Der Rohbau der neuen Turnhalle.
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Das Dach sitzt: Jetzt noch eine PV-Anlage zu installieren wäre laut Bauamt aufwendig und vor allem teuer.

Antrag der Grünen

Zu spät für Photovoltaik: Keine Anlage auf dem neuen Hallendach

  • Bert Brosch
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Platz wäre auf dem Dach der neuen Grasbrunner Turnhalle genug für eine Photovoltaikanlage. Doch für eine Installation ist es zu spät. Das ist der Grund

Grasbrunn – Der Antrag der Grasbrunner Grünen, das Dach der neuen Turnhalle mit einer Photovoltaikanlage (PV) zu decken, kommt zu spät. „Das Dach ist drauf, wird in den kommenden Tagen technisch abgenommen und war nie für eine solche Anlage ausgelegt“, erläuterte Bauamtsleiterin Stephanie Zirngibl. „Wenn wir das jetzt ändern wollten, würde das extrem hohe Kosten bedeuten.“

Michelle Nelson erläuterte den Antrag ihrer Grünen-Fraktion: „Trotz aller bisherigen Maßnahmen in Deutschland und Bayern konnte der CO2-Ausstoß nicht signifikant verringert werden und die Klimaerwärmung schreitet weiter voran. Dies kann nur verringert werden, wenn der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung gesteigert werden.“ Da durch die 10h-Abstandsregelung der Ausbau der Windenergie in Bayern zum Erliegen gekommen sei und das Potenzial der Wasserkraft ausgeschöpft sei, wünschen sich die Grünen deutlich mehr PV-Anlagen. „Die neue Turnhalle hat zwar ein recht flaches Dach und ist nach Norden ausgerichtet, doch durch Aufständerungen und neue Technologie könnte die Halle dennoch genutzt werden – auch Mehrkosten dürfen uns da nicht abschrecken“, sagte Nelson. So soll nicht nur auf dem Nebendach, sondern auch auf dem Dach der Haupthalle eine Anlage installiert werden. Die Verwaltung solle dafür alle notwendigen Schritte in die Wege leiten.

„Sehr aufwendig und teuer“

Bauamtsleiterin Zirngibl verwies zum einen auf den Gemeinderatsbeschluss, wonach lediglich das Nebendach mit einer PV-Anlage auszustatten sei. „Dieses kleine Dach ist auch entsprechend der Statik ausgelegt“, sagte sie. Das Dach der Haupthalle sei bereits fertig, eine PV-Anlage könne darauf aus statischen Gründen nicht installiert werden. Zudem sei das Flachdach so konzipiert, dass es bei starkem Schneefall – in hiesigen Breiten meist mit schwerem Nassschnee – von Mitarbeitern geräumt werden könne. „Würden wir jetzt da noch eine PV-Anlage drauf bauen, kann es uns blühen, dass wir die Halle im Winter bei Schnee auf dem Dach sperren müssten.“ Zudem müssten die bereits installierten Sicherungsbügel für die Schneeräumer wieder demontiert werden. Das Dach habe 400 000 Euro gekostet, könne nun nicht nachträglich für die Anlage verstärkt werden. „Wir bräuchten also ein neues, stabileres Dach, das wäre demnach sehr aufwendig und teuer.“

Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) verwies ebenfalls auf den Gemeinderatsbeschluss, dass man aus Kostengründen auf die PV-Anlage auf dem Hauptdach verzichtet hatte. „Das jetzt zu ändern wäre ein unverhältnismäßig hoher Aufwand.“ Das sah auch Bernhard Bauer (CSU) so, „wenn die Statik eine PV-Anlage nicht zulässt, bin ich dagegen – so sehr ich eine PV-Anlage befürworten würde.“ Auch Hannes Bussjäger (FW) wollte dem Grünen-Antrag nicht folgen, „aber es gibt die Möglichkeit, eine PV-Anlage an eine Wand zu montieren, das sollten wir uns mal durchrechnen, gemeinsam mit einem großen Stromspeicher im Keller, der gehört nämlich mit dazu.“ Mit einer Gegenstimme wurde der Antrag der Grünen abgelehnt.

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