Der Feldweg südlich der Bahnlinie soll ausgebaut werden.
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Der Feldweg südlich der Bahnlinie soll ausgebaut werden.

Verbindung nach Ebersberg: Gemeinde prüft Ausbau von Abschnitt an Bahnlinie

„Schneller Radweg“: Gemeinde prüft Ausbau von Abschnitt an Bahnlinie

Ein „schneller Radweg“ soll vom Landkreis-Osten Richtung Ebersberg führen. Die Gemeinde Grasbrunn prüft nun schon mal den Ausbau eines Abschnitts an der Bahnlinie.

Grasbrunn – Die Grasbrunner Grünen wollen, dass die Gemeinde den Feldweg zwischen der Vaterstettener S-Bahnstation und der Autobahnbrücke asphaltiert und beleuchtet. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, das die Verwaltung die Besitzverhältnisse klären und die Kosten des Ausbaus grob schätzen soll.

Von den fünf Radschnellwegen ins Umland, die die Stadt München derzeit untersucht, führt keiner in den Südosten Richtung Ebersberg. Deshalb stellten die Grünen aus Stadt und Umland eine verhältnismäßig kostengünstig zu realisierende Strecke vor, die auf gut 30 Kilometern abseits des Autoverkehrs die Gemeinden verbindet. Für Grasbrunn wünschen sich die Grünen den Ausbau des nicht befestigten Feldwegs südlich der Bahnlinie, der derzeit als Geh- und Radweg fungiert. Geprüft werden soll, wem der auf Grasbrunner Flur verlaufende Abschnitt gehört, ob dieser Abschnitt asphaltiert sowie vor und hinter der Brücke über die A 99 so breit ausgebaut werden kann, dass eine Trennung von Fuß- und Radverkehr möglich ist. Ebenso soll die Verwaltung prüfen, ob eine Beleuchtung des Wegs möglich ist, alles mit entsprechender Kostenschätzung und welche Fördermöglichkeiten bestehen.

„Allerdings gebe ich zwei Dinge zu bedenken“

Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) zeigte sich über den Antrag erfreut und will ihn auch voll unterstützen. „Allerdings gebe ich zwei Dinge zu bedenken: Es besteht bereits ein Radweg in etwa 500 Meter Entfernung entlang des B 304“, sagte der Rathauschef. „Zudem werden wir den Antrag in der Verwaltung unter dem Aspekt der Kostenminimierung bearbeiten, also nur als grobe Kostenschätzung.“ Würde man damit ein Planungsbüro beauftragen, entstünden nämlich erhebliche Kosten.

Jonas Meissner (Grüne) betonte, dass der gesamte schnelle Radweg verhältnismäßig zügig und kostengünstig zu erstellen sei, weil er über bestehende Wege führe. Den Radweg entlang der B 304 hält er im Gegensatz zur beabsichtigten familienfreundlichen Trasse für recht gefährlich wegen abbiegender Autos und der auf Autofahrer ausgelegten Ampelschaltung.

Korneder geht davon aus, dass der durch den Bau des Geh- und Radweges verursachte Eingriff in die Natur aufgrund der Versiegelung der Radwegeflächen ausgeglichen werden müsse. „Dem Antrag der Grünen ist jedoch kein Vorschlag beigefügt, wie dieser Ausgleich erfolgen könnte, leider auch kein Finanzierungsvorschlag.“ Meissner ergänzte, dass bereits einzelne Teilstücke das Radwegenetz deutlich verbesserten und nach seiner Information das Sonderprogramm „Stadt und Land“ als Förderung in Frage komme. Der Bund stelle den Ländern bis 2023 Finanzhilfen für Investitionen in den Radverkehr von insgesamt bis zu 657 Millionen Euro zur Verfügung. Voraussetzung für die Förderung sei allerdings, dass vollständige Antragsunterlagen für baureife Projekte bis 31. Dezember 2021 vorliegen.

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