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Es ist nicht sein erstes Mal: Horst Seehofer war schon mehrfach Festredner in Keferloh.

Ministerpräsident im Keferloher Festzelt

Jetzt kommt auch Horst Seehofer

  • Günter Hiel
    vonGünter Hiel
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Die Keferloher und die große Politik – diese spezielle Beziehung ist immer für Überraschungen gut. 2008 musste Kanzlerin Angela Merkel ihren Auftritt ganz kurzfristig absagen – heuer taucht Ministerpräsident Hort Seehofer ganz überraschend auf. 

Keferloh – Wobei er nicht am Keferloher Montag kommt, sondern schon einen Tag früher im Keferloher Festzelt spricht, am Sonntag, 3. September (11.30 Uhr). Und das ist natürlich ganz was anderes, versichert Albert Ostler, Vorsitzender der „Freunde des Keferloher Montags“. Denn die Keferloher sind ja neuerdings unpolitisch.

Früher spielten sie in der ganz großen Politik mit. 2008 war Kanzlerin Angela Merkels Auftritt beim Keferloher Montag schon angekündigt – da musste sie kurzfristig wegen eines Sondergipfels absagen, den Frankreichs damaliger Ministerpräsident und EU-Ratsvorsitzender Nicolas Sarkozy in Brüssel angesetzt hatte, um über die Haltung der EU im Kaukasuskonflikt zu beraten. „Ja, der Schlawiner“, hatte Anton Reichlmair, damals 80 Jahre alt und Vorsitzender der Keferloher Freunde, es kommentiert, dass Sarkozy ihm die Kanzlerin ausgespannt hatte.

2009 kam kein Krisengipfel dazwischen, und die Kanzlerin sprach beim Keferloher. Als bisher einzige Festrednerin tat sie den Veranstaltern nicht den Gefallen, den Strohhut samt Buschen aufzusetzen, der als eine Art Erkennungszeichen beim Fest dient. Vermutlich nicht wegen der Frisur, sondern weil sie wusste, dass sie dieses Bild noch lange verfolgt hätte.

Ministerpräsident Horst Seehofer hat den Buschenhut schon getragen, da war er noch Bundespolitiker; auch beim Auftritt der Kanzlerin. Er reiht sich ein in die Ahnengalerie der Festredner, die von Markus Söder über Karl Theodor zu Guttenberg bis zu Edmund Stoiber reicht. Und wenn die Keferloher-Tradition zu Lebzeiten von Ministerpräsident Franz Josef Strauß nicht eine Pause eingelegt hätte, wäre der mit Sicherheit auch gekommmen. Wem aufgefallen ist, dass ausschließlich Politiker von CSU und CDU in dieser Reihe auftauchen, dem sei gesagt, dass Anton Reichlmair das einst recht schlüssig begründet hat: Die anderen bekommen das Festzelt nicht voll.

Den Gegenbeweis kann die SPD am Samstag vor dem Keferloher Montag antreten. Da bekommt Bundestagskandidatin Bela Bach Wahlkampfhilfe von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz. Seit der Randale beim G 20 Gipfel in der Hansestadt ist das zumindest ein Mann, der polarisiert.

Aber der Keferloher Montag ist heuer ja unpolitisch. Denn für die Rede am Montag, 4. September, bieten die Freunde des Keferloher Ulrike Scharf und Philipp zu Guttenberg als Festredner auf. Die seien „nicht ganz so hochpolitisch, haben aber einen direkten Bezug zur Landwirtschaft“, hatte Albert Ostler bei der Vorstellung des Programms gesagt. Gut: Zu Guttenberg ist Mitglied im Präsidium des Bayerischen Waldbesitzerverbandes. Ulrike Scharf ist immerhin Bayerns Ministerin für Umwelt- und Verbraucherschutz. Aber im Vergleich zur Kanzlerin und zum Ministerpräsidenten ist sie vielleicht tatsächlich „nicht ganz so hochpolitisch“. Und Horst Seehofer kommt ja schon am Sonntag.

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