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Zurück zur Tradition: Eine Veranstaltung nach dem Vorbild der alten Viehmärkte wünschen sich die „Keferloher Freunde“ (v.l.) Albert Ostler, Ernst Weidenbusch mit Griffon Finzi, Anton Stürzer, Charly Trautmann, Josef Hornburger, Hans Loidl und Friedrich Steinberg. 

Weniger Politik beim Keferloher Montag

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Mehr Landwirtschaft, weniger Politik. Ganz wie früher auf den Viehmärkten soll es diesmal zugehen beim Keferloher Montag.

KeferlohDer Keferloher Montag am 4. September soll ein unpolitischer sein als seine Vorgänger. So jedenfalls wollen es die Veranstalter, die „Keferloher Freunde“. Der Schwerpunkt der Veranstaltung soll diesmal originär landwirtschaftliche Themen gehören, darunter das Preisackern und das Bullenschätzen.

Trotz der Devise „Zurück zum Vieh- und Bauernmarkt“ geht es ganz ohne Politikpräsenz natürlich aber dennoch nicht. Mit Ulrike Scharf und Philipp zu Guttenberg habe man zwei Redner ausgewählt, die „nicht ganz so hochpolitisch sind, aber einen direkten Bezug zur Landwirtschaft haben“, sagte Albert Ostler, Vorstand der „Keferloher Freunde“. Als Zugpferde, die das Festzelt zu füllen vermögen, brauche es eben prominente Gesichter, die man in der Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz sowie im Vorstand des Bayerischen Waldbesitzerverbandes gefunden habe, der zudem auch Europaabgeordneter und Präsident des Europaparlaments ist. „Die beiden haben was zur Landwirtschaft zu sagen, und damit soll es das an Politischem aber auch gewesen sein. Wir haben uns hier ja stets Kritik eingehandelt“, sagte Ostler.

Ihm und seinem 20 Mitstreitern gehe es vielmehr um die Wiederbelebung des Keferloher Montags nach dem Vorbild des Viehmarktes, wie er schon vor über 200 Jahren auf dem Gut Keferloh stattgefunden hat. Damals lockte der Pferd-, Rind-, Schwein- und Hasenhandel über 20 000 Menschen an. Ostler ist bescheidener: „Dieses Jahr wollen wir die 2000er-Marke knacken.“

Beim Bullenschätzen hätten vergangenes Jahr über 500 Besucher mitgemacht, um das Gewicht des 1206 Kilogramm schweren Tieres möglichst genau zu erraten. Das Preisackern war bis vor wenigen Jahren noch fester Bestandteil der landwirtschaftlichen Ausbildung. „Sehr anspruchsvoll und nicht einfach“ sei das, bestätigte Anton Stürzer, Kreisobmann des Bauernverbandes. Dieses Jahr ist der Wettbewerb noch eher als Rahmen- und Unterhaltungsprogramm ausgelegt. Trotzdem sei es eine ernste Sache, wenn die bis zu zehn Teilnehmer ihre Arbeit in einer vorgegebenen Parzelle von den Jurymitgliedern des „Vereins der oberbayerischen Pflüger“ bewerten lassen. „Erste Signale aus dem Ministerium sind da, hier eventuell ab kommendem Jahr eine richtige oberbayerische Meisterschaft zu generieren“, sagte Ostler.

Mit den beiden Aktionen wolle man zeigen, dass es ohne die Bauern keinen Erholungsraum auf dem Land gibt. „Zuzüge und Wachstum schwächen oft die alten Dorfstrukturen, hier müssen wir ansetzen“, sagte Kreisobmann Stürzer. Aufgrund strenger Auflagen sei es den meisten Menschen doch gar nicht möglich, einmal einen Stall von innen zu sehen. Auch der Bulle müsse im Anschluss an den Keferloher Montag entweder – wie der aus dem vergangenen Jahr in Quarantäne – oder geschlachtet werden, damit er seinen Stall nicht kontaminiere.

Den Kontakt zwischen Bauern und Konsumenten sollen deshalb einige Direktvermarkter herstellen, die beim Keferloher Montag auf dem Areal Mais, Kürbis, Kraut, Kartoffeln, Gurken, Nudeln und Wildfleisch aus der Region verkaufen werden. Für Kinder gibt’s ein Karussell, Spicker und Schießbuden, für die Erwachsenen eine Maschinen- und Fuhrparkausstellung.

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