„Das bewegte Leben des Ottmar Kreitmeier“: So hieß die Biografie des Grasbrunners, der Ende Dezember im Alter von 92 Jahren gestorben ist.  archivFoto: mm
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„Das bewegte Leben des Ottmar Kreitmeier“: So hieß die Biografie des Grasbrunners, der Ende Dezember im Alter von 92 Jahren gestorben ist. (Archivfoto)

„Er war ein Original“

Tausendsassa mit spitzer Zunge: Trauer um Ottmar Kreitmeier († 92)

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    vonSabina Brosch
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Ottmar Kreitmeier war in Grasbrunn bestens bekannt. Er war in zig Vereinen aktiv - und nie um einen Spruch verlegen. Nun ist er im Alter von 92 Jahren verstorben.

Grasbrunn – Als Grasbrunner Original machte sich Ottmar Kreitmeier weit über den Ort hinaus einen Namen. Am 27. Dezember ist er im Alter von 92 Jahren verstorben.

Mit „Kreite“ verliert Grasbrunn ein Urgestein. Einen, der annähernd überall im Ort präsent war und in vielen Vereinen seine Wurzeln geschlagen hat: als Gründungsmitglied und erster Schützenmeister bei den Edelweißschützen und Böllerschützen, Gründungsmitglied des TSV Grasbrunn-Neukeferloh, Mitglied der Krieger- und Soldatenkameradschaft Harthausen, Vorsitzender des Kaninchenzuchtvereins B17 Grasbrunn oder auch als Feldgeschworener. Zu allen seinen Tätigkeiten verband ihn eine tiefe Leidenschaft und er widmete ihnen seine Freizeit.

„Sein Markenzeichen war ein grauer Mantel und eine spitze Zunge“

Denn es waren stets Jahrzehnte, die er seine Ämter ausübte, neben seiner Tätigkeit im Bauhof von 1974 bis 1988, neben seiner Tätigkeit als Gemeinderat der Freien Wähler von 1966 bis 1984. Hinzu kommt seine ehrenamtliche Arbeit als Feldgeschworener, im Zuge derer er 32 Jahre lang die Gemeinde mit Plänen in der Hand zentimetergenau abschritt, eine im Nachhinein unbezifferbare Anzahl von Grenzsteinen gesucht, ausgegraben und manchmal auch versetzt hat und wo er sich nicht selten etliche Wochen im Wald und durch Gestrüpp schlagen musste. 22 Jahre lang war er sogar Feldgeschworenen-Obmann. Daneben war Kreitmeier ein „Haserer“ durch und durch, sonst hätte er nicht 46 Jahre lang als Vorsitzender des Hasenzüchter-Vereins durchgehalten. Als dieser vor elf Jahren aufgrund eines fehlenden Nachfolgers aufgelöst wurde, fanden Kreitmeier und seine Kleinwidder in Höhenkirchen-Siegertsbrunn Unterschlupf. 35 Jahre lang kickte Kreitmeier in der AH-Mannschaft des TSV Grasbrunn, „seinem“ Verein, in dem er auch als Technischer Leiter wirkte.

Und nicht zuletzt konnte er sich 67 Jahre auf seine Frau Helga an seiner Seite verlassen, „ohne sie hätte ich das alles nicht machen können“, betonte Kreitmeier gerne. Er war sich bewusst, dass sein Leben durchaus etwas Besonderes ist und wert, darüber die Biografie „Das bewegte Leben des Ottmar Kreitmeier“ zu schreiben. Kreitmeier suchte die Geselligkeit, hat überall mitgemischt. Er liebte die offenen Worte und war stets gerade heraus. „Sein Markenzeichen war ein grauer Mantel und eine spitze Zunge“, beschreibt ihn der frühere Bürgermeister Otto Bußjäger. „Er hat sich nichts gefallen und auch nie kleinreden lassen“, erinnert sich Schützenkamerad Hans Stockbauer. Viele lustige Anekdoten und Geschichten habe er stets zum Besten gegeben, auf bairisch selbstverständlich. Seine weiß-blaue Herkunft hat Kreitmeier nie verleugnet, im Gegenteil, er war sogar Mitglied im Verein zum Erhalt der bairischen Sprache.

„Der Ottmar war ein Original“

An Traditionen hat er stets festgehalten, war auch beim Maibaumbewachen und -aufstellen immer vorne mit dabei. „Er übernahm gerne die letzte Wache, die um fünf Uhr morgens begann“, sagt Stockbauer. „Der Hans war um diese Uhrzeit top fit.“ Unterordnen und „nachgeben“ musste er allerdings bei der Bürgermeisterwahl 1978, als er Willi Dresel unterlag.

Für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten wurde Ottmar Kreitmeier vielfach ausgezeichnet: 1981 erhielt er das große Protector Zeichen in Gold für seine besonderen Verdienste um das Schützenwesen, 2005 die Ehrenmedaille in Gold der Gemeinde Grasbrunn. Auch wenn der amtierende Bürgermeister Klaus Korneder ihn nicht mehr als politischen Mitstreiter erlebte, war Kreitmeier ein oft und gern gesehener Gast im Rathaus. „Der Ottmar war ein Original. Er und seine Geschichten, die er zu allem und jedem zu erzählen wusste, werden mir fehlen“, sagt Korneder.

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