2024 soll Gemeinde schuldenfrei sein

Wohlhabend wie nie zuvor: Grasbrunn hat 15 Millionen Euro auf der hohen Kante

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Die Gemeinde Grasbrunn ist finanziell kerngesund. Die Gewerbesteuer auf einem Rekordhoch, die Rücklagen auch und bald ist die Gemeinde schuldenfrei. Ein Überblick  über die Finanzen.

Grasbrunn – Als einen Haushalt, „auf den wir wieder stolz sein können“, betitelte Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) die von seinem Kämmerer Sebastian Stüwe vorgelegten Zahlen für 2020. Bei den Investitionen schlägt vor allem die neue Turnhalle ins Gewicht. Der zweite große Batzen sind zwei neue Feuerwehr-Fahrzeuge. Angesichts von gut 15 Millionen Euro Rücklagen zum Jahresende steht die Gemeinde so gut da wie noch nie.

Kämmerer Stüwe skizzierte die wichtigsten Kennzahlen (siehe unten). Demnach steigt das Volumen des Verwaltungshaushalts im Vergleich zu 2019 nur minimal auf 23,7 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt wächst mehr um das Doppelte auf 7,4 Millionen Euro. Beim Turnhallenbau, der heuer anlaufen soll, kalkuliert die Gemeinde mit Gesamtkosten von 8,23 Millionen. „Davon werden in diesem Jahr 4,5 Millionen Euro fällig“, berichtete Stüwe. Zudem werde man 755 000 Euro in zwei neue Feuerwehrfahrzeuge investieren.

Gewerbesteuereinnahmen auf Rekordhoch

Wer viel Geld ausgibt, sollte allerdings – bestenfalls – auch viel Geld einnehmen. Und das tut Grasbrunn. Voriges Jahr flossen satte 15,4 Millionen Euro an Gewerbesteuern aufs Gemeindekonto. Die Rücklagen steigen dadurch von 11 Millionen Ende 2019 auf „einen bisher nicht gekannten Wert von über 15 Millionen Euro“, sagte Stüwe. Für 2020 kalkuliert er die Gewerbesteuer dennoch vorsichtig. Nachdem die Einnahmen hier 2019 „extrem hoch“ waren, wie Korneder anmerkte, rechnet man heuer realistisch mit 9,4 Millionen Euro, „da diese Einnahmen von Jahr zu Jahr stark schwanken können“, sagte der Rathauschef, der weitere gute Finanz-Nachrichten hatte: „Wir werden keine Schulden machen, die Hebesätze bleiben gleich und trotz der hohen Investitionen werden wir 2024 schuldenfrei sein.“

Damit Finanzen stabil bleiben, soll mehr Gewerbe her

Um alle Projekte bis dahin finanzieren zu können, entnehme man in den Jahren 2020 bis 2024 insgesamt 7,5 Millionen Euro aus den Rücklagen. Wie man allerdings sehe, so Korneder, hänge auch in Grasbrunn das Wohl vor allem von der Gewerbesteuer ab. Um auch künftig mit stabilen Einnahmen planen zu können, müsse die Gemeinde ihre Gewerbegebiete deutlich ausbauen. „In Hohenbrunn beträgt der Anteil der Gewerbeflächen am Siedlungsgebiet 11,9 Prozent, in Putzbrunn sind es über 9 Prozent, bei den Nachbarn Haar 1,8“, zählte der Bürgermeister auf. „Nur wir in Grasbrunn liegen mit 0,8 Prozent deutlich darunter – das müssen wir ändern. Das neue Gewerbegebiet in Keferloh mit 4,8 Hektar Fläche sei daher wichtig.

Es sei erfreulich, dass auch die Einkommenssteuer kontinuierlich steige, sie erreicht heuer mit rund 680 000 Euro einen Höchstwert. „Leider wachsen auch unsere Personalkosten ungebremst“, räumte Korneder ein. Und zwar um weitere sieben Prozent auf fast 7,5 Millionen Euro, und das, so der Verwaltungschef, „obwohl die Mitarbeiter-Zahl in Rathaus, Bauhof und Betreuungseinrichtungen mit 122 konstant bleibt“. Grund dafür seien Tariferhöhungen, Arbeitnehmer-Zulagen bei den Kitas sowie die München-Zulage, damit man die Mitarbeiter überhaupt halten könne.

Der Gemeinderat lobte die professionelle und gute Arbeit von Kämmerer Stüwe und genehmigte den Haushalt 2020 einstimmig.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Verwaltungshaushalt: 23,7 Millionen Euro (2019: 23,5 Mio.). Vermögenshaushalt: 7,4 Millionen Euro (3,6 Mio.). Gesamtvolumen: 31,1 Millionen Euro (27,1 Mio.). Einnahmen: Gewerbesteuer: 9,4 Millionen Euro (15,4 Mio.); Einkommenssteuer: 680 000 Euro (660 000). Ausgaben: Kreisumlage: 7,9 Mio. Euro; Personalkosten: 7,5 Mio. Euro; Turnhalle: 4,5 Mio. Euro; Freiwillige Leistungen an Vereine und Organisationen: 1,2 Mio. Euro; Feuerwehrfahrzeuge: 755 000 Euro; Urnenstele: 255 000 Euro; Umbau Sparkasse: 235 000 Euro; Grunderwerb: 200 000 Euro. Rücklagen Ende 2019: 15 Mio. Euro (Ende 2018: 11 Mio. Euro); Schulden zum Jahresende: 819 000 Euro (Ende 2019: 1,03 Mio. Euro).

Rubriklistenbild: © dpa / Daniel Reinhardt

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