sich vor allem Sorgen um die Sicherheit ihrer dreijährigen Tochter Charlotte. 

Grasbrunner sind sauer

Anwohner fordern: „Stoppt den Lkw-Wahnsinn“

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Seit über 30 Jahren wohnt Familie Wiesheu in der Ekkehartsstraße. Das ist eine kleine, aber gut ausgebaute Verbindung zwischen dem Grasbrunner Ortszentrum und der Staatsstraße 2079. Doch die Anwohner sind sauer. Jeden Tag wird ihre Straße ab dem frühen Morgen bis spät Abends von schwerem Lkw-Verkehr überflutet.

Grasbrunn– „Und es wird jeden Tag mehr“, sagen Peter Wiesheu und Tochter Franziska. Sie haben 102 Unterschriften gesammelt und an Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) übergeben, dass die Straße für den Lkw-Verkehr gesperrt wird. Der sagt, er sehe keine Lösung.

„Ich wache jeden Morgen um halb vier auf vom ersten schweren Brummi, der hier durchdonnert. Um die Zeit parken noch nicht so viele, da fahren sie schneller“, berichtet Franziska Wiesheu (30). Im Schnitt seien es dann jede Stunde bis spät abends 15 bis 20 sehr große Lastwagen plus die vielen kleineren Laster unter 7,5 Tonnen, dazu Unmengen von Lieferwagen und Autos mit fremden Kennzeichen. Vor allem Rosenheimer und Ebersberger Nummernschilder sind es bei den kleinen, ganz Europa bei den großen Lkw.

„Ein Sitzen im Garten im Sommer ist völlig unmöglich, Kinder auf der Straße spielen zu lassen ebenso“, sagt Wiesheu, die sich vor allem um ihre Tochter Charlotte (3) sorgt, aber auch um die vielen anderen Kinder der Straße. „Niemals würde ich Charlotte alleine zum Bus gehen lassen, wenn sie in ein paar Jahren in die Schule kommt. Wenn ich sie morgens in den Kindergarten bringe ist das lebensgefährlich, weil die riesen Laster auf die Gehsteige ausweichen, anders kommen die ja nicht durch.“

Immer wieder haben die Anwohner die Fahrer der großen Laster angehalten und gefragt, warum sie überhaupt durch ein Wohngebiet fahren, wenn sie doch auf die Autobahn oder die B 304 wollen. „Die Antwort war immer: Maut sparen, und es ist kürzer. Das kann doch nicht wahr sein“, schüttelt die Kindergärtnerin den Kopf.

Gemeinsam mit ihrer Familie hat Franziska Wiesheu in der Straße Unterschriften gesammelt und an Bürgermeister Korneder übergeben. „Wir fordern ein Lkw-Verbot für die Ekkehartstraße über 7,5 Tonnen, die sollen gefälligst auf der Staatsstraße in Richtung Keferloh und Haar fahren, dafür wurde die Umgehungsstraße ja gebaut“, sagte Peter Wiesheu. Er will sich jetzt direkt an Landrat Christoph Göbel wenden, wenn die Gemeinde nichts tun will oder nichts tun kann. „Es muss erst etwas passieren, ehe die Gemeinde reagiert“, befürchtet Franziska Wiesheu.

Bürgermeister Korneder ist sich der Situation sehr wohl bewusst, allein schon deshalb, weil er den Bauhof in der Straße regelmäßig besucht. „Das ist ein riesen Problem, doch was soll ich da tun?“ Die Ekkehartsstraße für den Lkw-Verkehr generell sperren, könne die Gemeinde nur, wenn diese aus baulicher Sicht nicht in der Lage wäre, den Verkehr aufzunehmen. „Aber die ist so gut ausgebaut, das geht also nicht. Aus Lärm- oder Umweltschutzgründen ist eine Sperrung rechtlich leider nicht möglich“, sagt Korneder.

Zudem würde eine solche Sperrung nur dazu führen, dass der Verkehr in Richtung Harthausen abbiegt, „und dann hätten die in der Möschenfelder Straße das Problem – das ist ja wohl auch keine Lösung.“ Die einzige Möglichkeit, die Korneder sieht, ist ein Verbot durch das Landratsamt, dass alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen auf der Staatsstraße bleiben müssen. „Doch da müssten Putzbrunn und Haar ebenso zustimmen, was sie wohl nicht tun werden, also ist das keine Alternative.“

Auch beim Problem des Ausweichens der Laster auf den Gehsteig sieht er keine echte Lösung. „Wenn wir da Pfosten rein rammen, dann fallen die Parkplätze weg, die die Anwohner brauchen.“

CSU-Gemeinderat Michael Hagen, der sich vor Ort mehrfach ein Bild von der Situation gemacht hat und die Anwohner in ihrem Protest unterstützt, ist für die Durchfahrtssperre für Lkw sowie die Umleitung auf die Staatsstraße 2079. „Ich kann nicht verstehen, warum der Bürgermeister bereits jetzt, bevor er etwas unternimmt, schon sagt, das geht nicht. Er ist von den Grasbrunnern gewählt und soll in Grasbrunn die Interessen durchsetzen, nicht auf die Haarer Rücksicht nehmen.“ Hagen will bis Februar abwarten, ob der Bürgermeister eine Lösung präsentiert, „ansonsten werde ich das als offiziellen Antrag im Gemeinderat bringen, dann muss er was tun.“

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