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Vize-Wirrwarr: Zwei CSU-Kandidaten treten gegeneinander an - einen schlug die SPD vor

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Von: Bert Brosch

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Führungstrio: Bürgermeister Klaus Korneder (M.) mit seinen Stellvertretern Detlef Wildenheim (CSU) und Johannes Bußjäger (FW). © bb

„Starker Tobak“: Die SPD hat eine CSU-Gemeinderätin als Vize-Bürgermeisterin vorgeschlagen. Ihre Fraktion musste kurzfristig reagieren. Der vorgesehene Kandidat trat daher nicht an.

Grasbrunn – Das gab es wohl noch nicht oft: Bei der Wahl des Stellvertreters von Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) traten an: Detlef Wildenheim, CSU-Ortsvorsitzender und Fraktionssprecher, gegen Ursula Schmidt, ebenfalls von der CSU. Schmidt wurde allerdings von der SPD für den Posten nominiert. Nach einem 10:10-Patt im ersten Wahlgang setzte sich Wildenheim letztlich mit 11:9 Stimmen durch.

Korneder begrüßte die neuen Mitglieder des Gemeinderats im Saal des Bürgerhauses. „Die erste Sitzung hätten wir uns alle ganz anders vorgestellt, hoffen wir, dass dies nicht zur langanhaltenden Norm wird.“ Der Bürgermeister darf sich allerdings auf sechs harte Jahre einrichten, Mehrheiten zu finden, wird für ihn und seine auf fünf Sitze geschrumpfte SPD schwer werden, einen Stellvertreter aus den eigenen Reihen, wie bislang die ruhige und erfahrende Iris Habermann, hat er nun auch nicht mehr.

„Das war schon megastarker Tobak“

Zunächst kritisierte Max Walleitner (Grüne) Korneder und die Verwaltung in ungewohnter Schärfe. „Wir haben für den Tagesordnungspunkt ’Erlass der Geschäftsordnung’ sechs grundlegende Änderungen. Diese Änderungen haben wir fristgerecht eingereicht, sie wurden aber nicht an die Gemeinderäte verschickt“, echauffierte sich Walleitner. Wie er erfahren habe, sei dies mit den Anträgen der BfG ebenso geschehen. „Also können wir das heute entweder stundenlang diskutieren, in dem wir unsere Wünsche im Detail vorlesen“, forderte Walleitner, „oder wir nehmen den Punkt von der Tagesordnung.“ Das tat das Gremium auch, direkt nach der Vereidigung der sechs neuen Gemeinderäte.

Bei der Wahl von Korneders Stellvertretern ergab sich dann eine kuriose Situation. Wildenheim hatte noch am Nachmittag eine E-Mail an Presse und Gemeinderäte verschickt, in der er für seinen Fraktionskollegen Bernhard Bauer als Korneder-Vize warb, der von der Fraktion und dem Vorstand einstimmig gewählt worden war. Bauer sei in der Gemeinde aufgewachsen, in diversen Vereinen und Ehrenämtern verwurzelt, „mit wirtschaftlichen Sachverstand und Erfahrung sowie sozialer Kompetenz“ und somit der ideale Kandidat.

Als sich kurz vor der Sitzung herauskristallisierte, dass CSU-Gemeinderätin Ursula Schmidt antreten und auch noch von der SPD ins Rennen geschickt werde, zog Bauer seine Kandidatur zurück, weil er keinen Unfrieden wollte in der Fraktion. „Das Verhalten von Frau Schmidt, das war schon megastarker Tobak, darauf mussten wir reagieren und so habe ich mich bereit erklärt“, erläutert Wildenheim auf Anfrage. Er präsentierte sich als den „zweiten Sieger im Bürgermeister-Wahlkampf“.

Wildenheim setzt sich in Durchgang zwei durch

Julia Blanck (SPD) plädierte für Schmidt: „Sie hat so viel Erfahrung und Fachwissen und als eine von nur noch vier Frauen im Gemeinderat wäre das ein schönes Zeichen“, sagte Blanck. Schmidt zeigte sich geehrt, „und weil mich auch andere Fraktionen gefragt haben, möchte ich das Amt gerne haben.“ So traten zwei CSU-Kandidaten gegeneinander an, der erste Wahlgang endete 10:10, im zweiten setzte sich Wildenheim durch.

Auch beim zweiten Bürgermeister-Stellvertreter zeigten sich die neuen Verhältnisse im Grasbrunner Gemeinderat: Johannes Bußjäger (FW) triumphierte deutlich mit 14:7 Stimmen gegen SPD-Kandidat Ulrich Hammerl.

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