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Auf die Teerfläche neben der heutigen Halle soll nach Plänen der Freien Wähler die neue Sporthalle gebaut werden.

Finanzierungsfrage

In Trippelschritten zur neuen Sporthalle

Die Schulturnhalle an der Leonhard-Stadler-Straße In Neukeferloh stammt aus den 1970er-Jahren und war ausgelegt für 3000 Bürger. Heute hat die Gemeinde Grasbrunn 7000 Einwohner. Die Halle genügt heutigen Anforderung nicht mehr. Eine Neue muss her. Aber wo, und wer soll das bezahlen?

Grasbrunn – Bürgermeister, Parteien und Vereine sind sich einig, dass die Gemeinde dringend eine neue Turnhalle benötigt. „Wir müssen endlich den Standort festlegen und einen klaren Willen zeigen“, forderte Johannes Seitner, Ortsvorsitzender der Freien Wähler, im „Arbeitskreis Turnhalle“.

Kämmerer Sebastian Stüwe legte Zahlen vor. „In der Grundschule Grasbrunn gibt es 15 Klassen. Demnach stünde uns eine geförderte Einfachhalle mit 27 mal 15 Meter zu.“ Der Kostenmittelwert dafür beträgt 1,86 Millionen Euro, wovon der Freistaat bei einer Schulturnhalle bis zu 80 Prozent fördern würde. Das Problem ist aber laut Stüwe die hohe Steuerkraft von Grasbrunn. „Die Regierung von Oberbayern stuft uns auf 210 Prozent des bayrischen Durchschnittswerts ein, gefördert wird nur bis 180 Prozent. Wir bekommen also keine öffentliche Förderung!“ Kalkuliert habe man bislang mit 25 bis 30 Prozent.

Zuschuss vom Sportverband?

Eine andere Möglichkeit sei die Förderung des TSV Grasbrunn über den Bayerischen Landessportverband (BLSV). Der gewährt einen Zuschuss von 20 Prozent der Bausumme sowie 10 Prozent als zinsverbilligtes Darlehen. Der TSV wäre dann Bauherr und Eigentümer, die Gemeinde hätte für 25 Jahre keinen Einfluss, wer die Halle wann und wie nutzen darf. Der TSV mit seinen 1080 Mitgliedern müsste die Halle jeden Tag von 14 bis 22 Uhr belegen und dies mit Übungsleitern nachweisen. „Obwohl wir dringend eine neue Halle brauchen – aber das ist für uns vollkommen unmöglich! Wir sind Leistungsstützpunkt für Karate, zudem ausgezeichnet für Senioren- und Gesundheitssport. Aber jeden Tag 24 Einheiten mit Übungsleitern durchführen, das können wir nicht“, sagte TSV-Vorsitzender Ulrich Hammerl bedauernd.

Bürgermeister ist gegen Kreditaufnahme

„Die dritte Möglichkeit wäre eine Kreditaufnahme – nach wie vor sehr günstig, doch das kommt für uns nicht in Frage“, stellte Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) klar. „Jeder Kredit bedeutet, dass unser Haushalt genehmigt werden muss, dass wir unsere extrem niedrigen Steuersätze deutlich erhöhen und die Straßenausbau-Beitragssatzung einführen müssten. Das wollen wir nicht, daher nehmen wir keinen Kredit auf, egal für was“, ergänzte Kämmerer Stüwe.

Seit dem Jahr 2005 steht das Thema regelmäßig in den Wahlkampfplänen der Parteien. Vor allem die Freien Wähler fordern vehement den Neubau. „Wir sagen nicht, dass die Halle heuer oder 2018 gebaut werden muss – aber man sollte endlich den deutlichen Willen zeigen, dass etwas vorwärtsgeht. Das fehlt uns beim Bürgermeister total“, kritisiert Johannes Seitner. Thomas Michalka (BfG) fordert, am besten die Gewerbesteuereinnahmen zu erhöhen. Genau das sei der Grund für das neue Gewerbegebiet in Keferloh, entgegnete Korneder. „Wir machen das nicht aus Jux und Dollerei, sondern damit wir uns so etwas leisten können. Wir steigern die Gewerbesteuer, dann können wir uns in ein paar Jahren eine Halle bauen.“ Eine Zweifach-Halle, Größe 27 mal 30 Meter, würde rund 3,6 Millionen Euro, kosten, eine Dreifach-Halle mit 27 mal 45 Meter 5,4 Millionen.

Als Standort schlägt die FWG den Bolzplatz neben der heutigen Halle vor, das wäre auch der Favorit von Korneder und Schulleiterin Christine Neumann. „Wenn wir mit den Kindern erst eineinhalb Kilometer gehen müssten, ist das keine Schul-Turnhalle.“ Die CSU würde die Halle gerne zwischen Sportpark und Grasbrunn bauen und daneben ein komplett neues Schulzentrum errichten.

Für die nächste Sitzung des Arbeitskreises am Dienstag, 30. Mai wird ein erfahrener Sporthallen-Planer eingeladen.

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