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In der Kinderwelt Grasbrunn gibt’s keinen Platz mehr. Krippe, Kindergarten und Hort sind voll. 

Zehn Erzieherinnen schwanger, mehr Anmeldungen als erwartet

Kinderbetreuung vor dem Kollaps

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Heftige Engpässe gibt‘s bei der Kinderbetreuung in Grasbrunn: Mindestens 35 Plätze fehlen. Lösungen sind schwierig zu finden.

Grasbrunn – Es brennt an allen Ecken und Enden bei der Kinderbetreuung in Grasbrunn: Es gibt mehr Kinder als gedacht, zudem sind zehn Erziehrinnen zeitgleich schwanger und müssen ersetzt werden. Ein Dilemma für die Gemeinde. Für Kinder unter drei Jahren fehlen sechs Plätze, für Nachwuchs zwischen drei Jahren und Schuleintritt acht, bei den Hortplätzen sogar 20 und bei der Mittagsbetreuung bleiben drei – im Idealfall. „Wir versuchen wirklich alles, um das Problem zu lösen“, bekräftigte Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) in der Sitzung des Hauptausschusses. Aber mit aktuell zehn schwangeren Kinder-Erzieherinnen „konnte keiner rechnen“.

Seit Jahren gibt’s in Grasbrunn für alle Betreuungsplätze ein zentrales Anmeldeverfahren, das sich laut Korneder hinsichtlich der Bedarfsanalyse bewährt habe. Jetzt zeigt sich, dass im Herbst mindestens 35 Plätze fehlen, nach dem Ende der Anmeldefristen in allen Einrichtungen: Kinderhaus Harthausen, Kindergarten Honigblume Grasbrunn, Kinderwelt Grasbrunn, katholischer Kinderhaus St. Christophorus sowie AWO-Kinderkrippe „Die Grashüpfer“ im Bürgerhaus.

„Die Nachfrage nach Krippenplätzen ist enorm hoch, die Geburtenrate war deutlich höher als prognostiziert,“, stellte er fest. Nicole Zeh, verantwortlich für die kommunalen Kindertageseinrichtungen, berichtete, dass in einer Nachbargemeinde zwölf Kinderkrippen-Plätze frei seien. „Diese haben wir den Eltern auf der Warteliste angeboten, doch das Interesse ist sehr gering, obwohl man die Krippe in ein paar Minuten mit dem Auto erreichen kann.“

Die Gemeinde will deshalb im Obergeschoss des Bürgerhauses eine weitere Krippe für zwölf Kinder einrichten. „Der Raum wird so gut wie nie genutzt, im Jahr nur für zwei, drei Feiern. Wir müssten dort 300 000 Euro investieren, würden aber versuchen, über Förderprogramme wieder einiges zurück zu bekommen“, sagte Korneder.

Führen soll die Krippe die AWO. Das Problem: Wer soll die Kinder dort betreuen? „Wir haben viel weniger Personal als erwartet. Daher trifft auch uns dieses Jahr zum ersten Mal voll, was wir bislang nur aus der Zeitung kannten: Erzieherknappheit und somit Kinder ohne Betreuung.“ Der Beruf sei leider nicht sehr attraktiv, „und wir dürfen im öffentlichen Dienst keine Kopfprämien zahlen“.

In diese Richtung geht die Idee von Gemeinderat Thomas Michalka (BFG). Er warf dem Bürgermeister Konzept- und Strategielosigkeit beim Thema Kinderbetreuung vor. Michalka präsentierte eine Idee, die er im Internet gefunden hatte: Ein Freisinger Metzger soll Lehrlingen, die bei ihm bleiben, ein teures Smartphone schenken. „Das wäre doch eine Idee für uns.“ Korneder bezeichnete Michalkas Vorwürfe und Vorschläge als „Quatsch“. Seit Jahren überlege die Gemeinde, wie Personal für die Kinderbetreuung zu gewinnen sei. „Wir wollten eine Kopfprämie zahlen, wenn Gemeindemitarbeiter neues Personal finden. Wir wollten den neuen Mitarbeitern Zuschüsse zahlen. Dürfen wir aber alles nicht im öffentlichen Dienst.“

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