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Sozialdemokraten unter sich: (v.l.) Ulrich Hammerl (SPD-Ortsvorsitzender Grasbrunn), stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller-Maluche, Kreis-Fraktionschefin Ingrid Lenz-Aktas und Bürgermeister Klaus Korneder.

SPD-Vertreter fordern Rückbesinnung auf Parteiwerte

Linksruck ohne Populismus, bitte

Grasbrunn - Die SPD muss sich auf ihre Ur-Werte zurückbesinnen: darin sind sich Kreis- und Kommunalvertreter einig. Nur die Kandidatenfrage für die Landtagswahl bleibt offen und spannend.

Der Tenor des Neujahrsempfangs bei der Grasbrunner SPD war deutlich. Die Partei muss sich wieder auf ihre Grundwerte besinnen: soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Die Frage nach der Kandidatur für die Landtagswahl 2018 blieb unbeantwortet, obwohl zwei mögliche Kandidatinnen beim Empfang waren.

Wer in den Bundestag geschickt werden soll, ist mit der Nominierung von Bela Bach geklärt. Ob Annette Ganssmüller-Maluche aus Ismaning und Ingrid Lenz-Aktas aus Aschheim sich einer Kandidatur für die Landtagswahl 2018 stellen, bleibt offen. Die Spekulationen gründen darin, dass der Abgeordnete Peter Paul Gantzer (78) aus Haar, ein SPD-Urgestein im Landtag, voraussichtlich nicht noch einmal antreten wird.

Bei der Wahl 2013 war er nach eigener Aussage noch einmal angetreten, weil die bayerische SPD laut mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Ude nach Jahren der Dürre wieder daran geglaubt hatte, die Mehrheit der CSU brechen zu können. Die Hoffnung war vergebens, Ude hat sich zur Ruhe gesetzt, und Gantzer musste wieder auf der Oppositionsbank Platz nehmen. Aktuell sieht es mit einer Regierungsoption für die bayerische SPD noch düsterer aus – da würde Peter Paul Gantzer schwer erklären können, warum er nicht einem Generationswechsel den Weg bereitet.

Die Namen von Annette Ganssmüller-Maluche als stellvertretende Landrätin und Ingrid Lenz-Aktas, Fraktionsvorsitzende des Kreistags München-Land, machen als potenzielle Nachfolgerinnen die Runde. Ob eine von ihnen die Unterstützung des Kreisverbands genießt, ist offen.

Beide haben die Gelegenheit beim Neujahrsempfang in Grasbrunn nicht genutzt, um sich zu politischen Karriereplänen zu äußern. „Das machen wir im September öffentlich. Erst bringen wir die Bundestagswahl hinter uns“, sagte Ganssmüller-Maluche. Ab 12. Januar seien sie an SPD-Ständen als Unterstützer für Bela Bach zu sehen.

Klare und deutliche Worte fand hingegen Bürgermeister Klaus Korneder in Bezug auf seine Gemeinde. Seine Bilanz fiel positiv aus: Finanziell steht die Gemeinde gut da, Schulden wurden abgebaut, Immobilien erworben und kein Kind steht auf der Warteliste für einen Kitaplatz. „Immens wichtig ist mir aber die Ruhe in der Gemeinde, breite und vernünftige Diskussionen können über alle Fraktionen hinweg geführt werden“, betonte Korneder. Einnahmen zu sichern durch die Ausweitung des Gewerbes sieht der Rathauschef als eine der Hauptaufgaben.

Ein großes Manko der SPD sieht er jedoch bis zur Bundesebene hinauf. Bei der als „Partei des kleinen Mannes“ gestarteten SPD liege gerade dieses ureigene Thema brach. Manager, die tausende Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit schicken, würden mit Beträgen in vierstelliger Höhe am Tag entlohnt. „So etwas darf nicht sein“, sagte Korneder. „Wir müssen uns wieder auf linke Politik besinnen, aber nicht populistisch, sondern mit Lösungen. Wir müssen die soziale Schere schließen.“

Gerade bei Bildung sehe er für Kinder keine Chancengleichheit, sondern gravierende Unterschiede zwischen reicheren und ärmeren Kommunen. Dass diese Themen auf Bundesebene soziale Lösungen finden, darauf gelte es den Fokus in diesem Jahr zu setzen. Daher müsse man Kandidatin Bela Bach auf dem Weg nach Berlin unterstützen. Sie wäre das „erste Gewächs aus unseren Reihen und hat mit ihrem Listenplatz gute Chancen“, ergänzte Lenz-Aktas, die hofft, dass „die Zeit der neoliberalen Auslegung der Partei hoffentlich vorbei ist“. Man müsse die CSU daran erinnern, dass es eine Staatsregierung gebe, die Pflichtstellen nicht nur endlich besetzen, sondern auch finanzieren müsse. Der Kreis und die Kommunen bezahlten das, wofür die Regierung zuständig sei. Und Ganssmüller-Maluche forderte: „Wir brauchen wieder Werte.“ Zum Beispiel Chancengleichheit bei Bildung und Schule.

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