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Unterkunft für Flüchtlinge

Grasbrunn will Turnhalle nicht hergeben

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Grasbrunn -  Vehement wehrt sich die Gemeinde gegen eine Belegung der Turnhalle mit Flüchtlingen. Stattdessen bringt der Bürgermeister eine andere Unterkunft ins Spiel.

Der Landkreis rückt die Turnhalle der Grundschule Grasbrunn als mögliche Notunterkunft für Asylbewerber in den Fokus. Keine Option, findet Bürgermeister Klaus Korneder (SPD). Auch aus der CSU regt sich nun großer Widerstand. Gegen die Pläne – und gegen den Rathauschef.

Der bringt nun eine neue Lösung ins Spiel: Statt der Turnhalle will die Gemeinde bislang vom TSV genutzte Räume im Bürgerhaus Neukeferloh zur Verfügung stellen, wenn das Landratsamt diese für geeignet hält, wie Korneder berichtet. Zudem habe er in einem Gespräch mit Vertretern der Stabstelle Asyl im Landratsamt am Mittwoch 15 Plätze an der Hauptstraße in Harthausen angeboten. Die Mietverträge liegen derzeit zur Prüfung im Landratsamt.

Die Unterbringung an der Hauptstraße zählt zu den drei Standorten, über die bereits im Sommer 2015 intensiv in der Gemeinde diskutiert wurde. Mit einem denkbar knappen 11:9-Ratsbeschluss hatte sich der Gemeinderat für drei mögliche Unterkünfte am Bolzplatz Neukeferloh, auf Flächen in Grasbrunn sowie an der Hauptstraße in Harthausen entschieden.

Schon damals rief Detlef Wildenheim zum Protest auf. Der Neukeferloher organisierte sogar eine private Bürger-Info, um die Unterkunft am Bolzplatz zu verhindern (wir berichteten). Dabei übte er massive Kritik an Bürgermeister Korneder. Nun wendet sich Wildenheim erneut an die Öffentlichkeit. Mit einem Schreiben, das er nach eigenen Angaben „allen Haushalten in der Gemeinde Grasbrunn“ zukommen ließ. Darin macht das CSU-Mitglied den Bürgermeister verantwortlich für die mögliche Belegung der Turnhalle. „Und jetzt auch noch das“, schreibt der Christsoziale. „Unsere Gemeinde braucht umgehend Gestalter und keinen Verwalter. Übernehmen sie Verantwortung für Ihre bisherige Politik.“ 

Es gebe „zahlreiche Möglichkeiten zur Schaffung von Wohnraum für die Flüchtlinge“ – und ergänzt durch ein wenig politische Eigenwerbung – „auch vom CSU-Ortsverband“. Die klare Forderung: „Nehmen Sie umgehend die Vorschläge anderer an, auch die der CSU Grasbrunn“. Darunter soll jeder Bürger, der den Brief erhält, mit seinem Namen unterzeichnen und das Schreiben direkt ans Rathaus senden.

Korneder widerspricht dieser Darstellung: Seit langem gebe es eben jene drei Vorschläge für die Unterbringung von Asylbewerbern, doch die Umsetzung sei verfahrenstechnisch langwierig und nicht in drei Wochen realisierbar. Außerdem sei das Problem Unterbringung – entgegen den Aussagen auf dem Flugblatt – nicht „seit Jahren bekannt“.

Der Rathauschef hat dem Landkreis nicht nur mögliche Alternativen präsentiert. Zeitgleich habe er gegenüber den Verantwortlichen einmal mehr betont, dass die Turnhalle aus vielen Gründen nicht geeignet sei. Die Fläche sei zu klein und durch die Glasfenster zu stark einsehbar von außen. In dasselbe Horn stößt die Grasbrunner CSU, die kurz nach ihrem Mitglied Wildenheim ebenfalls eine Stellungnahme verschickte. „Die Glasfront verhindert eine Privatsphäre der Asylbewerber. Die Halle wird nicht nur von der Schule genutzt, sondern auch von den Vereinen, die hierdurch in Mitleidenschaft gezogen werden“. Die Maßnahme sei unverhältnismäßig, da „ein Personenkreis von zirka 1000 die Halle in Anspruch nimmt, im Gegenzug werden eventuell 70 bis 80 Asylbewerber untergebracht“.

Korneder versteht die Kritik nicht, denn die CSU „war in alle Schritte eingebunden, und dabei hat es immer einen breiten Konsens gegeben“.

Nicht nur der Grasbrunner Rathauschef sieht sich steigender Kritik gegenüber. Die Ankündigung von Landrat Christoph Göbel (CSU), neun Turnhallen auf ihre Eignung für eine mögliche Unterbringung von Flüchtlingen zu prüfen, rief in mehreren der betroffenen Gemeinden Unmut hervor. Straßlach-Dinghartings Bürgermeister Hans Sienerth (parteifrei) sieht in einer Belegung des Bürgerhauses keine Option. Und Pullach wehrt sich ebenfalls massiv gegen eine erneute Belegung einer Halle im Ort.

nine/kp

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