Unter dem unbefestigten Parkplatz gegenüber der Möschenfelder Kirche Sankt Ottilien wird eine Tiefgarage für 60 Stellplätze entstehen, darüber 45 befestigte Parkplätze. Die große Linde bleibt stehen, an der Straße werden drei Bäume versetzt.
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Unter dem unbefestigten Parkplatz gegenüber der Möschenfelder Kirche Sankt Ottilien wird eine Tiefgarage für 60 Stellplätze entstehen, darüber 45 befestigte Parkplätze. Die große Linde bleibt stehen, an der Straße werden drei Bäume versetzt.

Bäume in Gefahr?

Naturschützer empört über Tiefgaragen-Pläne in Möschenfeld

  • Bert Brosch
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Gegenüber der Kirche Sankt Ottilien in Möschenfeld soll eine Tiefgarage mit 60 Stellplätzen entstehen, darüber eine Parkfläche mit 45 Plätzen. Naturschützer schlagen Alarm.

Grasbrunn - Die Fläche wird derzeit als unbefestigte Parkplatzfläche genutzt und ist im Flächennutzungsplan als gemischte Bau- und Grünfläche dargestellt. Der Bau der Tiefgarage soll laut dem Antragsteller Agrar Grasbrunn GmbH & Co.KG dazu beitragen, den oberirdischen Parkverkehr in Möschenfeld in höherem Maße im Untergrund stattfinden zu lassen und damit den Gemeindeteil aufzuwerten.

Die eingeschossige Tiefgarage hat eine Grundfläche von 25 auf 90 Meter und soll Platz für 60 unterirdische und 45 oberirdische Stellplätze bieten. Hauptsächlich sollen diese den Mietern und Besuchern des Guts Möschenfeld dienen. Zusätzlich ist eine öffentliche Nutzung der oberirdischen Stellplätze von Besuchern der Kirche eingeplant. Vor dem Rampengebäude an der Erschließungsstraße werden zudem sechs offene Stellplätze mit Elektro-Ladesäulen errichtet.

Grüne: Pläne torpedieren Natur- und Klimaschutz

Sven Blaukat (FDP) findet den Bauantrag „verdächtig“, denn in seinen Augen können die wenigen Autos, die bislang täglich in Möschenfeld abgestellt werden, nicht der Grund für so eine große Tiefgarage sein. Die beiden grünen Gemeinderäte Michelle Nelson und Max Walleitner konnten den Bauantrag auch nicht nachvollziehen. „Möschenfeld ist doch für die Grasbrunner und die Umgebung ein Ort der Natur, der Entspannung. Wenn wir da jetzt einer so großen Tiefgarage und einem befestigten Parkplatz zustimmen, das ist doch kein Natur- oder Klimaschutz, wie ihn alle Parteien zur Kommunalwahl versprochen hatten“, ärgerte sich Nelson. Walleitner fügte an, dass rund um den bisherigen Parkplatz zahlreiche alte, große Bäume stünden, über deren Zukunft gebe es im Bauantrag keine Auskunft. Insgesamt vermissten die beiden Grünen Transparenz rund um den Antrag.

80 Jahre alte Linde soll bestehen bleiben

Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) sagte, dass der jetzige Parkplatz an den Wochenenden, aber auch bei größeren Messen in der Kirche Sankt Ottilien immer absolut voll belegt sei. „Wir entscheiden heute über den Antrag zur Tiefgarage, aus meiner Sicht profitiert die Gemeinde vor allem vom oberirdischen, befestigten Parkplatz, denn der bisherige ist ja nur Kies und bei Regen matschig.“ Die etwa 80 Jahre alte Linde in der Mitte des Parkplatzes bleibe laut Korneder bestehen. Drei Bäume an der Straße, wo sich die Tiefgaragen-Einfahrt befinden wird, seien noch nicht so alt und würden versetzt. „Der Antragsteller hat uns versichert, es gebe bereits jetzt Bedarf für die Tiefgarage. Ob da noch mehr geplant ist, können wir heute nicht beurteilen, einen Antrag dafür gibt es jedenfalls nicht“, sagte Korneder Mit 10:2 Stimmen genehmigte der Bauausschuss die Änderung des Flächennutzungsplanes.

Bund Naturschutz startet Petition

Doris Dorschner-Walleitner Vorsitzende der Bund-Naturschutz in Grasbrunn, hat eine Petition gegen den Bau der Tiefgarage und für den Erhalt von Gut Möschenfeld und seinen Bäumen gestartet. „Etliche alte und landschaftsbildprägende Laubbäume auf dem oberirdischen Parkplatz und Alleebäume entlang der Straße stehen vor einer möglichen Fällung“, heißt es darin. 54 Bürger haben die Petition bei openpetition.de bisher unterschrieben. 

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