Der Corona-Koordinierungsstab im Landratsamt München.
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Seit einiger Zeit tagt der Koordinierungsstab für die Corona-Pandemie im Landratsamt wieder in eng getakteten Intervallen.

Landrat will Perspektiven für Leben mit Corona nach Lockdown

Große Hoffnung auf Schnelltests

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Mit Sorge beobachtet Landrat Christoph Göbel den Anstieg der Coronainfektionen im Landkreis. Dennoch soll es an den Schulen auch nach den Ferien weiterhin möglichst Regelunterricht geben.

  • An vielen Schulen und Kitas im Landkreis München gibt es Corona-Fälle
  • Landrat will Ferien nutzen für mehr Schutzkonzepte
  • Auch wieder mehrere Fälle in Pflegeeinrichtungen

30 Schulen und 17 Kindertageseinrichtungen im Landkreis sind mittlerweile von Coronafällen betroffen. „Ich bin froh, dass wir durch die Ferien jetzt etwas Zeit gewinnen“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) bei einem Pressegespräch. Zeit, um noch mehr Vorkehrungen für die Sicherheit der Schüler zu treffen. Oberstes Ziel weiterhin: Regelunterricht ermöglichen, Homeschooling und Wechselunterricht so weit möglich vermeiden. Unter anderem mache man sich Gedanken zu besseren Lüftungskonzepten und wann das Tragen von Masken sinnvoll ist. Ganz wichtig ist Göbel ein einheitliches Vorgehen. „Das versteht doch kein Mensch, warum Grundschulkinder in München keine Masken tragen und bei uns schon.“ Er hoffe, der Freistaat habe aus seinen Fehlern gelernt und gebe nun einheitliche Regeln für alle vor.

Schutz von Heimbewohnern an oberster Stelle

Oberste Priorität gilt dem Schutz der Bewohner von Pflegeheimen. In vier Einrichtungen wurden insgesamt sieben Bewohner und sieben Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. 61 Bewohner und 36 Mitarbeiter befinden sich derzeit als Kontaktpersonen in Quarantäne. In 30 von 56 Häusern fanden schon präventive Reihentestungen statt. „Wir hoffen, durch frühere Erkennung, Schlimmeres zu verhindern“, so Göbel. Viel verspricht er sich auch von Schnelltests „Sie spielen eine erhebliche Rolle, um ein vergleichsweise normales Zusammensein zu ermöglichen“, so Göbel – auch künftig in der Gastronomie und bei Kulturveranstaltungen.

Unternehmen im Landkreis arbeiten an Medikamenten

Er verweist zudem auf Unternehmen im Landkreis, die „in greifbarer Nähe“ an Medikamenten zur Behandlung von Corona-Patienten arbeiten. Auch das könne das Problem abmildern. Derzeit seien laut Göbel zwar nur etwa 50 von 800 Intensivpflegebetten im Regierungsbezirk Oberbayern mit Covid19-Patienten belegt, doch bereits ein Drittel der für Covidpatienten vorgesehenen normalen Betten. Sehr schwierig sei mittlerweile die Kontaktnachverfolgung von positiv getesteten Bürgern. „Wir geben aber nicht auf“, betonte Gesundheitsamtsleiter Gerhard Schmid. Durch standardisierte, vereinfachte Verfahren versuche man, der steigenden Zahl zu begegnen.

Ein neues mobiles Testzentrum

Um zusätzliche Testmöglichkeiten zu schaffen, will der Landkreis ein mobiles Testzentrum einrichten. Damit können Engpässe aufgefangen und Infektionsschwerpunkte schnell bedient und dadurch eingegrenzt werden. Auch in Pflegeeinrichtungen könnte die mobile Teststation zum Einsatz kommen.

Grundsätzlich geht es laut Göbel jetzt darum, Perspektiven zu entwickeln für das weitere Leben mit dem Virus nach dem Lockdown. Aktuell bereitet der Landkreis die Reaktivierung der erprobten Krisenstrukturen vor, die sich bereits während des ersten Katastrophenfalls im Frühjahr als hilfreich erwiesen haben, DORIS RICHTER

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