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Gegraben um zu bleiben? - Das strittige Grasbrunner Loch.

Gemeinderat debattiert über Baugrube

Zuschütten und wieder aufbuddeln? - Posse um Loch in Grasbrunn

  • Bert Brosch
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Eine Grube mitten im Wohngebiet sorgt für Ärger: Für die einen ist sie hässlich und ein Sicherheitsrisiko, die anderen fürchten, sie zuzuschütten könnte für die Katz sein.

Grasbrunn – Vor über fünf Jahren zog das Unternehmen Kugler bereits von Grasbrunn nach Parsdorf. Auf dem ehemaligen Firmengelände befinden sich zahlreiche neue Wohnhäuser – und ein großes Loch. Doch einfach zuschütten geht bisher nicht.

Acht Wohnhäuser stehen in Grasbrunn zwischen Möschenfelder- und Lehnerstraße. Ganz im östlichen Teil des Neubaugebiets, kurz vor dem Kreisel und Ortsausgang in Richtung Harthausen, gähnt das Loch. „Gut sechs Meter tief, 25 Meter lang und zehn Meter breit“, schätzt Gemeinderat Hannes Bußjäger (FW). Aus Sicht seiner Fraktion verunstaltet die Grube das Ortsbild, der Zaun außen herum drohe hineinzufallen, und das sei wiederum gefährlich für Kinder. Bußjäger will das Loch auffüllen lassen und kann sich dort einen ohnehin benötigten Busparkplatz vorstellen. Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) präsentierte eine Kostenberechnung der Verwaltung. Verfüllen und Verdichten: rund 25.000 Euro, erneutes Ausheben: gut 14.000 Euro.

Folgt auf das Verfüllen eine neue Baugrube?

Denn das Loch könnte noch gebraucht werden: „Wir werden in Grasbrunn eine zusätzliche KiTa benötigen“, erläuterte Korneder. Wenn die Gemeinde jetzt das Loch zuschütte und ein halbes Jahr später als Baugrube wieder ausbaggere, dann würden sich zu Recht viele Bürger beschweren. Bussjäger wiederum rechnet nicht damit, dass die Gemeinde ein solches Vorhaben in den kommenden Jahren bis zur Baureife bringt.

Karl Humpelmair (CSU) schlug vor, den Kiesaushub der neuen Turnhalle, der im kommenden Frühjahr anfalle, einfach für das Loch zu verwenden. Bauamtsleiterin Stephanie Zirngibl argumentierte, die Gemeinde habe dem Bauunternehmen der Turnhalle den Kies vertraglich zugesichert. So müsse die Gemeinde den eigenen Kies zurückkaufen. Die Kosten dafür schätzen Humplmair und Bußjäger aber auf nur höchstens 3000 Euro. Die Verwaltung muss das nun gegenrechnen – und das Ergebnis dem Bauausschuss vorlegen. Dann geht die Debatte ums Grasbrunner Loch in die nächste Runde.  

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