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Kinder der Grundschule Grasbrunn vor der Friedensmauer: Sie erfahren, wie ihr Mitschüler Abdullah den Krieg erlebt hat, und malen dann Bilder des Friedens. 

Grasbrunner Schüler beteiligen sich an Internationalem Friedensprojekt 

Wie schön Frieden ist

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Wie malt man Frieden? Vor dieser schwer lösbaren Aufgabe standen die Kinder der Kombiklasse 1/2 b der Grasbrunner Grundschule. Gelöst haben sie die Frage sehr beeindruckend, wie jetzt eine Ausstellung im Kutlurcafé in Neukeferloh zeigt.

Allerdings waren sie dazu erst in der Lage, als sie sich mit ihrem neuen Mitschüler Abdullah Aldiwani unterhalten hatten. Der ist vor Kurzem zusammen mit einem Teil seiner Familie aus Syrien geflohen und erzählt von seinen Erlebnissen im Bürgerkrieg. Als die Kinder den Krieg verstanden hatten, konnten sie auch den Frieden malen. Und gewannen dabei so manche Erkenntnisse, wie beispielsweise „Friede ist, wenn Ruhe einkehrt, und sich alle vertragen“. Im Friedensbuch, das während der Aktion entstand, skizzierten die Kinder mit ihren Familien, aber auch die Besucher der Vernissage, auf jeder Seite, wie sie Frieden erleben. Und die Kinder stellten viele Fragen an Abdullah – kindlich und ungeniert, wie es Erwachsene nicht mehr vermögen. „Hört man Schüsse? Gibt es euer Haus noch? Was ist mit deiner Katze?“ Abdullah antwortete unermüdlich. Dabei war das Gespräch so spannend, dass die Kinder sogar nach dem Ertönen der Schulglocke nach der letzten Stunde sitzen blieben und weiter fragten. Danach entstanden Bilder wie „Picknickdecke aus Flüchtlingen“ oder die Collage „Bilder von zerbombten Häusern werden ein neues Haus“. Ein anderes Symbol ist die Friedensmauer. Dafür suchten die Kinder im Internet das Wort „Frieden“ in vielen Sprachen und malten jeweils einen Stein, auf dem das Wort zu sehen ist. Diese Mauer ist aber „noch genauso brüchig wie der Frieden in der gesamten Welt“, meinte Klassenlehrerin Martina Mayer. Die Kinder malten auf ihre Anregung hin diese Bilder und vertreten damit Deutschland bei einem internationalen Projekt, an dem rund 100 Länder teilnehmen. „Il colore per la pace“ war im vergangenen August die große Auftakt-Ausstellung in Stazzema/Luca in der Toskana. Anlass dafür war der Jahrestag des Kriegsmassakers vom 12. August 1944 in Stazzema sowie die aktuelle Situation auf der ganzen Welt. Der ortsansässige Künstler Antonio Giannelli hat als Organisator in jedem Land eine Schulklasse gebeten, für den Frieden zu malen. Bürgermeister Klaus Korneder freut es, dass seine Gemeinde bei diesem internationalen Projekt vertreten ist, sagte er in seinem Grußwort und zugleich zeigte er sich dankbar dafür, dass er in diesem friedlichen Land lebt – etwas was er allen Kindern auf der Welt wünscht. Im Friedensbuch formulierte es ein Kind mit anderen Worten „Frieden ist, wenn richtiger Kuchen vor einem steht“. Die Bilder sind ab sofort im Kulturcafé des Grasbrunner Bürgerhauses zu sehen.

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