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Einsames Billardspiel: Nur Abdullah (l.) und Malon (r.), die den Jugendtreff regelmäßig besuchen, kommen zum Tag der offenen Tür in den Lemon Club.

Grasbrunn: Kaum Interesse an Jugendtreffs

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Die Jugendarbeit in Grasbrunn hat Probleme: Immer weniger Jugendliche nutzen die Angebote. Eine Ursachensuche.

Grasbrunn – Grasbrunns Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) setzte in seinem Wahlkampf 2008 auf die Jugend. Sein Versprechen: die Professionalisierung der Jugendarbeit. „Das waren vorher immer nur wilde Partys ohne Konzept.“ Er wurde gewählt, die Gemeinde nahm Kontakt zum Kreisjugendring auf und entwickelte gemeinsam Ideen. Das Ergebnis sind der LemonClub im Keller des Bürgerhauses Neukeferloh und das FlashLight im Bürgerhaus Grasbrunn mit Partys und buntem Programm.

In den ersten Jahren war es nachmittags immer gut gefüllt in den Einrichtungen, doch seit einiger Zeit sinken die Besucherzahlen. Oft sind zu den Öffnungszeiten nur fünf bis acht Kinder da. „Das liegt wohl auch daran, dass wir in den letzten Jahren immer wieder Personalwechsel hatten, erst kürzlich ist ein beliebter Mitarbeiter gegangen“, sagt Korneder. Der Kreisjugendring hatte die Leiter-Position zunächst mit zwei Halbtagsstellen, männlich und weiblich, besetzt. „Es waren oft Studenten oder Leute, die noch einen anderen Job hatten und daher oft wechselten“, erläutert der Bürgermeister.

Dies änderte sich mit der Sozialpädagogin Cati Wolf (34), die die Clubs seit zwei Jahren in Vollzeit leitet. Ab 1. Juli kommt eine weitere Kollegin hinzu – trotz wenig Interesse bei den Jugendlichen. „Ich hoffe, dass dann wieder mehr Jugendliche erscheinen“, sagt Korneder. „Wenn ab Herbst das Wetter schlechter wird, dann kommen sie schon“, sagt er zuversichtlich.

Überlegungen, die Jugendtreffs zu schließen, habe es im Gemeinderat nie gegeben sagt der Bürgermeister. Trotz mangelnden Interesses und trotz 64 000 Euro pro Jahr, die die Gemeinde derzeit in beide Clubs samt Personal investiert. Der Landkreis beteiligt sich mit weiteren 19 000 Euro. „Wir müssen denen, die nicht im Sportverein sind, doch etwas bieten“, sagt Korneder.

Zum Tag der offenen Tür, bei dem der Neukeferloher Club für sich werben wollte, kamen nur Abdullah (11) und Malon (14), die beide eh Stammgäste sind. Erst später schauten auch noch ein paar Mädchen kurz vorbei. „Ich bin total gerne hier und mache regelmäßig Werbung an meiner Schule“, sagt Abdullah, der vor zwei Jahren mit seiner Familie aus Syrien kam. „Schade, dass nur so wenige kommen.“ Auch „an meiner Realschule in Vaterstetten sowie am Gymnasium, wohin ja viele Grasbrunner Jugendliche gehen, werden regelmäßig Flyer der Treffs verteilt“, erzählt Malon. „Also eigentlich wissen alle, dass hier was abgeht.“

Das Programm, das Cati Wolf anbietet, ist vielfältig: Billard, Kicker, Darts, Tischtennis, Boxsack, Brettspiele, DJ- und Graffiti-Workshops, Koch-Nachmittage, Kinofilme, eine Musikanlage mit großer Tanzfläche, interaktive Computerspiele für Wii und X-Box. Die Preise für Snacks und Getränke sind jugendfreundlich. Und jeden Freitag sind die Clubs speziell für Ältere ab 14 Jahren bis 22 Uhr geöffnet. „Ich weiß echt nicht, was wir noch anbieten sollen, dass mehr kommen“, sagt Wolf. Sie setzt auf ihre neue Kollegin. „Sie will auch Kampfsport-Kurse anbieten. Ich hoffe, dass wir damit wieder mehr Jugendliche aus Grasbrunn ansprechen.“


Öffnungszeiten

Der LemonClub im Keller des Bürgerhauses Neukeferloh hat Dienstag (15 bis 19 Uhr), Donnerstag (16 bis 20 Uhr) und Freitag (16 bis 22 Uhr) geöffnet, das FlashLight im Bürgerhaus Grasbrunn mittwochs von 15 bis 18 Uhr.

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