Die etwa 80 Jahre alte Linde links im Vordergrund darf stehen bleiben. Dafür wird die gesamte Tiefgarage und der Parkplatz fünf Meter nach Norden (rechts) verschoben. Die Bäume an der Einfahrt sind noch nicht so alt und werden verpflanzt.
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Die etwa 80 Jahre alte Linde links im Vordergrund darf stehen bleiben. Dafür wird die gesamte Tiefgarage und der Parkplatz fünf Meter nach Norden (rechts) verschoben. Die Bäume an der Einfahrt sind noch nicht so alt und werden verpflanzt.

Gemeinderat segnet „Sondergebiet Parken“ ab

Trotz Kritik: Tiefgarage am Gut Möschenfeld wird gebaut - Bund Naturschutz startet Petition

  • Bert Brosch
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Trotz Kritik wird die Tiefgarage am Gut Möschenfeld gebaut. Nun wurde der Flächennutzungsplan entsprechend geändert. Die Grünen lehnten den Antrag ab, der Bund Naturschutz hat sogar eine Online-Petition gegen das Bauvorhaben gestartet.

Grasbrunn - Im März hatte die zur Finck-Gruppe gehörende Agrar Grasbrunn GmbH & Co.KG den Antrag im Bauausschuss gestellt, in Möschenfeld gegenüber der Wallfahrtskirche Sankt Ottilie eine Tiefgarage zu bauen. Das sorgte für viel Kritik und Diskussionen. Nun wurde der Flächennutzungsplan entsprechend geändert.

Die Grünen lehnten den Antrag ab, der Bund Naturschutz hat sogar eine Online-Petition gegen das Bauvorhaben gestartet. Aktuell wird die Kiesfläche als unbefestigter Parkplatz genutzt und war im Flächennutzungsplan als gemischte Bau- und Grünfläche dargestellt. Der Bau der Tiefgarage soll laut Antragsteller dazu beitragen, den oberirdischen Parkverkehr in Möschenfeld in höherem Maße im Untergrund stattfinden zu lassen und damit den Gemeindeteil aufzuwerten. Die eingeschossige Tiefgarage hat eine Grundfläche von 25 auf 90 Meter und soll Platz für 60 unterirdische und 45 oberirdische Stellplätze bieten.

Alte Linde bleibt erhalten

Hauptsächlich sollen die in der Tiefgarage den Mietern und Besuchern des Guts Möschenfeld dienen. Die oberirdischen Parkplätze sollen öffentlich nutzbar bleiben für Besucher der Kirche oder Wanderer. Im Bauausschuss wurde das gesamte Bauwerk nun um fünf Meter Richtung Norden verschoben, damit die alte Linde erhalten bleiben kann, zusätzlich wird ein Baumgraben mit fünf neu zu pflanzenden Laubbäumen geschaffen. Gegen die Stimmen der beiden Grünen-Gemeinderäte wurde zudem der Flächennutzungsplan in ein „Sondergebiet Parken sowie eine Grünfläche“ geändert.

Grünen-Gemeinderat: „Das macht für mich keinen Sinn“

Für Max Walleitner gibt es „keinerlei Begründung für die Tiefgarage. Sämtliche Wohnhäuser hätten ausreichend Parkplätze nachgewiesen, für das Gewerbe gebe es eine Tiefgarage. „Für mich macht das keinen Sinn. Der Kiesparkplatz ist nie voll, auch nicht bei großen kirchlichen Festen – ich verstehe einfach nicht, warum die da bauen wollen.“ Er glaubt, dass die Gemeinderäte dem Vorhaben nur zugestimmt hätten, weil man so auf ein Entgegenkommen des Hauses Finck beim seit Jahren geplanten Radweg von Harthausen nach Grasbrunn hofft.

Bund Naturschutz startet Petition

In die gleiche Richtung argumentiert auch Walleitners Ehefrau Doris Dorschner-Walleitner als Vorsitzende des Bund Naturschutz in Grasbrunn. Sie hat eine Online-Petition gestartet, die mittlerweile von 552 Menschen in ihrem Sinne als „Verhinderung der Zerstörung des Kleinods Gut Möschenfeld“ unterschrieben wurde. Kritisiert wird vor allem die von der Gemeinde herangezogene Begründung durch Landschaftsarchitektin Monika Treiber. Sie sagt, dass bisher die Kfz-Stellplatzproblematik in Möschenfeld nicht gelöst sei, dass es in Möschenfeld Parkplatzprobleme gäbe. Dorschner-Walleitner verweist auf die große Tiefgarage für die gewerbliche Nutzung und für die Wohnbebauung ausreichenden Stellplätze. Zudem sei der Parkplatz nicht, wie Treiber sagt, versiegelt, sondern bestehe aus grobem Kies.

Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) entgegnete, dass die Tiefgarage oder der geänderte Flächennutzungsplan keinerlei Baurecht auslösen würden, man sei auch den Forderungen der Grünen mit dem Erhalt der Bäume entgegengekommen.

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