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Reisen hat er geliebt: Anton Hackl, mit Stock und Umhängetasche gerüstet für lange Spaziergänge.

Nachruf

Trauer um Sattlermeister Anton Hackl

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Grasbrunn - Wenn jemand ihn rief, war er immer zur Stelle. Anton Hackl hat sein Leben lang mit angepackt. Nun ist der gelernte Sattlermeister aus Neukeferloh (Gemeinde Grasbrunn) im Alter von 91 Jahren verstorben.

Gekannt hat Anton Hackl wohl Gott und die Welt. Schließlich hatte der gebürtige Putzbrunner nicht nur eine eigene Sattlerwerkstatt am Ort, sondern unterstützte nebenher auch seine Frau und seine Schwiegermutter, die fast 20 Jahre lang ein Lebensmittelgeschäft in Perlach führten. Daneben half Hackl im elterlichen Bauernhof in Putzbrunn mit, war die letzten zwölf Jahre seines Berufslebens Hausmeister an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg – und kümmerte sich liebevoll um seine drei Enkelkinder Andrea, Stefan und Michaela. „Er ist immer eingesprungen, hat nie jemanden hängen lassen“, erinnert sich Hackls einzige Tochter Renate.

Sattler statt Mechaniker

Die große Hilfsbereitschaft, das Eintreten für andere prägten Anton Hackl schon früh. Als jüngstes von acht Bauernkindern wollte er nach den damals üblichen acht Jahren Volksschule eigentlich Mechaniker werden. Doch seine Eltern waren dagegen. Sie wollten einen Sattler aus ihm machen, denn dieses Handwerk gab es in seiner Heimatgemeinde Putzbrunn nicht und schien somit krisensicher. Drei Jahre lang fuhr Anton Hackl also jeden Tag in die Nähe des Münchner Isartors, wo er seine Sattlerlehre absolvierte. 1943 wurde der 18-jährige in den Krieg eingezogen und erhielt ein Jahr später einen Steckschuss. Glück im Unglück, denn damit musste Anton Hackl nicht zurück an die Front. Seine Eltern stellten ihm einen Raum als Werkstätte zur Verfügung, und der Sohn machte sich als Sattler selbstständig. Finanziell ging es etwas bergauf, sodass der junge Mann fünf Jahre nach Kriegsende seine Magdalena heiraten konnte.

Hausmeister an der Bundeswehr-Uni

Seine Ehefrau und die Schwiegermutter führten damals ein Lebensmittelgeschäft in Perlach, in dem auch Anton Hackl anpackte. Von dort pendelte er in seine Werkstatt in Putzbrunn, und er half auch noch im elterlichen Bauernhof mit. Das ging fast 20 Jahre lang so, bis das Lebensmittelgeschäft aufgegeben wurde und Anton Hackl nur noch in einem Ramersdorfer Lederwarengeschäft als Sattler arbeitete. Als dieses acht Jahre später schloss, änderte sich seine Tätigkeit noch einmal komplett. Die letzten zwölf Jahre seines Berufslebens war es als Pedell (Hausmeister, Anm. d. Red.) an der Universität in Neubiberg beschäftigt, wie sich Tochter Renate erinnert.

Reisen als Leidenschaft

Der Eintritt in den Ruhestand 1988 gab Anton Hackl dann noch mehr Gelegenheit, sich um seine Familie und vor allem die drei Enkel zu kümmern. Es sei denn, er war gerade auf Reisen. Krakau, Rom oder Wien waren nur einige Stationen, für die er sich von seinem geliebten Garten trennte. Auch in Spanien war Anton Hackl gerne. Zuletzt ging das Reisen nicht mehr. Krankheitsbedingt musste Anton Hackl auf vieles verzichten, was ihm früher viel Freude gemacht hatte. 


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