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Wolfgang Eiba nervt das langsame Internet in seinem Büro. Nur drei Mbit pro Sekunde kommen durch die Leitung in sein Büro im Grasbrunner Technopark. Eiba arbeitet jetzt öfter von daheim aus. 

So lahm wie einst

Internet-Dilemma in Grasbrunn: Unternehmer verzweifeln am Schreibtisch

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Unternehmen sind heutzutage auf einen schnellen Internetanschluss angewiesen. Im Landkreis München sieht es mit der Breitbandversorgung ganz gut aus. Doch es gibt Löcher zu stopfen.

LandkreisZuerst dachte Wolfgang Eiba, der Router sei kaputt. Nur drei Mbit pro Sekunde kamen durch die Leitung in seinem neuen Büro im Technopark Grasbrunn, nahe der Autobahn. Eiba installierte einen anderen Router. Doch das Problem blieb. Der Unternehmer reklamierte eine Störung bei seinem Anbieter, der Telekom. Aber es war keine Störung. Inzwischen weiß Eiba: „Es ist offenbar unmöglich, einen Internet-Anschluss zu erhalten, der diesem Namen würdig wäre.“

Ein Gewerbegebiet im Wirtschafts-Landkreis München im Jahr 2018. In einem Bürokomplex am Bretonischen Ring in Grasbrunn müssen Firmen mit einem Internetanschluss arbeiten, der so lahm ist wie damals, als man sich per Modem ins Netz einwählen musste. Er kenne solche Geschichten eigentlich nur aus Niederbayern, sagt ein Anwalt, der seit kurzem sein Büro im Technopark bezogen hat. „Aber dass es mich in Grasbrunn trifft, hätte ich nicht für möglich gehalten.“

Eiba: „Den rosa Riesen interessiert das nicht“

Eiba bleibt nun öfter zuhause, um arbeiten zu können. Er wohnt in Markt Schwaben (Landkreis Ebersberg). Das Unternehmen, bei dem er Mehrheitsgesellschafter ist, berät seine Kunden im Bereich Telekommunikation. Eigentlich sind Eiba und seine Kollegen nur über die Straße gezogen – dort hatte Eiba einen zufriedenstellenden Anschluss von 50 Mbit. Doch der Umzug hat ausgereicht, um auf digitaler Ebene eine andere Welt zu betreten: „Am neuen Standort hat er nach dem Umzug aber nur noch drei Mbit pro Sekunde. Schnellere Geschwindigkeiten waren am neuen Standort leider nicht verfügbar“, sagt eine Telekom-Sprecher auf Nachfrage. Man verstehe natürlich den Wunsch des Kunden nach mehr Bandbreite und tue das Möglichste, um zu helfen. Eiba dagegen meint: „Den rosa Riesen interessiert das nicht.“

Lesen Sie auch: Glasfaser in Zorneding: Erste Anschlüsse sind gesteckt

Das Beispiel aus der Gemeinde Grasbrunn ist kein Einzelfall. Zuletzt hatten sich Firmen aus den Feldkirchner Gewerbegebieten Ost über zu langsame Datenverbindungen beschwert. Einige drohten sogar wegzuziehen. Daraufhin beschloss der Feldkirchner Gemeinderat, schnelleres Internet möglich zu machen. Gleichwohl sieht es im Rest des Landkreises besser aus. In Ismaning beispielsweise sei das ganze Gemeindegebiet flächendeckend mit Glasfaser versorgt, sagt Bürgermeister Alexander Greulich (SPD). Auch in Baierbrunn und Putzbrunn seien die ansässigen Unternehmen zufrieden mit der Internetversorgung, heißt es aus den Rathäusern. In Kirchheim können zumindest alle Firmen in den Gewerbegebieten auf Glasfaserleitungen zurückgreifen.

Thema Digitalisierung: Es gibt noch Löcher zu stopfen

Erheblichen Verbesserungsbedarf gebe es dafür in einigen Wohngebieten, sagt Wirtschaftsförderer Tobias Schock. Hier sei man im Gespräch mit der Deutschen Glasfaser Holding GmbH. Der Freistaat und insbesondere das Heimatministerium ist in die Breitbandoffensive gegangen. Vor Kurzem verteilten der neue Minister Albert Füracker und sein Staatssekretär Hans Reichhart 63 Breitband-Förderbescheide an Gemeinden aus Oberbayern, Niederbayern und Schwaben. Laut einer Pressemitteilung sind fast alle bayerischen Kommunen in das Förderprogramm miteingestiegen. Das Ziel der Staatsregierung sind Breitbandnetze von mindestens 50 Mbit pro Sekunde. Nach Angaben des Heimatministeriums haben 90 Prozent aller Haushalte Zugang zu Bandbreiten mit mindestens 30 Mbit pro Sekunde.

Von solchen Geschwindigkeiten ist der Anschluss in Wolfgang Eibas Büro in Grasbrunn weit entfernt. Sein Beispiel belegt, dass in Sachen Digitalisierung noch immer Löcher zu stopfen sind. Politiker sprächen ja gerne über „Breitband- und Mittelstandsoffensive“, sagt Eiba. „Ich wünsche mir aber nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern dass Probleme angegangen werden.“ Er hat sich schlau gemacht: Das Internet in seinem Büro sei deshalb so langsam, weil das Gebäude über eine alte Kupferkabel versorgt werde. Diese führe bis nach Haar und sei daher viel zu lang. Dabei stehe unweit entfernt ein aktiver Verteilerstützpunkt der Telekom, der andere Gebäude im Technopark mit schnellerem Internet versorge. Wolfgang Eiba sagt, die Telekom müsste lediglich den Bürokomplex, in dem er sich befinde, daran anschließen.

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