Kinderbetreuung: Eltern müssen mehr zahlen

Die Gemeinde Grasbrunn muss draufzahlen, wenn es um die Verpflegung der Kinder in den Betreuungseinrichtungen geht. Deshalb steigen ab September die Gebühren.

von Bert Brosch

Grasbrunn – Die Gebühren für die Verpflegung in Grasbrunner Kinderbetreuungseinrichtungen steigen: Von 1. September an wird jedes Mittagessen in Krippe, Kindergarten und Hort einheitlich vier Euro kosten. Hintergrund: Im vergangenen Jahr legte die Gemeinde bei jeder Mahlzeit 1,48 Euro drauf. Bei 37 418 Essen insgesamt waren das über 55 000 Euro Defizit.

Für Kindergarten- und Hortkinder bedeutet das eine Erhöhung um 50 Cent, die Krippenkinder müssen je Mahlzeit einen Euro mehr bezahlen. Zudem steigen die Gebühren für alle Einrichtungen um fünf Prozent, für die Mittagsbetreuung ab September um 15 Prozent.

Jedes Jahr prüft die Verwaltung im September die Gebühren für die Benutzung der Kindertages-Einrichtungen. „Die Kosten steigen kontinuierlich, wir müssen daher die Elternbeiträge anheben. Die Mittagessen kosten im Durchschnitt 4,91 Euro, wir wollen daher eine Anhebung auf einheitlich vier Euro“, sagte Bürgermeister Klaus Korneder (SPD). Zudem werde die Geschwisterermäßigung für das zweite Kind von 25 auf 20 Prozent und für das dritte Kind von 50 auf 40 Prozent sinken. Konkret bedeutet dies für Eltern, deren Kinder noch nicht schulpflichtig und bis zu fünf Stunden in einer kommunalen Einrichtung sind, eine Erhöhung von 110 Euro auf 116 Euro im Monat. Schulkinder, die täglich bis zu fünf Stunden da sind, bezahlen künftig 140 Euro anstelle von 132 Euro.

„Im Kinderhaus Harthausen und in der Grasbrunner ,Kinderwelt’ wird frisch gekocht, hier müsste ein Essen zwischen 4,91 Euro und 5,28 Euro kosten. Im Kindergarten ,Honigblume’ erhöhte der Caterer die Kosten je Mahlzeit auf 3,50 Euro. Wir schlagen daher einen Betrag je Mahlzeit von vier Euro vor, auch in der ,Honigblume’ und in der Krippe, dort erhalten die Kinder zusätzlich zum Mittagessen mehrere Imbisse“, sagte Nicole Zeh. Sie ist in der Gemeinde zuständig für die kommunalen Kindertageseinrichtungen.

Gemeinderätin Julia Blanck (SPD) fand die Erhöhung auf vier Euro zu viel, „dafür kann ich in jeder Betriebskantine essen. Außerdem essen die kleinen Hort-Würmchen nie so viel wie die Kindergartenkinder.“ Fraktionskollege Dieter Schuster sagte, dass die Gemeinde trotz der Erhöhung nach wie vor zuzahle. „Ich finde, jedes Essen sollte kostendeckend verkauft werden.“ Davon riet Korneder dringend ab. „Wir erhöhen lieber jedes Jahr ein bisschen, als jetzt um so einen großen Betrag, dann tut es keinem sehr weh.“

Bei der Mittagsbetreuung blieben laut Zeh die Einnahmen aus Gebühren und staatlichen Zuschüssen nahezu gleich. „Die Differenz zwischen den Kosten für Personal, Gebäude, Spielzeug, Bastelmaterial, Essen und Verbrauchskosten übernimmt die Gemeinde.“ Daher schlug Zeh Erhöhungen zwischen 13 und 20 Prozent vor, je nach Buchungsdauer. Blanck konnte nicht nachvollziehen, warum die Kinder, die am kürzesten da sind, die größte Erhöhung haben sollten.

Dies sahen die Mitglieder des Hauptausschusses ebenso, daher wurde eine generelle Erhöhung um 15 Prozent beschlossen. Kinder, die drei Tage in der Woche bis 14 Uhr in die Mittagsbetreuung gehen, zahlen ab September 58 Euro anstatt 50 Euro. Wer fünf Tage in der Woche kommt und bis 15.30 Uhr bleibt, zahlt künftig 92 Euro statt 80 Euro.

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