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Erst am Samstag musste die Feuerwehr in Keferloh einen Waldbrand auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern löschen. Jetzt brannte es an der selben Stelle schon wieder. 

Schon acht Fälle in zehn Tagen

Feuerteufel setzt Wald bei Keferloh schon wieder in Brand

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Schon wieder brannte am Montag ein Waldstück im Lohholz bei Grasbrunn. Es ist bereits das achte Feuer im nahen Umkreis seit Anfang April. Inzwischen geht die Polizei von Serien-Brandstiftung aus.

Erst am Samstag sind rund 20.000 Quadratmeter Mischwald im Lohholz an der B 471 zwischen Grasbrunn und Keferloh dem Feuerteufel zum Opfer gefallen. Am Montag gegen 13 Uhr schlugen Passanten erneut Alarm bei der Feuerwehr. Sie sahen Rauch im Wald nahe der selben Stelle, an der es am Samstag gebrannt hatte. 60 Feuerwehrleute der Wehren aus Grasbrunn, Harthausen, Ottobrunn und Haar rückten aus. Wieder war stand ein Teil des Jungwaldes in Flammen. 

Diesmal sind knapp 11.000 Quadratmeter zerstört worden. Obwohl die Feuerwehr den Brand schnell innerhalb einer Stunde unter Kontrolle hatte. Der Edelweiß-Hubschrauber der Polizei lieferte dabei Unterstützung aus der Luft und koordinierte die Löscharbeiten. Gleichzeitig fahndeten die Beamten nach verdächtigen Personen. Die Suche blieb allerdings erfolglos. 

Die Bundesstraße musste für die Dauer der Löscharbeiten zwischen Putzbrunn und Haar komplett gesperrt werden. 

Die Polizei geht davon aus, dass auch dieser Brand auf das Konto des Feuerteufels geht, der seit Anfang April zwischen Perlach, Trudering und Landkreis München sein Unwesen treibt. Nicht nur, dass der Täter wertvolle Waldflächen vernichtet und andere in Gefahr bringt, er hat inzwischen auch einen immensen Schaden von rund 25.000 Euro angerichtet. „Findet diesen Irren endlich!“, schreibt eine Userin auf der Facebook-Seite des Münchner Merkur. 

Schon wieder: Wald bei Keferloh brennt

Doch bisher hat die Polizei keine Anhaltspunkte zum Täter. Zwar wurden laut Informationen der Polizei an den Tatorten verschiedene Asservate gesichert. Die müssen jetzt aber erst einmal ausgewertet werden. Unklar ist, ob die Fundstücke tatsächlich auch in Zusammenhang mit den Bränden stehen. Denn aufgrund der Trockenheit der vergangenen Wochen reiche laut Polizei schon die offene Flamme eines Zündholzes oder eines Feuerzeugs, um einen verheerenden Waldbrand auszulösen. 

Hier hat es in den vergangenen zehn Tagen überall gebrannt

An diesen acht Orten hat es in den vergangenen zehn Tagen gebrannt. 

Fall 1: 

Samstag, 1. April, 11.50 Uhr, Rauchentwicklung im Wald an der Putzbrunner Straße. Es handelte sich um einen Waldbodenbrand im Bereich einer Neuanpflanzung hinter dem Sportplatz, welcher durch die Feuerwehr gelöscht werden konnte. 

Fall 2: 

Sonntag, 2. April, gegen 12.40 Uhr, meldete die Feuerwehr, dass auf der Putzbrunner Straße Rauchschwaden und Brandgeruch festgestellt wurden. Nach längerer Absuche konnte die Brandstelle im Wald mittig zwischen der Gerstäckerstraße und der Putzbrunner Straße gefunden werden. Der Brand, der rund 1000 Quadratmeter Waldfläche umfasste, konnte durch die Feuerwehr gelöscht werden. 

Fall 3:

Samstag, 8. April, gegen 12 Uhr, brannte im Bereich Grasbrunn eine Freifläche von rund 20.000 Quadratmetern mit hohem trockenem Gras und eine junge Anpflanzung von Lerchen. Dieser Brand konnte durch die Feuerwehr gelöscht werden und es entstand ein Schaden von etwa 10.000 Euro. 

Fall 4:

Samstag, 8. April, gegen 12.30 Uhr, brannten im Bereich des Oedenstockacher Gangsteigs in Perlach rund 10.000 Quadratmeter einer Junganpflanzung. Der Schaden beläuft sich hier auf rund 5000 Euro. 

Fall 5: 

Samstag, 8. April, gegen 19.45 Uhr, stand eine etwa zehn Quadratmeter große kreisförmige Waldfläche an der Schwedensteinstraße in Perlach in Brand. Bis zum Eintreffen der Feuerwehr hatten sich bereits 120 Quadratmeter Waldboden in Brand gesetzt und mussten gelöscht werden. 

Fall 6:

Sonntag, 9. April, gegen 11.50 Uhr, brannte ein Waldstück im Bereich der Putzbrunner Straße / Im Gefilde in München auf einer Fläche von rund zwei Fußballfeldern. Auch dieser Brand konnte durch die Feuerwehr gelöscht werden.

Fall 7:

Sonntag, 9. April, gegen 16.30 Uhr, brannte am Alexisweg in München eine Wald- und Wiesenfläche von rund 200 Quadratmetern. Die Feuerwehr konnte auch diesen Brand löschen. 

Münchner Wiesen in Flammen - Polizei fahndet nach dem Brandstifter 

Zeugen gesucht

Das Kriminalkommissariat 13 (Brandfahndung) hat die Ermittlungen aufgenommen. Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Waldflächen vorsätzlich angezündet wurden. Die Polizei fragt deshalb: Wer hat im angegebenen Zeitraum in den oben genannten Waldgebieten Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesen Bränden stehen könnten? Personen, die Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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