Packt an, wo’s nötig ist: Herbert Baumann baute das Bürgerhaus ehedem mit auf. Heute ist er der Hausmeister. sab

Von Tag eins an ist er der Hausmeister

Der Mann für alles: Seit 1979 kümmert sich Herbert Baumann ums Bürgerhaus in Harthausen

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Wenn‘s im Bürgerhaus Harthausen tropft oder eine Glühbirne spinnt, gibt‘s einen Mann, der sich darum kümmert: Herbert Baumann. Und das seit 40 Jahren. Er hat das Haus sogar mit gebaut.

Harthausen – Ein Mann ist mit dem Harthauser Bürgerhauses untrennbar verbunden. Herbert Baumann (72) ist der Mann für alles. Er hält den Betrieb seit 40 Jahren am Laufen. Egal wo es zwickt, Baumann ist zur Stelle, er tauscht Lampen aus, repariert die Heizung oder flickt den Wasserhahn, wenn dieser mal tropft. Und das annähernd von Kindesbeinen an.

Denn Baumanns Onkel, Andreas Häusler, schenkte 1955 das Grundstück der Kirche für den Bau eines Jugendheims, das die Harthauser Bürger zum Großteil in Eigenregie erbaut haben. Der kleine Herbert, damals noch keine zehn, half beim Dachstuhlbau mit. Als 1977 das örtliche Gasthaus Schilling den viel genutzten Saal zu Wohnungen umbaute, wussten die Vereine nicht mehr, wohin zum Üben und Feiern. Kurzerhand wurde aus dem Jugendheim ein Bürgerhaus. Wieder einmal war Anpacken gefragt bei den Umbauarbeiten, „bei denen die Harthauser alle zusammengearbeitet haben“, erinnert sich Baumann. Im Oktober 1979 wurde das Bürgerhaus bezogen, als Hausmeister wurde Werner Baumann engagiert.

„Wenn nachts um zehn die Abwasserpumpe nicht geht, dann sause ich los“

Musik- und Bibelstunden, Theater- und Jugendgruppen, Kirchenchor, Schützen, Kommunion- und Firmunterricht, Seniorenturnen und Altenclub fanden dort ein Zuhause. Eigentlich hatte jeder Verein seine Belegzeiten und baute die Räumlichkeiten auf seine Bedürfnisse um, legte Kissen aus, platzierte Stühle oder baute Tischtennisplatten auf. „Ich habe die Schlüssel ausgegeben, stets nachgesehen, dass alles seine Ordnung hat und funktioniert“, erinnert sich Baumann. Er hatte den Überblick im Bürgerhaus. Nur wenn die Vereine untereinander wieder Termine tauschten, ohne dass er was wusste, „war oft das Chaos vorprogrammiert“.

Als auch noch die alte Schule in Neukeferloh Anfang der 1980er Jahre renoviert wurde, quartierten sich zusätzlich die Neukeferloher und Grasbrunner Vereine in Harthausen ein. Eigentlich hieß es immer, dass es im Bürgerhaus „ja nicht so viel zu tun gebe, aber plötzlich gingen 20 Gruppierungen ein und aus“. 1984 kommt am Bürgerhaus ein kleiner Anbau, die „Schänke“, hinzu, 1999 wurde das Haus rundum saniert samt neuem Dachstuhl sowie einem weiteren Anbau zum Umziehen und Schminken für das Harthauser Dorftheater. Im Zuge dessen wurde auch die Elektrik, Heizung und Lüftung erneuert. Doch just am Tag der Wiedereröffnung am 25. Juli 1999, zum Dorffest, stand der Saal unter Wasser, der Geschirrspüler war defekt, „ich musste mühsam das Wasser aus dem Saal hinausschieben“, sagt Baumann.

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Über die Jahre veränderte sich der Bau. 2006 bekam die Terrasse ein Glasdach, 2007 wurde das Parkett erneuert, 2013 gab es neue Fenster, 2019 wurde ein Lichtschacht betoniert. „Immer war ich mit dabei und seit über 40 Jahren jeden Tag im Bürgerhaus“, sagt Baumann. „Ich habe so gut wie alles schon ausgetauscht und auch repariert.“ Dass er direkt neben dem Bürgerhaus wohnt, ist Segen und Fluch zugleich, denn „wenn nachts um zehn die Abwasserpumpe nicht geht, dann sause ich los“.

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