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Eike Klien (46) will wieder Leben ins Seniorenzentrum bringen. Bert Brosch

Neuer Leiterbringt Hoffnung

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Mit seinem schlechten Ruf hat das Seniorenzentrum in Grasbrunn zu kämpfen. Der neue Leiter, Eike Klien, setzt alles daran, dass damit bald Schluss ist.

Grasbrunn – Daniela Fleischmann erinnert sich ungern an das vergangene Jahr. Sie ist die Vorsitzende des Fördervereins für das Grasbrunner Seniorenzentrum „Haus am Wiesengrund“. Und erinnert sich an viele Probleme und deutliche Kritik. Jetzt, so hofft sie, wird alles besser. Denn es gibt einen neuen Leiter.

„Wir hatten einige schlimme Jahre, aber 2016 war unser absolutes Sorgen-Jahr: Es gab keinen Kontakt mehr zur Gemeinde, zu den Vereinen oder zur Nachbarschaft.“ Laut Fleischmann hatten die Mitarbeiter Angst, die Bewohner, und ihre Angehörigen, beschwerten sich mehrfach bei Grasbrunns Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) über die mangelnde Pflege. Nun soll es aufwärtsgehen. Das liegt vor allem an Eike Klien, den neuen Leiter des Hauses, der seit Mitte März im Dienst ist. Klier ist der sechste Chef im siebten Jahr des Hauses.

Das Tochterunternehmen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB), die ASB-Casa-Vital GmbH, eröffnete die Einrichtung im September 2010. Zwei Jahre später folgte eine Abteilung für Demenzkranke. Heute leben 84 Menschen im Haus, das Durchschnittsalter liegt bei 84 Jahren. Drei Bewohner sind älter als 94, die älteste Heimbewohnerin ist 99 Jahre alt. Die Senioren wohnen in 70 Einzel- sowie sieben Doppelzimmern, davon sind fünf zur Miete als Betreutes Wohnen. „Wir haben 24 Bewohner im geschützten Bereich, das sind die Demenzkranken. Betreut werden alle unsere Gäste rund um die Uhr von 70 Mitarbeitern“, sagt Klien.

Der 46-jährige, gebürtige Brandenburger lebt seit über 20 Jahren in Bayern. „Ich wusste um den schlechten Ruf des Hauses im Ort und bei den Bewohnern, gerade diese Herausforderung hat mich gereizt.“

Anfang 2010 habe es im Haus recht gut begonnen, sagt Fleischmann. Doch fast im Jahresturnus wurden dann die Leiter ausgetauscht, es gab keine Kontinuität bei der inhaltlichen Ausrichtung des Hauses. Klien sei „die große Hoffnung“. Einiges hat der neue Leiter bereits auf den Weg gebracht: Er eröffnete das kleine Café wieder, „das Stückchen Kuchen und die Tasse Kaffee, das ist für die Senioren am Nachmittag so wichtig“, sagt er. Die Krankmeldungen beim Personal seien zurückgegangen. Jeden Tag gebe es Spiele, Vorlesedamen kämen, es werde gebastelt, bei Bingo, Kegeln und Domino gewetteifert. „Es wäre schön, wenn wieder junge Menschen für Praktika bei uns vorbeikommen würden oder die Vereine. Wir freuen uns über jeden“, sagt er.

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