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Gerüchte um Abriss: Grasbrunner Hof soll bleiben

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Von: Bert Brosch

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In seiner derzeitigen Form soll der Grasbrunner Hof in seiner erhalten bleiben, das Gebiet links dahinter mit Sozialwohnungen bebaut werden. © Bert Brosch

Die Gerüchte um einen Abriss des Grasbrunner Hofs hielten sich hartnäckig. Nun hat sich der Gemeinderat zum Gasthaus bekannt. Er verhängte zudem eine Veränderungssperre für das umliegende Areal

Grasbrunn – Es war eines der Aufregerthemen im Wahlkampf: Soll der Grasbrunner Hof im Zentrum des Ortsteils verschwinden? Und mit ihm der dörfliche Charakter rund um den St.-Ulrich-Platz? Die erste Gemeinderatssitzung nach der Wahl beruhigte die Gemüter: Das Gasthaus soll bleiben, neu gebaut werden soll nebenan „preisgedämpfter Wohnraum“. Die bestehende Veränderungssperre für das Areal wurde um zwei Jahre verlängert.

Im Frühjahr 2018 hatte das Planungsbüro Goergens Miklautz und Partner dem Gemeinderat einen Entwurf vorgelegt, wonach der Grasbrunner Hof und das nördlich angrenzende Grundstück mit Wohnhaus, Maschinenhallen, Stall und Silo verschwinden sollen. Stattdessen waren vier große Wohngebäude vorgesehen. Weil die Gemeinde auf diesem Areal im Zentrum von Grasbrunn andere städtebauliche Ziele hat, erließ sie im April 2018 eine Veränderungssperre, der Bau- und Umweltausschuss lehnte drei Wochen später den Antrag ab. Da demnächst die Sperre abgelaufen wäre, musste die Gemeinde handeln.

„Um das in Ruhe planen zu können, werden wir...“

„Unsere neue planerische Grundkonzeption sieht nunmehr vor, dass wir ein deutlich größeres Gebiet als bisher mit einbeziehen in die Planung und wir ein allgemeines Wohngebiet bauen wollen – kein Mischgebiet wie der Antragssteller“, erläuterte Bauamtsleiterin Stephanie Zirngibl. Der Grasbrunner Hof soll demnach als Gaststätte und Hotel in seiner heutigen Form erhalten bleiben, das Wohngebiet mit ausreichend preisgedämpften Wohnungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen bestückt werden. „Es soll recht aufgelockert gebaut werden entsprechend dem dörflichen Charakter“, sagte Zirngibl. Neben Geschosswohnungsbau werde es auch Einzel- und Doppelhäuser sowie Hausgruppen geben. Zur Entlastung der Ortsmitte und zur Verkehrssicherheit werde das Baugebiets in Richtung Keferloher Straße nach Norden erschlossen. „Um das in Ruhe planen zu können, werden wir für den neuen Bebauungsplan erneut eine Veränderungssperre von zwei Jahren erlassen“, so Zirngibl.

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Ursula Schmidt (CSU) bat darum, den Begriff „ausreichend“ sozialer Wohnungsbau entweder wegzulassen oder zu konkretisieren: „Wir würden 30 bis 40 Prozent vorschlagen, aber nicht ‚ausreichend.“ Max Walleitner (Grüne) schimpfte, dass jetzt wieder zwei Jahre Veränderungssperre erlassen werden, „wir müssen hier endlich mal Fakten schaffen und vorangehen.“ Auch Wolfgang Kainz-Huber (FW) ärgerte sich, „dass zwei Jahre nichts passiert ist. Das ist eine Zumutung für die Bauträger und die Investoren, dass die im schlimmsten Fall vier Jahre warten müssen, bis sie Klarheit haben.“

„Das wollen wir in Zukunft nicht mehr.“

Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) entgegnete, dass er und die Verwaltung viele Gespräche und Verhandlungen geführt hätten. Daher sei der Umgriff jetzt auch deutlich größer. „Wir sind da jetzt intensiv dran“, sagte Korneder. Johannes Bußjäger (FW) erinnerte den Rathauschef daran, dass der Gemeinderat regelmäßig informiert werden wolle, nicht nur am Ende von Verhandlungen.

Sein Fraktionskollege Johannes Seitner sagte, dass alle Fraktionen in den vergangenen beiden Jahren gar nicht oder viel zu spät Informationen erhalten hätten. „Das wollen wir in Zukunft nicht mehr.“

Die neue Veränderungssperre wurde einstimmig beschlossen, der größere Bebauungsplan gegen die Stimme von Johan Hiltmair (BfG).

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