+
Pfadfinder-Ritual: Vor dem Essen geben sich alle Pfadfinder im Zeltlager die Hände und wünschen sich „Guten Appetit“. Am Tisch sitzen die Leiter des Stamms „Columbus“, Christoph Meier (2.v.l.) und Felix Maurer (dahinter). 

Grasbrunner Stamm „Columbus“ wird 40

Geburtstagsfest unter „Pfadis“

  • schließen

Vier Tage lang haben die Grasbrunner Pfadfinder Geburtstag gefeiert. Mit 35 Kindern, vielen Aktionen und Lektionen.

Grasbrunn – Eng sitzen die „Wölflinge“ und „Rover“, „Jupfis“ und „Pfadis“ zusammen. Dazwischen, gut erkennbar an den grauen Halstüchern, die Leiter der Pfadfindergruppe Grasbrunn vom Stamm „Columbus“. Etwa 35 Buben und Mädchen zwischen 6 und 16 Jahren haben sich an den Biertischen auf dem alten Sportplatz zum Mittagessen versammelt. Drumherum stehen ihre schwarzen Zelte und Jurten. Jeder stützt seine Arme auf, greift rechts und links den kleinen Finger des Nebenmannes und trommelt mit den Ellbogen im Takt: „Nix versabbert und nix verschütt‘ – guten Appetit!“

Sie feiern gemeinsam den 40. Geburtstag des Pfadfinderstammes „Columbus“ mit einem viertägigen Lager. Dazu gehörte der Zeltaufbau, die Einteilung der Lagerdienste wie Kochen, Spülen, und Müll aufräumen ebenso wie Spiel- und Sportwettkämpfe, Basteln, Schnitzen, Knoten und Lieder am Feuer singen.

Manche Pfadfinder übernachten das erste Mal allein, ohne Mama und Papa, im Freien. Zum Beispiel David und Niko, beide zehn Jahre alt. Angst haben sie nicht. Schließlich schlafen sie zu zehnt im Zelt. „Die Nacht war ganz schön kalt“, sagt David. Beide wollen aber noch viele weitere Lager miterleben.

Am Samstag schauten Eltern, Großeltern und Freunde vorbei und ließen sich zeigen, was einen echten Pfadfinder ausmacht. Zum Beispiel einen Geldbeutel aus einer alten Karton-Saftpackung basteln. „Ich habe schon ein paar Lager mitgemacht“, sagt Tassilo (11) „und es ist jedes Ma total cool.“ Auch Leopold (11) bestätigt: „Das macht unheimlich Spaß.“

Im Frühjahr 1977 gründete sich die erste Pfadfindergruppe in Neukeferloh. „Seit vielen Jahren sind wir stabil bei 90 gemeldeten Mitgliedern, richtig aktiv und auch beim Lager sind 50 Kinder dabei“, erzählt Christoph Meier (23) stolz. Er leitet den Stamm „Columbus“ im dritten Jahr, mittlerweile gemeinsam mit Felix Maurer (20). Woher der Name stammt, weiß allerdings niemand so recht. Fünf Jugendgruppen gibt es in Grasbrunn, sie treffen sich jede Woche im Pfarrsaal von St. Christophorus. Los geht’s für die jungen Pfadfinder mit sechs Jahren als Wölfling, nach zwei Jahren werden sie Jungpfadfinder. Cooler klingt natürlich „Jupfi“. „Mit 12 oder 13 Jahren muss man Pflichten übernehmen“, betont Meier. Etwa die Gruppenabende vorbereiten. Zudem sollten die Pfadfinder einige Pflanzen sowie jede Menge Knoten kennen und auch ein Einzelzelt aufbauen können. „Dann wird man Pfadfinder“, erzählt Meier. Mit 16 Jahren werden die Mitglieder „Rover“ und leiten die ersten Gruppen an. Erkennbar ist die jeweilige Stufe anhand diverser Aufnäher auf dem khakifarbenen Hemd sowie an der Halstuchfarbe. Allerdings erkennt nur ein Pfadfinder die einzelnen Bedeutungen.

Unabhängig vom Alter und von der Bezeichnung gilt für alle Pfadfinder: „Jeder muss von Anfang an die Ideen von Pfadfinder-Gründer Baden-Powell sowie unsere Grundsätze Toleranz, Hilfsbereitschaft und Miteinander aktiv leben“, sagt Maurer. „Von daher positionieren wir uns auch politisch gegen Intoleranz oder Rassismus, die ja leider bei uns zunehmen.“ Grundsätzlich ist die Gruppierung unpolitisch, zwar organisatorisch der katholischen Kirche nahestehend, aber offen für alle Konfessionen. Bekehrt wird beim Stamm „Columbus“ niemand. Jedes zweite Jahr eröffnet eine neue Gruppe mit etwa 15 jungen Wölflingen. Wer 20 wird, scheidet aus dem aktiven Pfadfinder-Leben aus.

Aber klar ist auch: „Pfadi bleibt man ein Leben lang“, sagt David (10). Die beiden Stammesleiter Christoph Meier und Felix Maurer können das nur bestätigen.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Weniger Politik beim Keferloher Montag
Mehr Landwirtschaft, weniger Politik. Ganz wie früher auf den Viehmärkten soll es diesmal zugehen beim Keferloher Montag.
Weniger Politik beim Keferloher Montag
B11: Rollerfahrer prallt in Auto
Ein Rollerfahrer wollte sich am Dienstag in Hohenschäftlarn am Stau vorbeischlängeln. dabei stieß er allerdings mit einem abbiegenden Auto zusammen.
B11: Rollerfahrer prallt in Auto
Statt Vollbremsung aufs Gas 
Statt eine Notbremsung hinzulegen, ist ein Autofahrer aufs Gaspedal gerutscht am Stauende bei Baierbrunn.
Statt Vollbremsung aufs Gas 
Kopftuch statt Kratzbürste
Neubiberg – Rainer Sontheimer (39) liebt gute Rock- und Metalmusik, hängt sich zu Weihnachten Christbaumkugeln in den Bart und ist ein Fan von Ludwig II. Als Dozent im …
Kopftuch statt Kratzbürste

Kommentare