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Probefahrt: Obwohl es in Grasbrunn keine MVG-Radstation gibt, schwangen sich (v.l.): Bürgermeister Klaus Korneder, Landrat Christoph Göbel, Vize-Landrat Otto Bussjäger auf Leihräder und genossen die Fahrt auf dem neuen Radweg

Der Neubau wurde deutlich teurer

Die erste Etappe ist geschafft: Radweg eröffnet - beim Rest zieht es sich

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Nach über 20 Jahren verläuft ein Radweg von Grasbrunn Richtung Neukeferloh. Zumindest ein erstes Teilstück. Beim Rest hapert es an entscheidender Stelle.

Grasbrunn – Seit über 20 Jahren landet der Radweg von Grasbrunn zum Hauptort Neukeferloh immer wieder auf der Tagesordnung der Gemeinderäte. Erst konnte man sich lange nicht über die Streckenführung einigen, dann fehlten die Grundstücke. Jetzt wurde der erste Teil des kombinierten Geh- und Radwegs bis zur Sportanlage eröffnet – ohne Beleuchtung und auch ohne Photovoltaik-Module. Zumindest vorerst.

Mitte Oktober wurde mit dem Bau des 830 Meter langen Abschnitts begonnen, von den Gesamtkosten in Höhe von 695 000 Euro bezahlt der Freistaat über das „Bayerische Gemeindefinanzierungsgesetz“ 52,8 Prozent oder 367 000 Euro. Den Rest übernimmt der Landkreis, weil der Radweg an einer Kreisstraße verläuft. Geplant waren im Oktober 2018 laut Pawena Klinger, der Projektleiterin im Landratsamt, noch Kosten von 483 000 Euro.

Radweg bei Grasbrunn: „Das Problem ist immer...“

Das Kosten-Plus nehmen die Verantwortlichen gerne in Kauf. „Dieser Radweg ist enorm wichtig für die Verbindung der Grasbrunner und Neukeferloher zu Sportanlage, aber auch weiter zu den Schulen und der S-Bahn Vaterstetten“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU). Der Landkreis würde gerne mehr Radwege bauen, „aber das Problem ist immer der Grunderwerb, einige wollen eben auf keinen Fall verkaufen“, bedauerte Göbel.

Daher habe man vom beabsichtigten Radweg von Grasbrunn bis zum Ortseingang Neukeferloh jetzt nur den ersten Teil bauen können, bei restlichen rund 1200 Meter seien die Verhandlungen sehr zäh. „Aber es bewegt sich was, ich bin da sehr zuversichtlich“, sagte Bürgermeister Klaus Korneder (SPD). Doch selbst wenn der Radweg noch nicht vollständig ist, könnten alle Grasbrunner auf dem neuen Weg bis zum Sportpark und von dort weiter über den Friedhof sicher nach Neukeferloh fahren.

Radweg bei Grasbrunn: Ursprünglich war eine ganz andere Route geplant

Otto Bussjäger, früher Bürgermeister in Grasbrunn und jetzt stellvertretender Landrat, erinnert sich an die lange Planungsphase des Radwegs. „Ich weiß, dass wir schon vor 1996 im Gemeinderat darüber gesprochen haben“, sagte er. Damals wollten aber viele eine Route von Grasbrunn über den Neukeferloher Weg – und nicht die Trasse wie sie jetzt verläuft. „Da konnten wir uns nicht einigen“, sagte Bussjäger.

Der neue Radweg ist schön glatt geteert, daher auch gut geeignet für Inline-Skates oder Scooter. „Am Rand liegen die Leitungen für eine mögliche Beleuchtung, doch der Gemeinderat hat sich gegen Lampen entschieden“, sagte Korneder. Stichwort: Lichtverschmutzung. Die modernen Räder seien eh mit heller Beleuchtung ausgestattet. Und Fußgänger seien nachts eh kaum unterwegs.

Das angedachte Photovoltaik-Teilstück ist nach wie vor in Planung, doch weil das Pilotprojekt in Erftstadt bei Köln technisch keineswegs reibungslos funktioniere, heißt es aus dem Landratsamt, werde man sich das erst sehr genau anschauen, bevor man Geld – rund 660 000 Euro – investiert.

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