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Existenz gefährdet? Tennis-Club drängt auf neue Halle

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Von: Bert Brosch

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In die Jahre gekommen ist die Traglufthalle laut TCN-Vorstand Hans Greineder. Die Hülle sei porös und schlecht isoliert, was hohe Energiekosten nach sich ziehe. Die Halle soll also weg und durch eine Dreifach-Tennishalle ersetzt werden, die anstelle des Walls stehen soll.
In die Jahre gekommen ist die Traglufthalle laut TCN-Vorstand Hans Greineder. Die Hülle sei porös und schlecht isoliert, was hohe Energiekosten nach sich ziehe. Die Halle soll also weg und durch eine Dreifach-Tennishalle ersetzt werden, die anstelle des Walls stehen soll. © Bert Brosch

Der Tennis-Club Neukeferloh drängt auf eine neue Spielstätte, er wünscht sich eine Dreifach-Halle. Einen Plan gibt es bereits. Die Gemeinde verweist allerdings auf hohe Kosten.

Grasbrunn – Der Tennis-Club Neukeferloh (TCN) spielt seit 13 Jahren in einer beheizten Traglufthalle. Die ist wegen der enorm gestiegenen Energiekosten allerdings nicht mehr wirtschaftlich. Der Verein hätte daher gerne eine Dreifach-Halle. Ein Wunsch, der bei der Gemeinde aber auf wenig Gegenliebe stößt.

Der TCN zählt aktuell 354 Mitglieder, darunter 113 Jugendliche unter 18 Jahren. Die sieben Jugend- und neun Erwachsenen-Mannschaften trainiert unter anderem Emil Lennart, der auf dem Club-Gelände als selbstständiger Trainer auch eine Tennisschule betreibt. Ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit, vor allem im Winter, ist die beheizte Tennis-Traglufthalle. Doch an der macht sich der Zahn der Zeit bemerkbar. „Die Hülle ist nach 13 Jahren porös, ist schlecht isoliert“, sagt Hans Greineder, seit 2015 Vorsitzender des TCN. Die Folge: Es braucht „große Mengen an Heizenergie sowie Strom fürs Aufblasen“. Durch die stark gestiegenen Energiekosten muss der Verein aktuell fast 50 000 Euro im Jahr für Gas und Strom bezahlen, die Mieteinnahmen erbringen aber nur 30 000 Euro. „Wir machen also ein dickes Minus“, betont Greinder. „Daher und wegen des Zustands der Halle brauchen wir dringend eine neue, feste Halle.“

Landwirt offenbar Verhandlungsbereit

Seit Jahren beschäftigt Greinder sich mit dem Thema, er hat sogar mit dem Landwirt verhandelt, dem der Grund des gesamten Sportparks gehört, den die Gemeinde von ihm – einem Gemeinderat – gepachtet hat. „Wirtschaftlich wäre aus unserer Sicht“, sagt Greineder, „nur eine Dreifach-Halle südlich unserer jetzigen Anlage.“ Der Landwirt wäre demnach bereit, Grund abzugeben. „Wir schlagen der Gemeinde vor, dass sie den Grund pachtet und die Erschließung bezahlt. Der Verein kümmert sich um die Finanzierung der Halle.“ Vor der Pandemie hätte diese Dreifach-Halle rund eine Million Euro gekostet, laut Greineder gibt es Banken und öffentliche Mittel, die das mit dem Verein finanzieren würden. „Was das jetzt nach Corona und mit dem Ukraine-Krieg kostet, weiß ich nicht. Aber von der Gemeinde kommen ja gar keine positiven Signale in unsere Richtung, auch nicht vom Landratsamt“, ärgert sich der TCN-Vorsitzende.

Auf den Plänen, die Greineder ausgearbeitet hat, (Foto links) ist die Traglufthalle rot markiert, am unteren Bildrand in grau ist die neue Halle eingezeichnet. Derzeit trainiert und spielt der Verein, den es seit 1961 gibt, in der Traglufthalle und auf sechs Freiluft-Sandplätzen.
Auf den Plänen, die Greineder ausgearbeitet hat, ist die Traglufthalle rot markiert, am unteren Bildrand in grau ist die neue Halle eingezeichnet. Derzeit trainiert und spielt der Verein, den es seit 1961 gibt, in der Traglufthalle und auf sechs Freiluft-Sandplätzen. © Bert Brosch

Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) lässt das so nicht stehen. „Wir haben im Jahr 2009 rund 175 000 Euro für die Erschließung der Traglufthalle mit Strom, Gas und Wasser sowie die Planung bezahlt, hinzu kommt jedes Jahr ein schöner Betrag an Pacht an den Landwirt.“ Mit dem Bürgermeister war Greineder vor gut zwei Jahren beim Landratsamt, dort sagte man ihnen, dass die Halle im Außenbereich stehen würde, dort eine Genehmigung also nur schwer möglich wäre. „Das Landratsamt schlug vor, die neue Halle direkt an die Gaststätte anstelle von drei bisherigen Sandplätzen zu bauen. Das wollte der Verein aber nicht“, erklärt Korneder. Greineder hingegen will vom stellvertretenden Landrat Otto Bussjäger (FW) erfahren haben, „dass der Bau der Halle schon möglich sei, die Gemeinde müsse nur dahinterstehen“.

Für den TCN ist der Neubau laut Greineder überlebenswichtig. Ohne Tennishalle sei die Existenz des Vereins gefährdet, „daher muss jetzt schnell etwas passieren“, fordert der Vereinschef. Doch so leicht ist das nicht. „Die Pacht, vor allem die Erschließung, das wäre ein gewaltiger Batzen Geld“, erklärt Bürgermeister Korneder. Um welchen Betrag es geht, verrät er nicht. „Die Summe will ich zunächst den Gemeinderäten mitteilen.“ Noch vor der Sommerpause will er das Thema in das Gremium bringen, „dann werden wir sehen, ob tatsächlich alle das befürworten, wie Greineder behauptet“.

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