Stein des Anstoßes: Der Mehrzweckraum der Grundschule soll für die Mittagsbetreuung genutzt werden. Das lehnen Eltern und Lehrer aber ab.

24 Plätze zur Betreuung fehlen  

Stress in Grasbrunner Schulfamilie

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24 Plätze für die Kinderbetreuung fehlen in Grasbrunn: Die Lösung, die Rathaus und Rektorin vorschlagen, stößt auf heftigen Widerstand.

Grasbrunn – Ganz sicher gehen wollte die Gemeinde Grasbrunn bei der Planung für Kindergarten-, Hort- und Mittagsbetreuungsplätze. Darum ließ sie sich im Februar von einem Münchner Fachbüro eine Prognose für die Zahlen erstellen. Daraus ergab sich, dass im Kindergarten „Kinderwelt“ genügend Platz sei für eine weitere Hortgruppe mit 24 Erstklässlern. Doch die Zahlen waren falsch. Nicht 19 Kinder, wie vorhergesagt, sondern 33 wurden angemeldet. „Es gab auch ein paar Zuzüge, aber es wurde mit einer viel zu niedrigen Geburtenrate kalkuliert“, erläutert Nicole Zeh, verantwortlich für die kommunalen Kitas.

Heißt: Es gibt mehr Kindergartenkinder, die betreut werden müssen, und die 24 Erstklässler im Hort haben keinen Raum. Rathaus-Verwaltung und Rektorin Christine Neumann schlagen für sie den Mehrzweckraum der Grundschule vor. „Der Raum bietet die beste Lösung“, sagte Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) in der Gemeinderatssitzung. Er liege in der Nähe der Mittagsbetreuung und habe alle notwendigen Anschlüsse. Für die Einrichtung rechnet die Gemeinde mit Kosten über 20 000 Euro, für zwei neue Mitarbeiter mit jährlich 25 000 Euro. Die Rektorin ist von der Idee angetan.

„Der Raum steht fast immer leer“, werde nur selten genutzt für die Theater-Gruppe, Workshops oder Ethikunterricht. „Er bleibt uns täglich bis 11.20 Uhr zum Unterricht erhalten.“ Die Gemeinde hat zudem Räume angeboten, um Material zu lagern oder um bei Veranstaltungen auszuweichen. „Ich halte das für hochsolidarisch mit Kindern und Eltern, die sonst keine Mittagsbetreuung hätten.“

Doch gegen die Pläne gibt es massiven Widerstand von Eltern und Lehrern. Konrektorin Angelika Lange hatte vor der Sitzung Michael Hagen (CSU) informiert. „Frau Lange schilderte mir, dass das Lehrer-Kollegium geschlossen dagegen sei, und dies eine einsame Entscheidung der Rektorin wäre. Wenn die Schule so gespalten ist, stimmen wir nicht zu“, sagte er. Lehrerin Martina Mayer betonte, dass die Schule diesen Raum brauche, weil sie keine Aula hat. „Zudem wird uns ab September der Musikraum fehlen, weil er als Klassenzimmer genutzt wird.“ Ein Mitglied des Elternbeirats beschwerte sich, dass die Rektorin die Eltern nicht vorab informiert habe.

Diese entgegnete: Es sei noch keine Entscheidung gefallen, ob der Musikraum wegfalle. Und sie bestätigte, dass es keine Vorab-Gespräche mit den Eltern gab. „Diese Entscheidung kann und habe ich alleine getroffen. Wenn Eltern dagegen sind, können sie ihren Platz hergeben, dann kann einer nachrutschen.“

Der Bürgermeister betonte, dass man niemandem etwas wegnehmen, sondern den Kindern auf der Warteliste eine Platz anbieten wolle. Doch der Gemeinderat lehnte eine Unterbringung im Mehrzweckraum mit einem 9:9-Patt ab. Zustimmung fand zwar, dass sich die Gemeinde um mehr Mitarbeiter und neues Mobiliar kümmern soll. Wo dies dann aufgestellt wird, weiß aber niemand.  

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