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Die Keferloher Freunde halten zusammen und stemmen sich gegen alle Widrigkeiten. Der Keferloher Montag wird stattfinden, dafür sorgen (v.l.) Ricky Steinberg, Ehrenmitglied Anton Reichlmair, Kassier Nina Angerbauer, Vorsitzender Klaus Rieger, Schriftführer Carl Trautmann und Hans P. Loidl.

Finanzminister Söder hält die Festrede

Schwere Zeiten für den Keferloher Montag

Keferloh - Ein lebendiges Traditionsfest soll er werden, der Keferloher Montag.  Doch über der Veranstaltung hängt schon jetzt, im Vorfeld  eine gewisse Niedergeschlagenheit.

Klaus Rieger, der Vorsitzende der „Keferloher Freunde“, ist krank, ein bisschen knurrig und hat zu wenig Luft, um richtig laut zu sprechen. Trotzdem, er gibt sich alle Mühe. Nicht nur, um Informationen über das Fest, das ihm und seinem Verein so am Herzen liegt, zu liefern. Sondern auch, um den Keferloher Montag fröhlich anzukünden. Aber es hilft ja nichts. 

Schleppend und anstrengend laufen die Vorbereitungen: Das Geld fehlt, der Verein lebt als Organisator allein von Spenden. Die Standlbetreiber rund ums Festzelt wollen nur bei gutem Wetter ihre Waren anbieten. Der Festwirt Lorenz Stiftl kommt mehr aus Gefälligkeit und Verbundenheit zu Keferloh, hat eigentlich alle Kräfte bei einem Fest in Pfaffenhofen gebunden. Aber die Besucher sollen vortrefflich bewirtet werden. Mit Hendln, Leberkäse und Augustiner vom Fass. Die Mass kostet 8,90 Euro. Außerdem wird ein Gstanzlsänger durch die Reihen gehen und die Gäste unterhalten. Auch Trachtler, Platter und Goaßlschnoiza haben ihren Auftritt im Zelt. 

Und das Rahmenprogramm außerhalb? Besser nicht fragen. „Es ist nichts zusammengegangen“, sagt Rieger, „weil niemand auf uns zu gekommen ist.“ Und selbst jemanden einzukaufen, um die Besucher zu unterhalten, kommt nicht in Frage. „Wir finanzieren uns rein aus Spenden. Das ist nicht darstellbar, dass wir drei Tage Programm machen“, sagt Nina Angerbauer, beim Verein fürs Geld zuständig. Also findet der Keferloher Montag diesmal nur am Montag statt – und nicht, wie in den vergangenen Jahren bereits ab Freitagabend. 

Doch trotz aller Niedergeschlagenheit: Es gibt auch gute Nachrichten. Die Landmaschinenschau wird stattfinden, auch wenn immer neue Auflagen das Aufstellen der riesigen Drescher und Traktoren nicht einfacher gemacht haben. „Wir bringen nichts Rechtes zusammen“, sagt Vereinsmitglied Georg Hornburger. Immerhin: „Für das städtische Publikum“ wird es einige Kleingeräte zu sehen geben. Rasenmäher und so. Auch die Oldtimer-Freunde wollen kommen. Rund 20 Autos, darunter echte Raritäten, sollen den Festplatz an der B 471 schmücken. Und die Besucher anlocken.

 Wie viele kommen werden, darauf legt sich niemand fest. Das Wetter spielt eine zu große Rolle. Das weiß auch Rieger. „Wenn ich schon vorher sehe, dass das Wetter schlecht wird, dann dreht’s mir schon den Magen um“, sagt er. Beten will er deshalb am Sonntag vor dem Montag. Und aufs Beste hoffen. 

Das gilt vermutlich auch für die Zukunft der Traditionsveranstaltung. Hat sie eine? Es soll weitergehen, sagt Rieger. Auch wenn es finanziell ein Kraftakt ist. „Wir brauchen viele Besucher“, sagt Schriftführer Carl Trautmann. Wohlwissend, dass der „Keferloher Montag“ letztlich eine Veranstaltung wie viele ist. Doch Trautmann gibt auch Zuversicht weiter. Es wird „wieder aufwärts“ gehen, im kommenden Jahr soll das Fest auf jeden Fall nicht nur am Montag stattfinden. Die Kutschfahrten funktionieren immer. Also auch bei Regen. Und die „Keferloher“, die Steinkrüge mit Salzlasur, die der Verein einst hat machen lassen, sind so beliebt, dass „sie Füße bekommen“, wie Rieger es ausdrückt. Leider. Denn Geld, um neue anzuschaffen hat der Verein im Moment nicht. Aber immerhin: Es sind noch genug da, um den Ehrengästen am 5. September das Bier zu servieren.

bw

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