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Kuriose Idee: ein Nummernschild soll den jeweiligen Hund identifizieren.

Nummernschild fürs Zamperl

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Hunde müssen in Grasbrunn nicht an die Leine. Es gibt keine entsprechende Vorschrift. Das geht nicht, findet ein Gemeinderat. Und hat einen kuriosen Vorschlag.

Grasbrunn – Exakt 7000 Einwohner und 360 Hunde gibt es in Grasbrunn. An der Leine müssen diese Hunde nicht gehen, die Gemeinde hat keine entsprechende Verordnung erlassen. Da es aber immer wieder unschöne Begegnungen zwischen Hunden und Joggern, Spaziergängern oder Wild gibt, fordert Gemeinderat Thomas Michalka von der Vereinigung „Bürger für Grasbrunn“ eine klare Identifikation von frei laufenden Hunden: Er schlägt große Nummernschilder vor.

„Warum sollen wir für alle Hunde eine Anleinpflicht erlassen, die allermeisten sind ja anständig“, sagt Bürgermeister Klaus Korneder (SPD). Im Schnitt ein bis drei Mal im Jahr gebe es Zwischenfälle mit Hunden. „Dann werden wir tätig und erlassen für diesen Hund eine Anlein- oder auch Maulkorbpflicht, aber wir strafen nicht alle ab“, sagt Korneder.

Hintergrund für die aktuelle Diskussion ist, dass die Gemeinde sämtliche Hinweis-schilder, auf denen um das Anleinen der Hunde gebeten wurde, entfernt hat. Im weitläufigen Waldgebiet rund um Grasbrunn standen viele jahrelang rote Schilder: „Hunde anleinen – Wildruhezone“. Eines Tages fiel einem Spaziergänger auf, dass es in Grasbrunn keine Leinenverordnung gibt und die Gemeinde daher das Anleinen nicht von den Hundebesitzern gar nicht einfordern darf. „Wir haben die Schilder getauscht, nun stand drauf: „Hunde bitte an die Leine – Wildruhezone“.

Das habe einige Jahre sehr gut geklappt, sagt Korneder. In der jüngsten Vergangenheit habe es jedoch, so berichtet der SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Schuster, einige Vorfälle in den Wäldern gegeben: „Da forderten wohl Spaziergänger die Besitzer von frei laufenden Hunden auf, diese anzuleinen mit dem Hinweis auf die Schilder der Gemeinde. Sie erhielten mehrfach die Antwort, dass dies lediglich eine Bitte sei, an die man sich halten könne oder auch nicht“, sagt Schuster.

Nachdem sich empörte Bürger daraufhin im Rathaus beschwert hatten, wurde ihnen der Sachverhalt tatsächlich so bestätigt. „Ohne Leinenverordnung ist es eben nur eine Bitte“, sagte er.

Dass sich viele Hundebesitzer an diese Bitte nicht halten bedauert auch Thomas Schreder, Pressesprecher der bayerischen Jäger. „Immer wieder gibt es sehr unvernünftige Hundehalter, die ihre Tiere frei im Wald laufen lassen. Diese schrecken das Wild auf, jagen und hetzen es, manche reißen es auch. Wären die Hunde gut erzogen, hätten wir kein Problem, doch die meisten sind es eben nicht“, sagt Schreder. Erwische ein Jäger einen wildernden Hund, dürfe er auf ihn schießen, ganz legal.

Dass die Gemeinde nun sämtliche Schilder abmontiert hat, stößt im Gemeinderat auf geteiltes Echo: „Das ist zwar unbefriedigend, aber ich kann es verstehen“, sagte etwa SPD-Mann Schuster. Thomas Michalka (BfG) will das dagegen nicht akzeptieren: „Drei bissige Hunde von 360, das ist ja fast ein Prozent, da fordere ich eine Leinenpflicht“, sagte er. Vorbild könne die Nachbargemeinde Vaterstetten sein, wo eine solche Verordnung gelte. Genauso wichtig sei aber, dass jeder Hund klar seinem Besitzer zuordenbar sei. „Jedes schnelle Elektro-Rad und jedes Modellflugzeug benötigt eine Plakette, über die man den Inhaber eindeutig identifizieren kann. Da die Steuerplakette viel zu klein ist, schlage ich ein großes, deutliches Nummernschild für jeden Hund vor“, sagte Michalka. Ganz kleine „Zwergpinscher“ will er davon aber ausnehmen. Bürgermeister Korneder empfahl Michalka einen offiziellen Antrag im Gemeinderat zu stellen. Wohl nicht ganz ernst schlug der Bürgermeister zudem vor, gestrickte Pullover mit eingehäkelter Nummer für die Hunde zu entwerfen.

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